«All of us are Dead»: Breakfast Club in Zombieland

Neues aus Südkorea: An einer Highschool misslingt einem Wissenschaftslehrer ein Experiment. Dadurch wird zuerst sein Sohn, dann eine Labormaus und bald die halbe Schule zu gefrässigen Zombies.

© Netflix

Worum geht es?

Wissenschaftslehrer Lee Byeong-chan (Kim Byung-chul) misslingt ein Experiment. Als eine mit einem Virus infizierte Labormaus eine Schülerin beisst, wird sie in ein Krankenhaus gebracht. Doch in der Zwischenzeit hat die Schülerin schon andere Menschen infiziert, und so nimmt die Zombie-Invasion ihren Lauf. Immer mehr Schülerinnen und Schüler werden infiziert, und bald verbleiben nur noch wenige Nicht-Infizierte in der Schule.

Neben den Zombies, die sehr rasant unterwegs sind, treiben auch Halb-Zombies ihr Unwesen. Diese tragen das Virus zwar in sich, zeigen aber keine Symptome. Ihre Körpertemperatur sinkt auch nicht wie bei den Zombies und sprechen können sie auch. Nur den Heisshunger, den tragen auch die Halb-Zombies in sich. Daneben gibt es noch einige sich anbahnende Romanzen. Ein Kindheitsfreund ist in On-Jo (Park Ji-hoo) verliebt, doch diese ist in Su-hyeok verliebt und dieser wiederum steht eher auf Klassensprecherin Nam-ra (Cho Yi-hyun).

Wir finden:

Im Prinzip bietet All of Us Are Dead genau das, was man von einer Zombieserie erwartet: gefrässige Zombies, die nebenbei auch noch grossartig inszeniert sind. Die dauernden Verrenkungen ihrer Knochen und die entsprechenden Geräusche, das ist wirklich toll. Eine kluge Idee ist es auch, sogenannte Halb-Zombies einzusetzen, die für zusätzliche Spannung sorgen.

Die Serie bietet auch einige interessante (vor allem weibliche) Charaktere, bei denen vor allem Klassensprecherin Nam-ra heraussticht und von denen man gerne ein wenig Hintergrundgeschichte hätte. Denn selbst wenn man die diversen Logiklücken beiseite schiebt, was man machen kann, ja sogar wenn man die diversen komödiantischen Elemente ignoriert, die total fehl am Platz wirken, dann bleibt immer noch das Hauptproblem der Serie: Wofür The Walking Dead mehrere Staffeln benötigt hat, gelingt All of Us Are Dead schon in den ersten zwei Episoden.

Denn es tauchen zu viele Charaktere in der Serie auf. Eine Bindung zu einem von ihnen aufzubauen fällt schwer. Dieser hektische Wechsel zwischen den Charakteren und den Standorten verunmöglicht das im Prinzip. Das mag für einen zweistündigen Zombie-Film reichen, doch in einer Serie mit zwölf Episoden und total zehn Stunden Laufzeit werden die Charaktere irgendwann belanglos und die ganze Serie verkommt zu einem Sinnbild von Eintönigkeit.

Aufgrund des grossen Erfolges ist eine zweite Staffel sehr wahrscheinlich.

Christoph Reiser [chr]

Christoph arbeitet seit 2020 als Freelancer für OutNow. Er weiss, dass man Animationsfilme nicht hassen darf, dafür liebt er Sergio-Leone-Western. Der Besuch eines Filmfestivals ist zuoberst auf seiner Bucket-List, naja fast. Und er mag kein Popcorn im Kino, denn er steht auf Chips.

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