«Hawkeye» - so ist Folge 6

Pünktlich zum Weihnachtsfest kriegen Hawkeye Clint Barton und sein Azubi Kate Bishop ihr Geschenk: eine epische Prügelei mit der Tracksuit Mafia! Wir verraten, ob das Serienfinale sein Ziel trifft.

Darf ich endlich heim? © Marvel Studios

Worum geht es?

Durch das Video von Yelena erfährt Kate Bishop, dass ihre Mutter mit niemand Geringerem als Wilson Fisk aka dem Verbrecherboss Kingpin (Vincent D'Onofrio) geschäftlich verbandelt war. Nun will Elaine Bishop (Vera Farmiga) aber aus dem Geschäft aussteigen, um ihre Tochter zu beschützen. Dazu hat sie etwas in der Hinterhand, hat sie doch alle möglichen krummen Dinger von Fisk fein säuberlich dokumentiert. Das gefällt Kingpin natürlich überhaupt nicht. Auch Maya will sich von ihrem «Onkel» Kingpin lösen und gibt vor, die Stadt zu verlassen.

Weil Kate ziemlich sicher ist, dass Kingpin die gediegene Weihnachtsfeier der Bishops nutzen wird, um Elaine um die Ecke bringen zu lassen, trommeln sie und Clint Barton die LARPer zusammen. Alle schleichen sich beim Fest ein. Doch auch Yelena, die Clint umbringen soll, taucht auf. Als dann auch noch eine Horde von Schurken der Tracksuit Mafia auftaucht, kommt es am Rockefeller Center zu einem epischen Kampf zwischen Weihnachtsparty, Schlittschuhbahn und Weihnachtsbaum.

Hawkeyes: Assemble!
Hawkeyes: Assemble! © Marvel Studios

Mit der sechsten Folge erreicht die Mini-Serie schon ihr Ende. Endlich laufen die verschiedenen Handlungsstränge zusammen und gipfeln in ein phänomenales Finale, das mit spektakulären Kampfsequenzen, coolen Gadgets und witzigen Einfällen zu überzeugen weiss. Die Trick-Pfeile von Hawkeye Clint Barton sorgen für manchen Lacher, und die Schlägerei mit den unzähligen Bros in den Trainingsanzügen ist einfach toll inszeniert, weil sie gleichmassen epische Action bietet und trotzdem nie bierernst rüberkommt.

Das Team der beiden Hawkeyes hat endlich zusammengefunden und arbeitet richtig gut zusammen. Die Show wird den beiden Hauptfiguren aber wieder von Florence Pugh gestohlen, die sehr gut zwischen saukomisch und tragisch wechseln kann. Und da wäre natürlich noch der Elefant, äh, Kingpin im Raum. Mit Vincent D'Onofrio taucht zum ersten Mal eine Figur aus dem Netflix-Marvel-Universum in einer der Disney+-Serien auf. Was heisst das fürs MCU, sind die Netflix-Serien um Daredevil, Jessica Jones und. Co. nun Teil des MCU, oder fängt man einfach nochmal von vorne an? Man weiss es nicht - aber hätte der Kingpin bei Netflix jemals so ein grelles Hawaii-Hemd getragen?

Simply having a wonderful Christmastime!
Simply having a wonderful Christmastime! © Marvel Studios

Fazit der Serie

Hawkeye bietet immer wieder gute Action, gehört aber nicht zu den Highlights der Marvel-Serien. So kommen einem die nur sechs Folgen fast etwas lang vor, wenn man bedenkt, dass eigentlich gar nicht so viel passiert. Manchmal will der schräge Humor nicht ganz zur Action passen, und gerade bei Jeremy Renner hat man das eine oder andere Mal das Gefühl, dass es ihm die Situation leicht peinlich ist (Stichwort: LARPer). Am Ende schafft es die Serie aber doch, die verschiedenen Fäden im MCU zu verbinden, und auch die emotionalen Schicksalsschläge der Figuren kommen recht gut rüber.

Und die Spannung bleibt - wie geht es weiter? Bleiben die beiden Hawkeyes ein Team? Was passiert mit Maya? Sind die Erlebnisse von Kingpin und Daredevil auch im MCU passiert oder ist das Ganze hier ein Reboot? Wir werden es bestimmt herausfinden… irgendwann.

… da war doch mal was?!

Viele Punkte haben wohl nur Fans entdeckt, die die Comics kennen. Wir haben einige zusammengefasst:

- Das Intro wie auch die ganze Werbung für die Serie wurde stark vom Hawkeye-Comic-Run von Autor Matt Fraction und Comic-Zeichner David Aja inspiriert (2012-2015). Die Comic-Reihe zeigte die Erlebnisse von Clint Barton in seiner «Freizeit», also abseits der Avengers. Der Comic-Run wird von vielen Fans und Kritikern hochgelobt, enthielt er doch aussergewöhnliche Farben, cool designte Bildkompositionen und machte auch inhaltliche Experimente, zum Beispiel mit einem Heft ganz aus der Sicht von «Pizza Dog» Lucky oder einem, in dem die Dialoge fast nur in Zeichensprache verfasst sind. Die Tracksuit Mafia war da übrigens eine von Clints grössten Gegnern.

- Achtung: Spoiler! Am Ende der Folge erfahren wir, dass die mysteriöse Uhr Clints Frau Laura gehörte. Auf der Rückseite ist das Symbol von S.H.I.E.L.D. zu sehen sowie die Nummer 19. Zufall? Wohl kaum, denn es gibt im Marvel-Universum eine S.H.I.E.L.D.-Agentin, welche unter dem Codenamen Agent 19 eingeführt wurde: Barbara «Bobbi» Morse aka Mockingbird, die - Achtung! - in den Comics sogar für eine Weile mit Clint Barton verheiratet war.

- Wer nun die Serie Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. geschaut hat, dürfte vielleicht stutzig werden, denn da gab es doch schon eine Mockingbird, die von Adrienne Palicki gespielt wurde. Dort war Bobbi Morse die Ex-Frau des Agenten Lance Hunter, der neu für die Serie erfunden worden war, aber vom Charakter her viel näher an der Comic-Version von Clint Barton war als Jeremy Renners Version in den Filmen. Nun stellt sich die Frage: Wenn Linda Cardellini Mockingbird ist - gehören die Ereignisse aus Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. nicht ins MCU? Befinden wir uns in einem anderen Universum?

- In der Abspannszene der letzten Folge sehen wir einen längeren Ausschnitt aus «Rogers - The Musical». Das Musical ist eine lustige Art und Weise zu zeigen, wie die Avengers Teil der Popukultur in der MCU-Welt geworden sind. Aber man darf nicht vergessen: Vor einigen Jahren gab es einmal ein echtes Spider-Man-Musical am Broadway («Spider-Man: Turn off the Dark»), das aber vor allem durch viele Unfälle negative Schlagzeilen machte.

Hawkeye ist exklusiv auf Disney+ zu sehen.

Petra Schrackmann [pps]

Petra arbeitet seit 2007 für OutNow und haut auch für Lektorat und Listicles in die Tasten. Als Genrefan verbringt sie ihre Film- und Serienabende lieber mit Zombies, Hobbits oder RVAGs als mit Rom-Coms. Als Leseratte ist sie fasziniert von Comic- und Buchverfilmungen (sogar den schlechten!).

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