Führungswechsel bei Disney: Der neue Boss ist der alte

Bob Iger kehrt zum Konzern zurück, den er im Februar 2020 verlassen hatte. Sein Nachfolger Bob Chapek ist nach etwas mehr als zwei Jahren - und einigen unschönen Momenten - zurückgetreten.

Wurde unter Bob Chapek der Kinostart verwehrt: «Turning Red» von Pixar © Disney / Pixar

Es läuft bei Disney immer noch nicht ganz nach Wunsch. Zwar hat das Unternehmen im letzten Quartal einen Gewinn von 162 Millionen Dollar erwirtschaftet, doch zeigt die Aktie trotzdem nach unten. Grund ist das Streaming-Business. Disney+ gehört von den Aboverkäufen her neben Netflix zwar zu den erfolgreichsten Playern, doch produziert das Maushaus für diesen eben auch sehr viel teuren Content - darunter Marvel- und Star-Wars-Serien. Im operativen Streaminggeschäft gab es deshalb einen Verlust von 1.47 Milliarden Dollar. Nun soll ein alter Bekannter das Ruder wieder herumreissen.

So hat man den ehemaligen CEO Bob Iger zurückgeholt, der Disney schon von September 2005 bis Februar 2020 äussert erfolgreich geführt hat. Während Igers Zeit an der Spitze kaufte Disney unter anderem Pixar, Lucasfilm («Star Wars»), Marvel und 21th Century Fox. Iger übergab dann genau kurz vor dem weltweiten Ausbruch der Coronapandemie das Ruder an Bob Chapek, der früher die Disney-Freizeitparks geleitet hat. Unter Chapek wurden oft kritisierte Entscheidungen gefällt, wie die Verkürzung des exklusiven Kinofensters auf 45 Tage, die zeitgleiche Lancierung von Black Widow im Kino und auf Disney+ sowie die komplett gestrichenen Kinoauswertungen der Pixar-Filme Soul, Luca und Turning Red, was besonders bei den Animatoren für viel Unmut sorgte. Am Sonntag ist Chapek von seinem CEO-Posten zurückgetreten.

Iger wird jedoch lediglich für zwei Jahre wieder als CEO von Disney walten. Die Suche nach einem Nachfolger wird also schon bald beginnen. Es wird spannend zu sehen sein, ob Iger den Fokus wieder zurück auf das Kinobusiness legen oder auch unter ihm Disney+ eine sehr grosse Rolle spielen wird. Die Analysten sind auf jeden Fall glücklich. So zeigt der Aktienkurs von Disney inzwischen wieder nach oben.

Chris Schelb [crs]

Chris arbeitet seit 2008 für OutNow und leitet die Redaktion seit 2011. Seit er als Kind in einen Kessel voller Videokassetten gefallen ist, schaut er sich mit viel Begeisterung alles Mögliche an, wobei es ihm die Filmfestivals in Cannes und Toronto besonders angetan haben.

  1. Artikel
  2. Profil
  3. E-Mail
  4. Twitter
  5. Instagram
  6. Letterboxd
Teilen
Auf Facebook teilen  Auf Twitter teilen 
Datum
Quelle
Hollywood Reporter
Themen