«Three Thousand Years of Longing»: Unser meisterwarteter Film von 2022, von dem die Wenigsten schon mal was gehört haben

In etwas mehr als zwei Monaten startet der neuste Film von George Miller («Mad Max: Fury Road») in den Schweizer Kinos. Wir stellen euch den Film mit Tilda Swinton und Idris Elba vor.

George Miller (rechts) mit Charlize Theron am Set von «Mad Max: Fury Road» © 2015 Warner Bros. Ent. All Rights Reserved.

Es gibt Filme, die werfen schon Jahre vor dem Kinostart ihre Schatten voraus. Viele Superhelden-Filme, jedes neue Star-Wars-Abenteuer und natürlich auch die Avatar-Sequels rühren schon relativ früh die Werbetrommel, um auf sich aufmerksam zu machen. Dann gibt es jedoch auch immer die etwas kleineren Filme. Auch weil Marketing schnell viel kostet, halten sich diese Projekte lange bedeckt und veröffentlichen auch aus Geheimniskrämerei im Vorfeld nur sehr wenig. Einer dieser Filme ist Three Thousand Years of Longing.

Eine Wundertüte namens George Miller

Es handelt sich hierbei um den neuen Film von George Miller. Dessen letztes Werk, Mad Max: Fury Road, ist ein Actionmeisterwerk, das Millionen entzückte und mit sechs Oscars ausgezeichnet wurde. Es war schnell klar, dass Miller in naher Zukunft wieder in das Mad-Max-Universum zurückkehren wird. Das Prequel Furiosa, in dem Anya Taylor-Joy die junge Titelheldin spielt, die in Fury Road von Charlize Theron verkörpert wurde, soll am 23. Mai 2024 und damit neun Jahre nach dem letzten Mad-Max-Film in die Schweizer Kinos kommen.

Zwischen diesen apokalyptischen Actionfeuerwerken wollte Miller aber etwas Kleineres und Ruhigeres umsetzen. Miller ist in dieser Hinsicht schon etwas eine Wundertüte. Zwar ist er der Erschaffer des brutalen Mad-Max-Universums, doch steht er auch hinter den Familienfilmreihen Ein Schweinchen namens Babe und Happy Feet. Bei Three Thousand Years of Longing soll es sich nun um einen romantisch angehauchten Fantasyfilm handeln.

Für «Happy Feet» erhielt Miller einen Oscar.
Für «Happy Feet» erhielt Miller einen Oscar. © Studio / Produzent

Worum geht es überhaupt?

Über die Handlung ist bisher nur sehr wenig bekannt. Laut mehreren Portalen soll sich der Film aber um eine zufriedene Akademikerin (Tilda Swinton) drehen, die Bekanntschaft mit einem Geist (Idris Elba) macht. Dieser bietet ihr drei Wünsche an. Im Gegenzug soll der Geist dann seine Freiheit erhalten. Ihr Gespräch in einem Hotelzimmer in Istanbul führt dann aber zu Konsequenzen, die niemand erwartet hat.

Das sagt der Chef

In einem Interview mit Deadline im Jahr 2019 beschrieb Regisseur und Drehbuchautor Miller den Film folgendermassen: «Er ist im Grunde genommen ein Zwei-Personen-Film, auch wenn er viel komplexer ist. Tilda und Idris sind die beiden Figuren, die im Mittelpunkt stehen. Um ehrlich zu sein, kann ich mich nicht einmal entscheiden, welchem Genre er angehört. Und das ist auch gut so. Ich bin der Meinung, dass man heutzutage nur dann eine Chance hat, von den Leuten wahrgenommen zu werden, wenn der Film einzigartig und vertraut ist, ohne dabei zu extravagant zu sein. Das Publikum sucht nach etwas, das frisch und untypisch erscheint.»

Miller weiter: «Es ist aber definitiv kein weiterer Fury Road. Es ist ein Film, der sehr stark visuell ist, aber fast das Gegenteil von Fury Road. Er besteht fast ausschliesslich aus Innenaufnahmen und enthält eine Menge Gespräche. Es gibt zwar Actionszenen, aber die sind eher nebenbei. Man könnte sagen, es ist der Anti-Mad-Max».

Mögliche Vergleichsfilme und baldige Premiere

60 Millionen Dollar soll Three Thousand Years of Longing gekostet haben, weshalb man annehmen kann, dass der Film auch einige visuell aufregende Szenen beinhalten wird. Wenn wir die von Newsseiten verbreitete Genrebezeichnung «romantisches Fantasy-Drama» hören, dann fallen uns Filme ein wie The Fountain von Darren Aronofsky und The Shape of Water von Guillermo del Toro. Obwohl wir noch kein einziges Bild gesehen haben, sind wir äusserst gespannt, was Miller da erschaffen hat. Es dürfte nun jedoch nicht mehr lange dauern, bis wir erstes Filmmaterial zu sehen bekommen. Denn wie Variety meldet, wird Three Thousand Years of Longing am kommenden Cannes-Filmfestival (17. bis 28. Mai) seine Weltpremiere feiern.

«The Fountain»
«The Fountain» © Studio / Produzent

Wir drücken Miller schon heute beide Daumen. Denn ambitionierte Filme mit einem vergleichsweise hohen Budget werden leider heutzutage immer seltener. Hoffen wir, dass Millers Neuster voll einschlägt und viele Produzenten nach Jahren voller Zurückhaltung, in denen hauptsächlich auf etablierte Stoffe (wie zum Beispiel Comicbücher) gesetzt wurde, wieder zu etwas mehr Mut finden.

Three Thousand Years of Longing soll am 26. Mai 2022 in die Deutschschweizer Kinos kommen.

Chris Schelb [crs]

Chris arbeitet seit 2008 für OutNow und leitet die Redaktion seit 2011. Seit er als Kind in einen Kessel voller Videokassetten gefallen ist, schaut er sich mit viel Begeisterung alles Mögliche an, wobei es ihm die Filmfestivals in Cannes und Toronto besonders angetan haben.

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