Keine blöden Sprüche mehr! Nicolas Cage hat alle seine Schulden abbezahlt

In einem Interview mit GQ hat der Oscarpreisträger verkündet, dass er der US-amerikanischen Steuerbehörde und weiteren Parteien kein Geld mehr schuldet - und er nun wohl weniger Filme drehen wird.

Nicolas Cage (rechts) mit Pedro Pascal in «The Unbearable Weight of Massive Talent» © Ascot Elite

Nicolas Cage, Action-Held der Neunziger (The Rock, Face/Off, Con Air), hat Anfang des neuen Jahrtausends grosse Summen unter anderem für das Schloss Neidstein in der bayerischen Oberpfalz und für Dinosaurier-Schädel ausgegeben. Nach dem Platzen der Immobilienblase im Jahre 2008 musste er sich dann aber plötzlich mit Schulden im Millionenbereich auseinandersetzen. 14 Millionen Dollar soll er dabei alleine der US-amerikanischen Steuerbehörde IRS geschuldet haben.

Das Problem war, dass Cage zu diesem Zeitpunkt nicht mehr ein gefragter Schauspieler für Hollywood-Grossproduktionen war. Filme wie The Sorcerer's Apprentice und Drive Angry floppten, und so war auch Disney nicht mehr interessiert, «National Treasure 3» zu finanzieren. So blieben dann auch die grossen Zahltage aus.

Um an Geld zu kommen, sah sich Cage gezwungen, viele Rollen in kleinen Produktionen anzunehmen. Konnten diese Filme Kritikerinnen und Kritiker nicht zufriedenstellen, hörte und las man ganz oft: «Cage müsse schon sehr verzweifelt sein und immer noch grosse Geldprobleme haben, um in einem solchem Mist mitzuspielen.» In einem äusserst lesenswerten Portrait von GQ Magazine erfahren wir von Cage selbst von dieser schweren Zeit, in welcher er sich auch mit dem Tod seines geliebten Vaters auseinandersetzen musste.

Nicolas Cage in «The Sorcerer's Apprentice»
Nicolas Cage in «The Sorcerer's Apprentice» © Disney Enterprises, Inc.

Schwere Zeiten und ein steiniger Weg

«Es kam einfach alles auf einmal. Ich habe all diese Gläubiger und das Finanzamt, und ich gebe jeden Monat 20'000 Dollar aus, um meine Mutter vor einer psychiatrischen Anstalt zu bewahren.» Cages Mutter, die Tänzerin und Choreografin Joy Vogelsang, war bereits während eines Grossteils seiner Jugend wegen Schizophrenie und Depression in einer Anstalt untergebracht.

Cage wollte jedoch nicht einfach Konkurs anmelden. Er wollte sich selbst aus dem Schlamassel ziehen und drehte deshalb Film um Film. Mit einem Vorurteil räumt er nun jedoch noch auf: «Selbst als ich vier Filme pro Jahr drehte, musste ich in diesen Projekten immer etwas finden, was mich anspornte. Einige von ihnen wurden grossartig, wie Mandy, aber einige von ihnen haben einfach nicht funktioniert. Aber ich habe kein Projekt auf die leichte Schulter genommen. Mir wurde nachgesagt, dass ich die Rollen einfach annehme und mir die Filme egal seien. Die Filme waren mir aber nie egal.»

Nicolas Cage in «Mandy»
Nicolas Cage in «Mandy» © Studio / Produzent

Happy End

Zu einem Happy-End hat Cage nun im letzten Jahr gefunden. Ausgerechnet mit der Gage zur Meta-Action-Komödie The Unbearable Weight of Massive Talent, in dem Cage sich selbst spielt, konnte er die letzten Schulden begleichen.

Da Cage jetzt schuldenfrei ist, wird er nun etwa weniger Filme drehen? Es scheint so. «Ich werde mich einfach darauf konzentrieren, so wählerisch wie möglich zu sein. Ich möchte jetzt jeden Film so angehen, als ob es mein letzter wäre.» Erwartet also in nächster Zeit mehrheitlich Cage-Filme wie Mandy oder Pig und weniger Sachen wie Willy's Wonderland oder Primal.

Momentan arbeitet Cage für Universal an der Horror-Komödie Renfield. Darin spielt Nicholas Hoult den titelgebenden Dracula-Gehilfen. Cages Rolle: Dracula! Schweizer Kinostart ist am 6. April 2023.

Zuerst werden wir Cage aber natürlich in The Unbearable Weight of Massive Talent zu sehen bekommen. Der Film, der am SXSW-Festival seine Weltpremiere feierte und momentan mit einem exzellenten RottenTomatoes-Score von 100% dasteht, wird am 21. April 2021 in die Deutschschweizer Kinos kommen.

Der Trailer zu «The Unbearable Weight of Massive Talent»

© Ascot Elite

Chris Schelb [crs]

Chris arbeitet seit 2008 für OutNow und leitet die Redaktion seit 2011. Seit er als Kind in einen Kessel voller Videokassetten gefallen ist, schaut er sich mit viel Begeisterung alles Mögliche an, wobei es ihm die Filmfestivals in Cannes und Toronto besonders angetan haben.

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GQ Magazine
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