«Hellbound»: Monster als Bonusmaterial

Eine südkoreanische Serie, in der Todesengel den Menschen ihren Todeszeitpunkt übermitteln und die Exekution dann auch gleich selber vornehmen: Das hört sich doch vielversprechend an.

© Netflix

Worum geht es?

Seoul, Ende 2022: Junge Menschen sitzen in einem Café und werden plötzlich von mehreren grossen, affenähnlichen Monstern angegriffen. Offenbar haben es die Monster besonders auf einen Gast abgesehen, den sie dann draussen auf der Strasse auch richtiggehend zerfetzen und schlussendlich verbrennen.

Die Polizei von Seoul beginnt mit den Ermittlungen, unter ihnen auch Jin Kyung-hun (Yang Ik-june), der seit ein paar Jahren alleinerziehender Vater von seiner Tochter Hee-jung ist, da vor sechs Jahren seine Frau Opfer eines Gewaltverbrechens wurde. Als Gegenspieler der Polizei fungiert der Sektenführer der «Neuen Wahrheit» Jung Jin-su (Yoo Ah-in), bekannt aus Burning.

Die alleinerziehende Mutter Park Jung-ja wird von einer Prophezeiung heimgesucht, laut der sie in ein paar Tagen der Tod treffen soll. Sie sucht daraufhin Hilfe bei der Anwältin Min Hyejin (Kim Hyun-joo) von der Kanzlei Sodo. Doch weder die Polizei, noch die Anwältin können schlussendlich den Tod von Park Jung-ja zum angekündigten Zeitpunkt verhindern. Als schliesslich auch noch die Tochter von Ermittler Jin Kyung-hun verschwindet und sein Polizeiposten von der «Speerspitze», einem gewalttätigen Ableger der «Neuen Wahrheit» von jungen Menschen durch Baseballschläger verwüstet wird, eskaliert die Situation.

Wir finden:

Die Serie schreckt nicht davor zurück, Gewalt gegen Frauen oder ältere Menschen zu zeigen. Egal welches Alter und Geschlecht, einfach mal drauf mit dem Baseballschläger! Dies mit dem zusätzlich bitteren Beigeschmack, dass diese Gewalttaten meist live im Internet gestreamt oder im TV übertragen werden.

Hellbound lebt primär von diesen Gewaltexzessen. Das zeigt sich auch in der Rolle der Monster alias Todesengel, die richtige Sadisten sind. Sie töten ihre Opfer nicht einfach und schicken sie so in die Hölle, sondern sie schleudern sie zuerst mehrmals durch die Gegend, dann prügeln sie das halbtote Opfer zu Tode und anschliessend verbrennen sie es. Immerhin erscheinen diese Monster nur ein paar wenige Male und sind dadurch glücklicherweise nicht mehr als Bonusmaterial.

Die Serie hat durchaus ihre spannenden Momente. Nach dreien der insgesamt sechs Episoden fällt die Geschichte allerdings ein wenig in sich zusammen. Dies ist auch dadurch bedingt, dass einige der wenigen Protagonisten mittels eines Kniffs fast gänzlich aus der Serie geschrieben werden.

Die Produktion einer zweiten Staffel ist noch nicht bestätigt, aber sehr wahrscheinlich. Damit ist jedoch nicht vor Ende 2022 zu rechnen. Nun, ess braucht auch nicht zu jeder Serie eine Fortsetzung.

Christoph Reiser [chr]

Christoph arbeitet seit 2020 als Freelancer für OutNow. Er weiss, dass man Animationsfilme nicht hassen darf, dafür liebt er Sergio-Leone-Western. Der Besuch eines Filmfestivals ist zuoberst auf seiner Bucket-List, naja fast. Und er mag kein Popcorn im Kino, denn er steht auf Chips.

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OutNow