«Russian Doll - Season 2»: «Matrjoschka» im Zug des Lebens

Die zweite Staffel der mysteriösen Dramedy-Serie «Matrjoschka» bietet noch mehr absurde Unterhaltung als die erste. Mit einer glänzend aufgelegten Chloë Sevigny als Mutter von Nadia, oder wie war das?

Out Now! © Netflix

Worum geht es?

Nachdem Nadia (Natasha Lyonne) in der ersten Staffel der Zeitschlaufe entkommen ist, in der sie wieder und wieder die Party ihres 36. Geburtstags erlebt, aber diese nicht überlebt, trifft es sie in der neuen Staffel nicht viel besser. Ihr 40. Geburtstag steht in ein paar Wochen an, und als sie in die U-Bahn Nummer 6 steigt, wird sie ins New York von 1982 zurückkatapultiert. Doch als wäre das nicht schon seltsam genug, sieht sie beim nächstbesten Spiegel nicht etwa sich selber darin, sondern ihre Mutter (Chloë Sevigny). Und sie ist schwanger. Mit Nadia.

Ihren Leidensgenossen aus Staffel eins, Alan (Charlie Barnett), verschlägt es derweil ins Ost-Berlin von 1962. Er verwandelt sich dort in seine junge Oma, die ihrem deutschen Freund dabei hilft, in einem Tunnel unter der Berliner Mauer nach West-Berlin zu flüchten.

Wir finden:

Russian Doll ist eine Serie, die definitiv keine zweite Staffel gebraucht hätte. Die erste war in sich perfekt abgeschlossen. Doch natürlich ist es toll, wenn Natasha Lyonne zu «Personal Jesus» von Depeche Mode abgefuckt durch die Strassen schlendert und mit ihrer rauchigen Stimme andere Passanten anpflaumt. Und sie bietet sowieso durchs Band eine tolle Performance. Doch die Story ist beschränkt spannend, das Drama hält sich in Grenzen - sowohl bei Nadia, die auf der Suche ist nach ungarischem Gold aus dem Zweiten Weltkrieg, als auch beim zweiten Handlungsstrang ihres Leidensgenossen Alan (Charlie Barnett).

Doch spätestens wenn gegen Ende der Serie «Gotta Get Up» von Harry Nilsson erklingt, fühlt man sich als Fan von Staffel eins selber in einer Zeitschleife. Und weil sich die Serie in den letzten Episoden alle paar Minuten in ihrer Absurdität nochmals überbietet, ist die Geschichte schlussendlich egal.

Christoph Reiser [chr]

Christoph arbeitet seit 2020 als Freelancer für OutNow. Er weiss, dass man Animationsfilme nicht hassen darf, dafür liebt er Sergio-Leone-Western. Der Besuch eines Filmfestivals ist zuoberst auf seiner Bucket-List, naja fast. Und er mag kein Popcorn im Kino, denn er steht auf Chips.

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Netflix