Marco gräbt aus - Von Dämonen, Minions und Hirnschäden

Es ist wieder Ausgrabungszeit! Marco findet dieses Mal ein paar unheimliche Kreaturen ganz tief unter der Erde. Welche davon auf keinen Fall wieder zugeschüttet werden müssen, erfährt ihr im Artikel.

«The Djinn» © Koch Media

The Djinn

Produktion: USA 2021 (82 min)
Genre: Geistergrusel
Regie: David Charbonier und Justin Powell

Plot: Ein stummer Bub wird von einem unheimlichen Wunschgeist terrorisiert, mit dem er einen unvorteilhaften Deal eingegangen ist.

Marco's Take: Es hört nicht auf mit der Nostalgie für die Achtzigerjahre. Das ist ja alles gut und recht, hat aber mit der dünnen Story dieses unspektakulären Gruslers eigentlich nichts zu tun und wirkt so ziemlich aufgezwungen. Ein stummer Junge als Protagonist, der seine Stimme wieder haben möchte, wäre eine spannende Ausgangslage, doch auch daraus wird wenig gemacht. Zwischendurch wird es wenigstens ein klein bisschen unheimlich, doch schlaflose Nächte dürfte dieser Wunschdämon wohl kaum jemandem bereiten.

Ausgraben oder vergraben?: Vergraben!
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The Gate

Produktion: Kanada/USA 1987 (85 min)
Genre: Horror/Coming of Age
Regie: Tibor Takács

Plot: Zwei Schulfreunde finden einen seltsamen Gegenstand im Garten und öffnen damit ein Tor zu einem dunkeln Reich.

Marco's Take: Dieser Kultklassiker hat alles, was das Herz eines Achtziger-Kindes höher schlagen lässt und findet den wohligen Poltergeist-Mix aus kindgerechtem Abenteuer und gruseligem Horror. Der Einsatz der selben Perspektiventricks, den auch Peter Jackson für seine Lord of the Rings-Trilogie nutzte, werden hier bei den Schergen des Dämonen auf kreative Weise eingesetzt.

Allgemein sind die vielen praktischen Effekte gut gealtert und zeigen einen Ideenreichtum, wie er oft nur dank knappem Budget möglich ist. Die Chemie zwischen den Kids stimmt und der junge Stephen Dorff in der Haputrolle scheint sich direkt aus einem Amblin-Film verlaufen zu haben. Der Gebrauch homophober Begriffe trübt den Spass kurzzeitig, ist jedoch leider auch ein Zeitdokument. In Deutschland gab's eine FSK-16-Freigabe, doch dieser PG-13 Film dürfte trotz einiger verstörender Bilder durchaus auch ein jüngeres, mutiges Publikum ansprechen.

Ausgraben oder vergraben?: Ausgraben!
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Brain Damage

Produktion: USA 1988 (86 min)
Genre: Horror/Komödie
Regie: Frank Henenlotter

Plot: Ein wurmartiger Parasit nistet sich in Brians Hirn ein und versorgt ihn mit einem Halluzinogen, von dem er rasch abhängig wird

Marco's Take: Es ist unmöglich, bei diesem schrägen Film nicht an Venom zu denken. Nicht nur teilt er gewisse Ansätze der Story, auch ist Parasit Elmer ähnlich witzig/doof wie der Symbiont. Brain Damage als «charmant» zu bezeichnen ist wegen des doch hohen Gore-Faktors und einer besonders wüsten Szene vielleicht etwas unangebracht, doch diese absolute Gaga-Mischung aus Humor, Mindfuck (literally) und Gross-Out hat das gewisse «Etwas».

Möchte man weit ausholen, kann man hier durchaus auch die Behandlung von Themen wie Drogenabhängigkeit, Depression und Selbstzweifel sehen, doch so ernst nimmt sich der Film dann glücklicherweise doch nicht. Sicher kein Schmankerl für jedes Gemüt, doch für Fans von kuriosem Genrekino garantiert ein Muss!

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Marco Albini [ma]

2003 verfasste Marco seine erste Kritik auf OutNow und ist heute vor allem als Co-Moderator des OutCast tätig. Der leidenschaftliche «Star Wars»-Fan aus Basel gräbt gerne obskure Genrefilme aus, aber Komödien sind ihm ein Gräuel.

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