Wie geht es weiter mit Spider-Man? Was wir machen würden. Achtung, Spoiler zu «No Way Home»!

Alle, welche den neusten Spider-Man noch nicht gesehen haben, lesen diesen Artikel besser nicht. Denn wir spoilen nicht nur, was im Film passiert, sondern auch was mögliche Konsequenzen sein könnten.

«Spider-Man: No Way Home» © Sony Pictures Releasing Switzerland GmbH

Wir hoffen mal, dass jetzt wirklich nur noch Userinnen und User diese Zeilen lesen, die Spider-Man: No Way Home schon gesehen haben - oder denen es egal ist, wenn Überraschungen ruiniert werden. Ok, das war jetzt die letzte Warnung. Dann wollen wir mal.

Spider-Man: No Way Home bringt uns nicht nur die Rückkehr von Tom Hollands Spider-Man, sondern auch ein Wiedersehen mit Tobey Maguire und Andrew Garfield, die für den Marvel-Film nochmals ihre Spidey-Kostüme überstreiften. Da ihre Involvierung im Vorfeld geheim gehalten wurde, war vor allem Andrew Garfield in den letzten Monaten eine arme Sau (Spider-Pig?). Aufgrund seiner Hauptrolle in der Netflix-Produktion tick, tick…Boom! musste er viele Interviews geben und dabei in fast jedem zu Protokoll geben, dass er eben NICHT in Spider-Man: No Way Home auftreten werde - alles für die grosse Überraschung. Da das Geheimnis nun aber gelüftet ist, durfte Garfield mit Variety endlich ehrlich über den Film reden.

«Spider-Man: No Way Home»
«Spider-Man: No Way Home» © Sony Pictures Releasing Switzerland GmbH

Ja, er will, aber …

Auf die Frage, ob er die Rolle nochmals spielen würde, antwortete Garfield: «Ich bin definitiv offen. Bei Peter und Spider-Man geht es um den Dienst am Allgemeinwohl und an den vielen Menschen. Er ist ein Junge aus der Arbeiterklasse von Queens, der Kampf und Verlust kennt und sehr einfühlsam ist. Wenn sich die Gelegenheit böte, seine Geschichte weiterzuerzählen und sich das für mich richtig anfühlt, dann ja.» Diese Aussage lässt Millionen von Spider-Man-Fans hoffen, die schon seit ein paar Tagen auf den sozialen Medien nach «The Amazing Spider-Man 3» schreien. Vorbereitet wäre es dabei schon.

Andrew Garfield in «The Amazing Spider-Man»
Andrew Garfield in «The Amazing Spider-Man» © Sony Pictures Releasing GmbH

Eine perfekte Vorlage namens «Spider-Man: No Way Home»

Das Clevere an Spider-Man: No Way Home ist, dass sich Marvel und Sony für die Zukunft alle Optionen offengehalten haben. Dies auch, weil die ganze Rechtesituation bei Spider-Man ohnehin etwas kompliziert ist. Denn Sony Pictures besitzt die Filmrechte an allen Figuren aus dem Spider-Man-Universum, doch darf Marvel Studios Spider-Man jeweils für ihre MCU-Filme in Form von Tom Holland ausleihen. Gleichzeitig baut Sony ein eigenes Filmuniversum mit Figuren aus den Spider-Man-Comics auf. In dieses Filmuniversum gehören Venom, Venom: Let There Be Carnage und die kommenden Morbius und Kraven the Hunter.

«Sony's Spider-Man Universe», wie das Filmuniversum mit Venom und Co. offiziell heisst, besitzt momentan jedoch keinen eigenen Spider-Man. Tom Hollands Spidey gehört ins Marvel Cinematic Universe, welches im Grunde genommen nichts mit dem Sony-Universum zu tun hat. Mit der ganzen Multiversum-Situation, durch welche die Spider-Männer von Tobey Maguire und Andrew Garfield bei Spider-Man: No Way Home ins MCU rüberhopsen konnten, wurde nun aber eine lose Verbindung hergestellt.

Tobey Maguire in «Spider-Man 2»
Tobey Maguire in «Spider-Man 2» © Studio / Produzent

Das Praktische ist dabei, dass Marvel Studios und Sony Pictures in ihren Filmuniversum weiterhin machen können, was sie möchten. Mit Hilfe von irgendwelchen Vorkommnissen - wie Kingpins Collider in Spider-Verse oder Doctor Stranges Zauber in No Way Home - können so ganz leicht Figuren herumgeschoben werden, ohne dass dies allzu grosse Konsequenzen auf die einzelnen Filmuniversen hat. Das geht natürlich nur, wenn die Figuren am Ende alle brav wieder in ihre (Film-)Universen zurückkehren und nicht sterben.

Ein anderes gutes Beispiel ist da die Mid-Credits-Szene von No Way Home, in welcher wir Tom Hardys Eddie Brock und Venom an einer Bar innerhalb des MCUs sehen, bevor sie dann durch Doctor Stranges Zauber wieder zurück in das Sony-Universum befördert werden. Zuvor haben Eddie und Venom in der Abspannszene von Venom: Let There Be Carnage erfahren, dass Peter Parker Spider-Man ist und Doctor Stranges Zauber bringt am Ende des Filmes ja alle Figuren zurück, die dieses Geheimnis kennen. Nett, wie Venom dabei ein kleines bisschen Symbiont für Marvel Studios für das MCU zum Spielen zurücklässt.

«Venom»
«Venom» © Sony Pictures Releasing Switzerland GmbH

Wer wird Sonys Spider-Man?

Aber zurück zu Garfield. Wie gesagt, gibt es in Sonys Universum noch keinen Spider-Man. Wieso also nicht Andrew Garfields Version in diesem Universum einbauen? Garfields Parker müsste einfach nochmals einen Universums-Hop vollziehen. Denn es ist nicht sehr realistisch (ja, nicht viel ist bei Comicverfilmungen realistisch, aber trotzdem), dass Garfields Spider-Man und Tom Hardys Eddie Brock schon zuvor im gleichen Universum waren. Wäre das der Fall hätte ein guter Journalist wie Eddie Brock sicher von den Ereignissen in The Amazing Spider-Man gehört, er hätte also schon mal was von einem Spider-Man vernommen, was ja aber laut der Abspannszene in No Way Home nicht der Fall ist

Mit dem Universum-Hopping könnte man theoretisch auch Tobey Maguire einbauen, aber der scheint ein bisschen «too old for this shit» zu sein und zudem war in No Way Home ja Andrew Garfield enttäuscht, dass er im Gegensatz zu seinem Spidey-Kumpels nie gegen ein Alien kämpfen durfte - Maguire hatte Venom, Holland Thanos.

Marvel Studios könnte so Tom Holland für das MCU behalten, während Sony mit Garfield sein Universum weiter ausbauen könnte. Das hätte auch den Vorteil, dass Sony nicht immer bei Marvel nachfragen müsste, ob sie gewisse Sachen mit Spider-Man machen dürften oder nicht. Denn bisher hatte immer Marvel-Filmchef Kevin Feige das letzte Wort bei Tom Hollands Spider-Man. Bei Feige laufen nämlich alle MCU-Fäden zusammen und er entscheidet letzten Endes, was mit den Figuren passiert und in welche Richtung sich das Marvel Cinematic Universe entwickelt.

Spider-Man gegen Venom in «Spider-Man 3»
Spider-Man gegen Venom in «Spider-Man 3» © Studio / Produzent

Was wir machen würden

Garfield rüberzuholen wäre sowas wie das Best-Case-Szenario für Sony. Mit ihm als Spider-Man in «Sony's Spider-Man Universe» wären besonders die Fans super-happy. Sie hätten so ihren (wieder) liebgewonnen Garfield zurück und würden mit weiteren Auftritten von Tom Hollands Peter Parker im MCU die doppelte Ladung an Spider-Man erhalten - einmal im MCU und einmal im Sony-Universum. Ob das gut ist oder vielleicht doch zu viel, soll jede und jeder selbst entscheiden.

Wenn wir Sony wären, würden wir auf jeden Fall alles versuchen, um Andrew Garfield als Spider-Man zurückzuholen. Sony könnte aber natürlich auch einen völlig neuen Darsteller verpflichten. Es wäre der ideale Zeitpunkt, Miles Morales in Realfilmform als Spider-Man durch die Städte schwingen zu sehen. Elektros «There's gotta be a black Spider-Man somewhere out there» in No Way Home war da ein heftiger Wink mit dem Zaunpfahl. Egal, für was sich Sony entscheiden wird: Während die ganze Multiversum-Sache bei Doctor Strange in No Way Home und auch in Multiverse of Madness für viel Kopfzerbrechen sorgt, ist sie für Marvel und Sony eine echte Win-Win-Situation.

Miles Morales in «Spider-Man: Into the Spider-Verse»
Miles Morales in «Spider-Man: Into the Spider-Verse» © Sony Pictures Releasing Switzerland GmbH

Chris Schelb [crs]

Christoph arbeitet seit 2008 für OutNow und leitet die Redaktion seit 2011. Seit er als Kind in einen Kessel voller Videokassetten gefallen ist, schaut er sich mit viel Begeisterung alles Mögliche an, wobei es ihm die Filmfestivals in Cannes und Toronto besonders angetan haben.

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Kommentare Total: 3

crs

Venom/Eddie interviewt Carnage: Das war in der Abspannszene vom ersten Venom-Film und dann natürlich auch im zweiten Venom-Film. Diese Filme gehören in Sony's Spider-Man Universe.

Im Abspann von Spider-Man: Homecoming, der zum Marvel Cinematic Universe gehört, wird der Geier (also Michael Keatons Vulture) von Mac Gargan aka Spider-Man-Bösewicht Scorpion begrüsst. Sind also zwei unterschiedliche Figuren.

Spannend wird es dann bei Morbius, der in Sony's Spider-Man Universe spielt. Im ersten Trailer sehen wir bei 2 Minuten und 10 Sekunden ein Bild von Spider-Man auf einer Wand aufgesprayt (dieses Universum hat ja eigentlich noch gar keinen Spider-Man) und Michael Keaton tritt am Ende auf. Ob Michael Keaton jedoch wieder den Geier (Vulture) spielt, ist nicht bekannt und wird wohl erst im Film selbst enthüllt. Kinostart von Morbius ist am 31. März 2022.

© Sony Pictures Releasing Switzerland GmbH

Die genauen Details sind nicht bekannt, doch sind die meisten Deals so aufgezogen, dass ein Filmstudio alle paar Jahre einen Film machen muss. Wenn man zu viele Jahre nach einem Film verstreichen lässt, gehen die Rechte automatisch an Marvel zurück. Aus diesem Grund machte Sony panikartig «The Amazing Spider-Man» im Jahr 2012, weil das schon fünf Jahre seit «Spider-Man 3» her war. Beispiele von Filmrechten an Comicfiguren, die wegen Inaktiviät an Marvel zurückgingen, sind Daredevil (der Film von 20th Century Fox mit Ben Affleck war ja von 2003, Elektra von 2005) und Blade («Blade Trinity» von New Line Cinema war 2004).

Anonymus

Ja, aber was mich schon beim verlassen des Kinos gestört hat: Venom/Eddie interviewt Carnage. Carnage grüsst den Geier im Abspann von Homecoming. Müsste es nicht das gleiche Universum sein?
Wann muss Sony die Spiderman-Rechte eigentlich zurück geben? Ist das bekannt?

goe

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