Neue Marvel-Serie «Ms. Marvel» - so sind die ersten beiden Folgen

Auch im MCU gibt es Fans der Avengers. Einer davon ist die Heldin der neuen Disney+-Serie «Ms. Marvel». Wir haben die ersten beiden Episoden gesehen und verraten, ob sie sehenswert sind.

«Bring it on!» © Marvel Studios

Worum geht es?

Kamala Khan (Iman Vellani) ist 16 Jahre alt und wächst in Jersey City in einer pakistanischen Einwandererfamilie auf. Als riesiger Fan von Captain Marvel möchte sie mit ihrem besten Freund Bruno Carrelli (Matt Lintz) die allererste Avengercon besuchen und dort mit einem selbstgenähten Kostüm an einem Captain-Marvel-Cosplay-Wettbewerb teilnehmen. Obwohl ihre Eltern Muneeba (Zenobia Shroff) und Yusuf (Mohan Kapur) ihr nicht erlauben, die Convention ohne elterliche Begleitung zu besuchen, schleicht sich Kamala aus dem Haus und nimmt mit Bruno trotzdem an dem Fan-Event teil. Eigentlich hat ihr Bruno glühende Handschuhe gebastelt, doch weil sie diese verliert, komplettiert sie ihr Kostüm kurzerhand mit einem Armband, das ihrer pakistanischen Urgrossmutter gehörte. Als sie auf der Bühne steht, beginnen ihre Hände plötzlich zu leuchten und bald schon bricht Chaos aus. Wieder zuhause, wird sie von ihrer Mutter dabei ertappt, wie sie ins Haus schleichen will.

Zwar hat Kamala nun Ärger mit ihren Eltern, doch sie hat nun auch neues Selbstvertrauen. Denn ihr Auftritt an der Avengercon ist auf YouTube gelandet und in der Schule sprechen alle von ihr. Leider werden auch die Behörden aufmerksam auf sie. Nach der Schule übt sie jeweils mit Bruno, wie sie ihre neuen Kräfte einsetzen kann. Auf einer Party lernt sie dann auch noch den neuen Mitschüler Kamran (Rish Sha) kennen, der nicht nur total cool ist, sondern offenbar auch sie nett findet und mit ihr das Autofahren üben will. Als an einem Gemeindefest ein Junge aus einem Fenster stürzt, kommt Kamalas erster Einsatz als Heldin.

Kamala hat ein Hädchen für schwierige Fälle.
Kamala hat ein Hädchen für schwierige Fälle. © Marvel Studios

Wie wars?

Ms. Marvel startet mit einer beeindruckenden Szene, in der gezeichnete Superhelden im Stop-Motion-Verfahren durchs Bild fliegen. Es handelt sich dabei um ein Fanvideo, das Kamala über Captain Marvel gemacht hat. Damit wird gleich beim Auftakt der Serie betont, wie sehr die Heldin ein Fan der MCU-Superhelden ist - Kamala ist im Grunde genommen wie wir Zuschauenden. Die visuellen Spielereien hören hier aber nicht auf: Immer wieder werden Zeichnungen eingeblendet, sind Comic-Szenen im Hintergrund an Häuserwänden sichtbar, werden Neonschilder für die emotionale Untermalung der Szenen eingesetzt. Überhaupt werden immer wieder freche Einfälle eingestreut und man bedient sich links und rechts in der Popkultur. So gibt es beispielsweise in der zweiten Folge eine echt witzige Szene, in der Kamala zu einem berühmten Lied aus der Filmgeschichte tanzt.

Ms. Marvel bringt neuen Wind ins MCU. Es ist nicht die erste MCU-Serie mit und für Jugendliche - das waren die Hulu-Serien Runaways und Cloak and Dagger -, aber es ist die erste Serie, die voll auf Teen-Comedy setzt und sich auch nicht so bierernst gibt. Und es ist natürlich auch das erste Mal, dass das MCU einen Abstecher in eine muslimische Community macht. Wie die pakistanische Gemeinde dargestellt wird, gehört zu den Stärken der Serie: Kamala, ihre Familie und auch die anderen Nebenfiguren aus ihrem Viertel sind richtig liebenswerte Figuren mit eigenen Vorzügen und Macken, in deren Welt man gerne eintaucht. Auch deshalb ist es eine spannende Idee, dass Kamala ihre Kräfte einem Armband aus Pakistan verdankt, denn so hat ihr Heldentum auch ganz deutlich etwas mit ihrer Herkunft zu tun.

Die zweite Folge endet schliesslich mit einem unerwarteten Cliffhanger, der uns mit Spannung darauf warten lässt, wie es denn nun weitergehen wird.

«Mein … Marvel-Sinn klingelt!»
«Mein … Marvel-Sinn klingelt!» © Marvel Studios

Wusstest du, dass…

… schon mehrere Figuren in den Comics den Titel «Ms. Marvel» trugen? Dazu zählt u. a. Carol Danvers, die heute als Captain Marvel das Universum rettet. Seit 2014 zieht Kamala Khan los, um Bösewichter zu stoppen und Unschuldige zu beschützen. Damit ist sie die erste muslimische Marvel-Heldin, die eine eigene Comic-Reihe erhalten hat.

… Kamala in den Comics andere Kräfte hat? Comic-Kamala ist eine Inhuman und erhielt ihre Kräfte durch den Kontakt mit dem Terrigen Mist, der in der Serie Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. vorkam. In den Comics kann sie ihren Körper nach Wunsch vergrössern und verkleinern, wenn nötig auch nur teilweise. Sie ist sozusagen eine Mischung aus Ant-Man und Mister Fantastic. In der Serie wird dies anders umgesetzt und ist visuell bisher näher an den Effekten von Captain Marvel.

… die Hauptregisseure der Serie, Adil El Arbi und Bilall Fallah, auf dem Regiestuhl bei Bad Boys For Life sassen? Nach dem enormen Erfolg des Filmes konnten sie sich ihr nächstes Projekt aussuchen. Da sie selber zwar in Belgien aufgewachsen sind, aber ursprünglich aus Marokko stammen, wollten sie am liebsten ein Projekt mit einem muslimischen Marvelhelden. Erst da erfuhren sie, dass es Ms. Marvel bereits gab.

… dass Kamala zu den erfolgreichsten neuen Marvel-Figuren der letzten Jahre gehört? Wie MCU-Boss Kevin Feige erklärte, gab es deshalb bald einmal Pläne, Ms. Marvel erst in einer 6-teiligen Serie einzuführen und sie dann in die Kinofilme zu integrieren. Kamalas Kinodebüt wird im Film The Marvels sein, der 2023 veröffentlicht wird.

Ms. Marvel startet am 8. Juni 2022 exklusiv auf Disney+ und wird ab dann im wöchentlichen Rhythmus gezeigt.

Petra Schrackmann [pps]

Petra arbeitet seit 2007 für OutNow und haut auch für Lektorat und Listicles in die Tasten. Als Genrefan verbringt sie ihre Film- und Serienabende lieber mit Zombies, Hobbits oder RVAGs als mit Rom-Coms. Als Leseratte ist sie fasziniert von Comic- und Buchverfilmungen (sogar den schlechten!).

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