«Our Great National Parks»: Das taugt die Netflix-Doku-Serie mit Barack Obama

«The man who can»: Barack Obama ist ausführender Produzent dieser Mini-Serie über die Nationalparks auf der ganzen Welt. Atemberaubende Aufnahmen zeigen uns, dass in der Natur alles zusammenhängt.

© Netflix

Netflix rührt mit dem ehemaligen US-Präsidenten als Gesicht der Mini-Serie Our Great National Parks tüchtig die Werbetrommel. Barack Obama ist nach zwei Amtszeiten mit 55 Jahren in Pension gegangen. Als ausführender Produzent dieser Mini-Serie hat der Frührentner ein Juwel aus dem Hut gezaubert. Die atemberaubenden Naturaufnahmen suchen ihresgleichen und füllen jeden Pixel des Fernsehers aus.

Barack Obama fungiert als eloquenter Sprecher und führt uns in die jeweiligen Episoden ein. Doch die Bildersprache dieser Mini-Serie ist so beeindruckend, dass es seine Worte gar nicht bräuchte. Die Natur erzählt von alleine essentielle Geschichten, die in ihrer Einfachheit immer Punktlandungen hervorbringen.

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Die Mini-Serie hat einen tiefen Rhythmus, aber sie ist stets kurzweilig und zieht unweigerlich in ihren Bann. Die Natur braucht keine Eile, um die Spannung hochzuhalten und sich zu erzählen. Die verschiedenen Tiere und Pflanzen sind haargenau und hochpräzise wie eine Vielzahl von ineinandergreifenden Zahnrädchen aufeinander abgestimmt. Diese Wunder der Schöpfung machen demütig und dankbar.

Was unterscheidet den Menschen von den Tieren? Er ist der Sprache mächtig. Allerdings sind die Nationalparks nötig geworden, da der Mensch mit der Natur zu viel Schindluder getrieben hat. Viele Tiere standen kurz vor der Ausrottung und ihr Bestand konnte sich nur dank der Nationalparks den Umständen entsprechend erholen.

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Die erste Episode erklärt das Prinzip des Nationalparks anhand vieler Beispiele. So stammt ein Viertel aller Medizin weltweit aus dem Regenwald und nicht etwa aus der Pharma-Metropole Basel. In der zweiten Episode zieht sich der rote Faden durch das chilenische Patagonien, während er im darauffolgenden Segment die Anden und den Atlantik durchquert und im Nationalpark Tsavo in Kenia ankommt. Das Monterey Bay National Marine Sancutary in Kalifornien füllt Episode 4 aus. Das Paradebeispiel für den Schutz von Gewässern und Küsten zeigt auch, wie Wiedergutmachung funktionieren kann. Ein Fischereihafen nahe San Francisco, wo Schiffe ausgelaufen sind, um die Meere auszuräumen, ist heute ein Rückzugsort der Erholung und des Schutzes für die Tiere um die Küstenregion.

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Der Nationalpark Gunung Leuser auf Sumatra in Indonesien bildet den Abschluss dieser Mini-Serie. Mit Forscher-Kameras sehen wir das erste Mal Bilder des Sumatra-Tigers in freier Wildbahn. Dort gibt es leider auch viele illegale Palmöl-Plantagen. Stück für Stück holzen lokale Helfer diese wieder ab und lassen sie einfach liegen. Danach arbeitet die Natur selbst und innert kürzester Zeit blüht das Leben dort wieder auf. Nach vier Jahren hat der Regenwalt sein Gebiet wieder zurückerobert. Es sind Geschichten, die -ganz im Sinne Obamas - Hoffnung stiften.

Giancarlo Schwendener [gia]

Giancarlo ist James Bond 15 Jahre lang auf Augenhöhe begegnet. Mit dem Abgang von Daniel Craig ist damit vorerst Schluss. Er liebt die grosse Anzahl an tollen Filmen, aber die Fab Five stehen für ihn eine Stufe höher: Sergio Leone, Marlon Brando, Robert De Niro, Sean Connery und Quentin Tarantino.

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