«Euphoria» - Season 2: So ist Folge 1

Diese wilde Jugend wieder. In der ersten Folge der zweiten Staffel zur HBO-Hitserie mit «Dune» und «Spider-Man: No Way Home»-Star Zendaya wird mächtig gefeiert - leider aber nicht genug gefühlt.

© Sky

Um die durch die Pandemie unfreiwillig verlängerte Wartezeit auf die zweite Staffel von Euphoria zu verkürzen, wurden zwei einstündige Specials produziert, die sich ganz auf die Figuren Rue (Zendaya) und Jules (Hunter Schafer) fokussierten, und wie diese in intimen Gesprächen die Ereignisse aus der ersten Staffel und besonders ihre Beziehung zueinander verarbeiteten. Es waren schmerzhafte, aber emotional umso intensivere Folgen, nach denen man jetzt unbedingt wissen möchte, wie es mit den beiden weitergehen wird. Die erste Folge der zweiten Staffel gibt dabei aber nur am Rande eine Antwort.

Denn Euphoria dreht sich eben nicht nur um Rue und Jules, sondern auch um ein Dutzend anderer Charaktere, die das Minenfeld zwischen Teenie-Dasein und Erwachsenwerden navigieren müssen. So erhalten die Fan-Lieblinge Fezco (Angus Cloud) und Ashtray (Javon 'Wanna' Walton) gleich zu Beginn der Episode sowas wie eine Origin-Story spendiert, die einem gleich wieder in Erinnerung ruft, dass sich Euphoria nicht nur durch Gefühle und eine wilde Inszenierung auszeichnet, sondern sich mit dem unverblümten Zeigen von Sex und Gewalt von der Konkurrenz abzuheben weiss. Hier schiesst Showrunner Sam Levinson jedoch über das Ziel hinaus. Der Werdegang von Fezco und Ashtray ist comichaft übertrieben und kaum ernst zu nehmen.

Der Grossteil der Episode spielt dann aber an einer Silvesterparty, auf der sich die unterschiedlichen Charaktere versammeln/besaufen und miteinander reden/vögeln. Es passiert viel auf dieser Sause, doch erinnert das Treiben eher an American Pie als etwas anderes. So muss sich zum Beispiel eine Figur nach einem unfreiwillig abgebrochenen Liebesspiel in einer Badewanne verstecken, während mehrere Personen das WC aufsuchen und ein Handtuch dabei auch mal zweckentfremdet und in die Badewanne geworfen wird.

Ja, auch die erste Staffel von Euphoria hatte ein paar solche Momente, aber speziell nach den beiden so gefühlvollen Spezialepisoden fährt dieser mit Peinlichkeiten gefüllter Staffelstart schräg ein. Man wird das Gefühl nicht los, als würde Levinson dem Publikum sagen wollen, dass Euphoria eben auch viel «geilen Scheiss» beinhaltet, und nicht nur «Gefühlsduselei», die auf ein paar intensive Blicke zwischen Rue und Jules beschränkt bleibt. Bleibt zu hoffen, dass diese Gefühlsduselei dann spätestens zur zweiten Episode zurückkommt. Auf diese ist man aufgrund einer üblen Abreibung am Ende dieser Folge dann eben schon gespannt.

Die erste Folge der zweiten Staffel von Euphoria gibt es auf Englisch ohne Untertitel im Entertainment-Pass von Sky Show, der pro Monat CHF 14.90 kostet. Die Episode gibt es aber auch während den kommenden 13 Tagen gratis zum Streamen in der Mediathek des Westschweizer Senders «RTS un». Als Sprachfassungen stehen Englisch und Französisch zur Verfügung.

Zur Episode in der RTS-Mediathek.

Chris Schelb [crs]

Christoph arbeitet seit 2008 für OutNow und leitet die Redaktion seit 2011. Seit er als Kind in einen Kessel voller Videokassetten gefallen ist, schaut er sich mit viel Begeisterung alles Mögliche an, wobei es ihm die Filmfestivals in Cannes und Toronto besonders angetan haben.

  1. Artikel
  2. Profil
  3. E-Mail
  4. Twitter
  5. Instagram
  6. Letterboxd
Teilen
Auf Facebook teilen  Auf Twitter teilen 
Datum
Quelle
OutNow
Themen