Weit mehr als nur «Die Hard»: Unsere persönlichen Filmhighlights mit Bruce Willis

Wenn man über die besten Bruce-Willis-Filme abstimmt, dann schwingen «Die Hard» und «Pulp Fiction» obenaus. Doch der Mann hat in vielen weiteren tollen Filmen mitgespielt, die hier Erwähnung finden.

«Sin City», «Looper», «Over the Hedge», «Moonrise Kingdom» © Buena Vista, Ascot Elite, DreamWorks, Ascot Elite

16 Blocks

2006 war die Blütezeit der Bruce Willis-Actionfilme eigentlich schon länger vorbei und so war dieses Buddy Movie von Lethal Weapon-Regisseur Richard Donner eine richtige Überraschung. Das Nineties-Feel stimmt und die Echtzeit-Komponente gibt dem Film eine zusätzliche Dosis Tempo und Spannung. Willis als alkoholabhängiger Cop überlässt die Sprüche dem quasseligen Mos Def, was bestens funktioniert. Ein unterbewerteter Spass! [Marco Albini]

Color of Night

Bruce Willis nackt vor der Kamera? Jawohl. Er hätte es zwar nicht nötig gehabt, und man könnte dem Erotikthriller ruhig ankreiden, ein billiger Trittbrettfahrer von Basic Instinct zu sein - aber das hindert Willis nicht daran, den Spagat zwischen unfreiwilligem Humor, Thriller und einem Schuss Erotik zu schaffen. Der im Vorfeld heiss diskutierte Film floppte an den Kinokossen, ist aber mittlerweile zum Fanliebling avanciert. [Christian Wolf]

Hudson Hawk

Die Geschichte eines Gauners, der auf dem Weg zum bürgerlichen Weg wieder zum Dieb wird, kam zwar in den Kinos überhaupt nicht an, hat sich aber über die Jahre ein Stammpublikum erarbeitet. Willis im Duett mit Danny Aiello («Swinging on a Star«) ist herrlich und das Rumgeblödle am Rand des Erträglichen. Aber die Leichtigkeit dieses Films bleibt auch heute noch erfrischend und immer wieder anschaubar. Ein schlechter Film? Ja, aber eben ein «guter» schlechter Film. [Dani «muri» Maurer]

The Jackal

Bruce Willis findet sich im Remake des Thriller-Klassikers The Day of the Jackal für einmal in der ungewohnten Rolle des Antagonisten. Und obwohl Richard Gere und Sidney Poitier die Rolle der Protagonisten innehaben, stiehlt Bruce Willis allen die Show. Die Rolle des äusserst coolen Profikillers (u.a. in Szenen mit einem verpeilten Jack Black, die Gold wert sind) spielt Willis so genial, das man sich fast wünschen würde, ihn vermehrt in einer fiesen Antagonisten-Rolle gesehen zu haben. [Christoph Reiser]

The Kid

In der Rolle des unausstehlichen Image-Beraters Russ Duritz konnte Bruce Willis wieder einmal sein komödiantisches Talent ausleben, als dieser nämlich an seinem 40. Geburtstag dem kleinen Rusty begegnet - seinem 8-jährigen Ich. Dank der tollen Dynamik zwischen einem gerade anfangs besonders fies aufspielenden Willis und Kinderstar Spencer Breslin verarbeitet The Kid das Thema Midlife-Crisis auf charmant-zauberhafte Weise. [Petra Schrackmann]

Last Man Standing

Bruce Willis war schon immer cool, doch so cool wie in Walter Hills blut- und bleihaltigen Neo-Western war er wohl nie wieder. Das Yôjinbô-Remake zeigt ihn als Revolverheld, der zwei Gangs gegeneinander ausspielt. Mit einem genialen Score von Ausnahmegitarrist Ry Cooder und einem tollen Cast (Bruce Dern und Christopher Walken sind mit von der Partie) ist Last Man Standing einfach nur cool. Wie Bruce halt. [Marco Albini]

Look Who's Talking

Hierzulande wird man den kleinen Mikey wohl eher mit Samstagabend-Moderator Thomas Gottschalk verbinden. Im Original gab jedoch Bruce Willis die Stimme des Babys, dessen frech kommentierten Erlebnissen wir von der Befruchtung der Eizelle bis zu den beiden Sequels folgen durften. Kirstie Alley und John Travolta waren vielleicht die Hauptfiguren, Bruce als Klein Mikey war aber definitiv der Star dieses Family-Comedy-Klassikers. [Petra Schrackmann]

Looper

In Rian Johnsons cleverem Zeitreisefilm reist Willis wie der Terminator durch die Zeit, um ein Kind umzubringen. Doch Willis spielt in Looper keine Maschine, sondern einen gebrochenen Mann, der alles verloren hat und gewillt ist, vieles zu tun, um seinen inneren Schmerz zu stillen. Eine tragische Figur, die auch wortwörtlich sich selbst stellen muss, bei der man auch wegen Willis' feiner Leistung nicht weiss, ob man ihr nun die Daumen drücken soll oder nicht. [Chris Schelb]

Lucky Number Slevin

Umso weniger man vor dem Schauen über die Handlung des Thrillers von Paul McGuigan weiss, desto besser. Über Willis lässt sich in diesem Film sagen, dass er einen äusserst effektiven und wortkargen Auftragskiller gibt. Es ist eine eher zurückhaltende Performance des Schauspielers, doch macht dies Sinn und führt über die Spielzeit zu immer wieder neuen Twists. Eine Schande, dass der Film bei uns nie in die Kinos kam. Ein echter Geheimtipp. [Chris Schelb]

Moonrise Kingdom

Bruce Willis ist hier erneut als Polizist zu sehen. Doch weiter könnte sein Captain Sharp nicht von John McClane entfernt sein. Sein verschupfter Gesetzeshüter scheint mit seinem leicht gebückten Gang und seinem Phlegma immer etwas überfordert sein, wobei Willis den traurigen Zeitgenossen mit einer seiner letzten grossen Performances bestens ausarbeitet und so perfekt in das Wes-Anderson-Cinematic-Universe hineinpasst. Wie Willis und sein junger Co-Star Jared Gilman sich in einer Szene gegen Ende des Filmes über die Liebe unterhalten, ist urkomisch wie auch herzerwärmend. [Chris Schelb]

Over the Hedge

Die Natur schlägt zurück in Dreamworks' tierischem Animationsabenteuer, in dem Bruce Willis dem cleveren Waschbären RJ seine Stimme leiht. Willis' Einsatz als Gauner mit Fell begeistert schon alleine wegen seiner coolen Art, wie er den Wahnsinn des Menschenalltags frech zu kommentieren weiss. Am Ende des animierten Heist Movie wird freilich doch klar, dass Freundschaft mindestens so cool ist wie ein voller Magen. [Petra Schrackmann]

RED

In der Comic-Verfilmung nimmt Bruce Willis seine Vergangenheit als Action-Held und sein voranschreitendes Alter auf die Schippe. Als Agent im Ruhestand macht er eine Ehrenrunde mit einer beeindruckenden Coolness. Willis spielt in wortkarger Clint Eastwood-Manier, aber stets mit einem Schmunzeln auf den Lippen. Besonders das Zusammenspiel mit John Malkovich bietet Lacher in Serie: «Old man, my ass!». [Giancarlo Schwendener]

Sin City

Basierend auf Frank Millers Graphic Novel, hatte Bruce Willis hier die Rolle eines alternden, aber grundehrlichen Polizisten inne. Die zwei Kapitel, in denen die Figur auftaucht und an der Seite von Nick Stahl und Jessica Alba agiert, zeigen Willis wieder einmal in seinem Element als rauher, vom Leben gezeichneter und kaputter Cop. Eine Rolle, die es in seinem filmischen Lebenslauf oft zu finden gibt und die er über die Jahre perfektioniert hat. [Dani «muri» Maurer]

Chris Schelb [crs]

Chris arbeitet seit 2008 für OutNow und leitet die Redaktion seit 2011. Seit er als Kind in einen Kessel voller Videokassetten gefallen ist, schaut er sich mit viel Begeisterung alles Mögliche an, wobei es ihm die Filmfestivals in Cannes und Toronto besonders angetan haben.

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