«Avatar»: Das Interview mit James Cameron und Co. zum Re-Release des ersten Teils

Anlässlich der Wiederveröffentlichung stellten sich der Regisseur sowie die Cast-Miglieder Zoe Saldana, Michelle Rodriguez, Stephen Lang, Sam Worthington und Sigourney Weaver unseren Fragen.

© Twentieth Century Fox Film Corporation

James, wieso sollte man Avatar jetzt erneut im Kino ansehen?

James Cameron: Es sind jetzt 12 Jahre seit der Veröffentlichung. Falls du unter 22 oder 23 Jahre alt bist, scheint es sehr unwahrscheinlich, dass du diesen Film im Kino gesehen hast. Und das bedeutet, du hast den Film gar nicht gesehen. Wir haben den Film für die grosse Leinwand gemacht; für die riesige Leinwand. In 3D. Jetzt bringen wir ihn nochmal in 4K raus, und der Film sieht so gut aus wie noch nie.

Zoe, was war deine beste Erfahrung bei der Entstehung des Films?

Zoe Saldana: Ich werde nie vergessen, wie ich damals angerufen wurde von Jim und er mir sagte: «Ich will, dass du Neytiri spielst». Ich war gerade dabei, die dreckige Windel meiner Nichte zu wechseln und kann dir sagen: Ich hatte noch nie so Freude beim Windelwechseln. Ich kann mich nur an den Gedanken erinnern, den ich hatte: Der Erschöpfer von Sarah Connor will mit mir zusammenarbeiten! Ich war einfach sehr aufgeregt.

Zoe Saldana in «Avatar»
Zoe Saldana in «Avatar» © Twentieth Century Fox Film Corporation

Michelle, was ist deine Lieblingsszene im Film?

Michelle Rodriguez: Die Szene der Zeremonie am Baum des Lebens. Da wo versucht wird, den Charakter von Sigourney zum Leben zu erwecken. Dieser Moment wirkt einfach so kraftvoll. Es ist schön, natürlich, antik, spirituell… Jedes Mal, wenn ich die Szene sehe, fühle ich mich, als wäre ich auf Drogen.

Michelle Rodriguez in «Avatar»
Michelle Rodriguez in «Avatar» © Twentieth Century Fox Film Corporation

Stephen, Filmfans haben deinen Charakter ins Herz geschlossen seit der Veröffentlichung von Avatar. Hat dich das überrascht?

Stephen Lang: Naja, es hat mich schon überrascht. Wenn man aber darüber nachdenkt, ist es doch irgendwie logisch. Er ist zwar der Bad Guy, hat aber Führungsqualität und ist ein wirklich guter Anführer. Er hat Mut und inspiriert zu Loyalität. Andererseits hat er aber auch ein Problem mit dem Naturschutz. Es gab unzählige Male, dass Fans zu mir kamen und sagten: «Ich verstehe Quaritch und stehe hinter ihm. Ich bin in seinem Team.» Jedes Mal, wenn das passiert ist, hab ich gesagt «Wirklich? Dann will ich nichts mit dir zu tun haben». Aber ja, ich denke, es sind vor allem die positiven Aspekte des Charakters, die die Menschen begeistern.

Stephen Lang als Quaritch in «Avatar»
Stephen Lang als Quaritch in «Avatar» © Twentieth Century Fox Film Corporation

Sam, was ist der Grund dafür, dass Avatar die Zuschauer so emotional mitnimmt?

Sam Worthington: Es ist eine Geschichte über einen Menschen auf einem fremden Planeten. Und er hat etwas gesucht. Er suchte Zugehörigkeit und fand sie in einer anderen Kultur. Und ich glaube, diese Sehnsucht nach Zugehörigkeit betrifft uns alle. Wir suchen alle nach unserem Clan, unserer Gang, unserer Gruppe, die uns daran erinnert, dass wir angenommen sind.

Jake Sully findet bei den Na'vi Zugehörigkeit
Jake Sully findet bei den Na'vi Zugehörigkeit © Twentieth Century Fox Film Corporation

Sigourney, was war deine Reaktion, als du den Film vor 13 Jahren zum ersten Mal gesehen hast?

Sigourney Weaver: Ich glaube, diese physische Erfahrung hat mich damals am meisten fasziniert. Das 3D dieser Welt, das 3D, dass dich schon fast in diese Welt hineingetragen hat. Ich habe mich gefühlt, als wäre ich mit Jake in einem Raum und mit Neytiri im Wald. Die Entscheidungen, die diese Charaktere getroffen haben, waren für mich einfach viel persönlicher, da ich ja eben mit diesen Charakteren praktisch im gleichen Raum war.

Sigourney Weaver in «Avatar»
Sigourney Weaver in «Avatar» © Twentieth Century Fox Film Corporation

Zum Abschluss noch einmal James: Inwiefern hat Avatar das Filmemachen im Allgemeinen verändert oder beeinflusst?

James Cameron: Avatar war nicht der erste Film mit computergenerierten Effekten. Aber ich würde sagen, dass die 3D-Kamera seither öfters genutzt worden und auch allgemein anerkannt ist. Avatar gewann den Oscar für die beste Kamera. Keine digitale Kamera hat zuvor diesen Oscar gewonnen, und in zwei der drei Nachfolgejahren gewann genau dieselbe Kamera diesen Oscar erneut. Heutzutage würden die meisten Leute zwar sagen, dass 3D nur eine Phase gewesen und jetzt vorbei sei, aber ich würde dem widersprechen. 3D ist jetzt einfach akzeptiert. Es ist eine Entscheidung, die man treffen kann, wenn man Filme schaut. Als man Filme zum ersten Mal in Farbe sehen konnte, war es ähnlich. Zuschauer sahen diese Filme wegen der Farbe. Und ich denke, zur Zeit von Avatar war das auch so. Ob der Film weitere kulturelle Auswirkungen hatte, werden wir sehen, wenn Avatar 2 in die Kinos kommt.

Avatar läuft ab dem 23. September erneut in den Schweizer Kinos.

Rouven Jetter [roj]

Rouven ist ein leidenschaftlicher Film-Fan, der es liebt, in fremde Welten einzutauchen. Am besten gefallen ihm die Filme von Christopher Nolan und er ist davon überzeugt, dass, wer nicht mindestens alle drei Jahre die «Star-Wars»-Trilogie schaut, zur dunklen Seite der Macht gehört.

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