Bei «Dexter: New Blood» fällt der Podcast nicht weit vom Stamm

Dexter Morgan ist zurück! Seit mittlerweile zehn Jahren wohnt er in einer kleinen verschneiten Kleinstadt und nicht mehr im sonnigen Miami. Und er hat aufgehört zu morden. Bis jetzt zumindest.

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Worum geht es?

Seit seinem vorgetäuschten Tod vor zehn Jahren lebt Dexter (Michael C. Hall) als Jim Lindsay in der fiktiven Kleinstadt Iron Lake, New York. Dexter hat nun eine Menge Routine in seinen Alltag eingebaut. Er rennt zu Iggy Pops «The Passenger» durch den Wald und beobachtet jeden Tag einen weissen Hirsch. Doch obwohl er mit einem Gewehr bewaffnet ist, bringt er es nicht über sein Herz, das Tier zu töten. Er hat zudem einen festen Job und arbeitet in einem Laden für Angler- und Jagdzubehör. Auch eine Freundin ist in seinem Leben, die örtliche Polizeichefin Angela Bishop (Julia Jones).

Als eines Tages Matt Caldwell, der verwöhnte Sohn von Kurt Caldwell (Clancy Brown) im Shop auftaucht um Waffen zu kaufen, scheint sich etwas zusammenzubrauen. Dexter hat vor allem zu Hause immer wieder Gesellschaft von seiner Schwester Debra (Jennifer Carpenter) - als Geist, der Dexter immer ins Gewissen redet. Denn in der letzten Staffel der Originalserie ist Debra ja verstorben.
Als Matt Caldwell eines Tages im Wald den weissen Hirschen direkt vor Dexters Augen erschiesst, kehrt Dexter zu alten Gewohnheiten zurück. Als dann unerwartet auch noch Dexters leiblicher Teenager-Sohn Harrison (Jack Alcott) im Städtchen auftaucht, nehmen die Dinge ihren Lauf.

Polizeichefin Angela und ihr Mitarbeiter Logan (Alano Miller) nehmen die Ermittlungen zum Verschwinden von Matt Caldwell auf und erhalten dabei ungewollte Unterstützung von Molly Park (Jamie Chung), die einen TrueCrime-Podcast betreibt.

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Wir finden:

Schön, Michael C. Hall wieder in seiner Paraderolle als Serienkiller Dexter Morgan zu sehen, zweifellos! Doch die Serie hat neben ein paar guten Punkten auch einige Probleme. Der Ort des Geschehens ist nun also nicht mehr das sonnige Miami, sondern ein verschneites Kleinstädtchen. Gewöhnungsbedürftig, aber das passt schlussendlich. Das Hauptproblem ist die Charakterentwicklung von Dexter. Jahrelang wurde uns in der Originalserie gezeigt, dass Dexter nicht von seiner Sucht zu töten loskommt. Doch nun will uns Dexter: New Blood weismachen, dass er seiner Sucht seit zehn Jahren nicht mehr nachgegeben hat und das nur dadurch, dass er viele Routinen in seinen Alltag eingebaut hat? Und nicht genug dieser schwer nachvollziehbaren Logik, gibt Dexter dann kurzerhand seine zehn Jahre Enthaltsamkeit auf, nur weil ein Mann einen Hirschen erschiesst.

Was leider auch nicht funktioniert, ist der Humor in der Serie. Was im Original noch gut geklappt hat, zündet nicht mehr. Weder mittels Geist von Debra und schon gar nicht mit der TrueCrime-Podcasterin, die einfach nicht in die Serie passt und in zwei, drei Episoden nur störend wirkt.

Toll sind hingegen die von Julia Jones gespielte Polizeichefin sowie ihre Serien-Tochter Audrey (Johnny Sequoyah). Und zum Glück funktionieren die inneren Monologe von Dexter noch genauso wie im Original. Gegen Ende der Staffel zieht die Serie dann an und erinnert vereinzelt an die Geschehnisse in Miami. Eine Serie die man als Dexter-Fan schauen kann. Genauso gut kann man sich aber auch Staffel eins von Dexter wieder einmal anschauen.

Christoph Reiser [chr]

Christoph arbeitet seit 2020 als Freelancer für OutNow. Er weiss, dass man Animationsfilme nicht hassen darf, dafür liebt er Sergio-Leone-Western. Der Besuch eines Filmfestivals ist zuoberst auf seiner Bucket-List, naja fast. Und er mag kein Popcorn im Kino, denn er steht auf Chips.

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