Das Sundance-Tagebuch von OutNow - Tag 5: Zu Besuch bei den Alten Ägyptern

Das ikonische Kino mit dem klangvollen Namen «Egyptian Theater» ist eine der wichtigsten und ältesten Austragungstätten des Sundance Film Festivals. Ein Besuch ist für den Korrespondenten Pflicht.

Das Egyptian Theater von Park City in der Abendsonne. © OutNow/rm

Berichte vom Sundance-Filmfestival werden oft bebildert mit dem Egyptian Theater. Es ist das ikonische Kino von Park City, und das Festival nutzt es schon fast seit Anbeginn als eines seiner wichtigsten Austragungstätten. Es liegt direkt an der steil ansteigenden Main Street von Park City, in der «Altstadt» des Örtchens, oder was man in den USA eben so als «Old Town» bezeichnet in einem ehemaligen Minenort aus dem vorletzten Jahrhundert, der in den 1960er zum Ski-Ort transformiert wurde.

Ägyptisch angehauchte Kinos waren beliebt in den USA, seit 1922 ein Kino in dieser Form am Hollwood Boulevard in Los Angeles eröffnete. Im gleichen Jahr entdeckte man auch das Grab des Pharaos Tutanchamun, was einen Hype um das Alte Ägypten zur Folge hatte. Danach entstanden Kinos mit ähnlicher Architektur im ganzen Land. Nur noch wenige stehen auch heute noch. Die bekanntesten sind das Grauman's Egyptian Theatre, das den Boom auslöste, und eben das Mary G. Steiner Egyptian Theatre in Utah.

An der Main Street war der Korrespondent bisher nur ganz zu Beginn des Festvals, als die OK-Präsidentin zum Eröffnungsanlass lud. Das Hauptquartier des Sundance-Festivals und die meisten anderen Kinos befinden sich weiter unten im Tal, wo man auch etwas billiger nächtigen kann. Wenn nicht gerade Festivalstimmung herrscht und die Sponsoren ganze Häuser für ihre Zwecke okkupieren, besteht die Main Street vor allem aus Ski-Miet-Stationen, Flagship Stores aller Outdoor-Marken dieser Welt und Geschäften mit Kram und Kleidern für Touris.

Das «Egyptian» ist fast ganz am oberen Ende der Main Street, bevor die kommerzielle Nutzung der Strasse abrupt endet und eine ruhigere Wohnzone beginnt. Man kommt etwas ausser Atem, wenn man da wie ein richtiger Schweizer hochwandert und sich nicht per SUV-Limousine hochkutschieren lässt. Die obligate Schlange vor dem Einlass wartet auch dort - mit einer Extraschlaufe in Richtung Hinterhof, damit die Leute das Trottoir nicht komplett verstopfen. Und dann ist man drin im 300-Leute-Saal.

Die Leinwand wird von zwei Säulen umrahmt, Sarkopharge und der Nekhbet-Adler zieren die Seiten, die man aber wegen einer blauen Lichtshow im Saal nur schlecht erkennt. Irgendjemand dachte, so richtig off-topic Schneeflocken an die Wände zu projizieren, hebe die Stimmung im Saal. Lustiger ist hingegen das Schild vor dem abgesperrten Bereich: Es regelt den Zutritt, der nur Pharaonen und dem Sundance-Personal erlaubt ist. Wie ein ägyptischer König fühlt man sich während der Vorstellung des Films dann aber nicht. Dafür sind die Theaterstühle aus Holz ein bisschen gar zu unbequem. Aber immerhin, der Pflichtbesuch einer weltbekannten Attraktion kann abgehakt werden.

Roland Meier [rm]

Roland sammelt 3D-Blu-rays, weil da die Publikationen überschaubar stagnieren, und kämpft im Gegenzug des Öfteren mit der Grenze der Speicherkapazität für Aufnahmen bei Swisscom blue TV. 1200 Stunden Film und Fernsehen ständig griffbereit sind ihm einfach nicht genug.

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