«I Am Georgina»: Die Netflix-Serie über die Frau von Cristiano Ronaldo

Georgina Rodriguez ist die Frau von Fussballer Cristiano Ronaldo. Wie sie aus dieser Tatasche ein Geschäft gemacht hat, zeigt diese Netflix-Reality-Show. Ob sich die Binge-Zeit lohnt?

© Netflix

Georgina Rodriguez ist die inhaltliche Direktorin dieser Reality-Serie; Netflix hat eigens eine Bezeichnung dafür entwickelt. Damit trägt sie jedoch dick auf, denn Inhalt ist nicht wirklich viel vorhanden, Geld jedoch in dekadentem Ausmass.

Die Frau hat aber Talent, sie scheint von einer Teflon-Schicht umgeben. Eine Szene auf der Jacht von Ronaldo im Hafen von Monaco bringt es auf den Punkt: Sie plaudert mit ihren Freunden über einen Auftritt, bei dem am Rande eine Besoffene mit einem grossen Bier in der Hand gewesen sei, die sie angeschnauzt habe: «Was führst du dich so auf? Früher hast du Kleider verkauft!» Sie erzählt ihren Freunden, was sie der werten Dame geantwortet hat: «Ja, und heute kaufe ich sie!» Eine gewisse Schlagfertigkeit ist ihr nicht abzusprechen, aber gleichzeitig sprüht sie nicht von Bescheidenheit.

Nun, das muss sie ja auch nicht. Immerhin bringt ihr Alltag etwas Erstaunliches zutage: Wir wissen, dass der Fussball eine Drehscheibe von ganz viel Geld ist, aber das in einer Reality-Show im Alltag zu sehen, gibt uns eine konkrete Vorstellung davon. Erstaunlich ist es nicht, denn eben hat ein Spieler für 75 Millionen Euro von Fiorentina zu Juventus gewechselt und sein Berater hat ganz nebenbei 15 Millionen Euro Kommission eingestrichen.

Aber zurück zu Georgina: Wenn sie in den tollsten Boutiquen Kleider anprobiert, ist das schön anzusehen. Was aber bewegt den Menschen Georgina? Sie betont immer wieder, dass sie aus bescheidenen Verhältnissen stamme und Cristiano Ronaldo der beste Fussballspieler der Welt sei - einfach für die, die es nicht glauben. Georgina zeigt aber, dass sie auch Selbstironie kann, denn als inhaltliche Direktorin hat sie eine Szene freigegeben, in der sie mit ihrer Freundin in einem Luxusboot vor Monaco rumfährt und fragt: «Ich fahre zu Andrea und Pierre Casiraghi. Wer von den beiden ist jetzt Prinz?» Die Antwort: «Gio, es sind Brüder.» Ach, und ganz wichtig: Kostenbewusst ist die Frau obendrauf auch noch! Während einer Massage in Cannes lässt sie sich eine mehrere Euro teure Gurke aufs Auge drücken. Da sie so teuer war, hat Gio sie danach gegessen.

Wer von der Mini-Serie authentischen Dokumentar-Charakter erwartet, sollte die Finger davon lassen. Wer aber Bock auf eine herausgeputzte Reality-Aschenputtel-Spielerfrau-Influencerin mit ganz viel Kohle hat, ist hier genau am richtigen Platz.

Giancarlo Schwendener [gia]

Giancarlo ist James Bond 15 Jahre lang auf Augenhöhe begegnet. Mit dem Abgang von Daniel Craig ist damit vorerst Schluss. Er liebt die grosse Anzahl an tollen Filmen, aber die Fab Five stehen für ihn eine Stufe höher: Sergio Leone, Marlon Brando, Robert De Niro, Sean Connery und Quentin Tarantino.

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Netflix