Zum Kinostart von «Last Night in Soho»: Die Rangliste mit den Filmen von Edgar Wright

Der Brite gehört zu den kreativsten momentan arbeitenden Filmemachern. Da sein neuster Film in den Startlöchern steht, haben wir einen Blick auf sein bisheriges Schaffen geworfen.

«Baby Driver», «Scott Pilgrim Vs. The World», «The Sparks Brothers» und «Hot Fuzz» © Sony Pictures, Universal, Jake Polonsky, Universal

Es ist kein Geheimnis, dass wir bei OutNow Edgar Wright lieben. Bis jetzt hat noch keiner seiner Filme in unseren Kritiken die 4-Sterne-Marke unterschritten und für Shaun of the Dead, Hot Fuzz, Baby Driver und The Sparks Brothers gab es sogar 5.5 Sterne. Deshalb war es auch eine wahre Herkules-Aufgabe, die Filme des Regisseurs in eine Reihenfolge zu bringen. Nach langem Kampf steht sie nun aber und wenn man realisiert, was da für Filme alles dabei sind, dürfte sich die Vorfreude auf Wrights neusten Streifen, den Psycho-Thriller Last Night in Soho, nochmals erhöhen.

In dem Film geht es um eine junge Studentin (Thomasin McKenzie), die sich ins London der Sechzigern träumen kann und dort auf eine mysteriöse Frau (The Queen's Gambit-Star Anya Taylor-Joy) trifft. Kinostart ist am 11. November 2021. Ein Film, den man nicht verpassen darf. Hier kommt nun jedoch unsere Rangliste mit den Edgar-Wright-Filmen, die davor kamen.

Special Mention: «Don't»

Als Quentin Tarantino und Robert Rodriguez an ihrem Double-Feature Grindhouse arbeiteten, baten sie befreundete Regisseure darum, Fake-Trailer zu produzieren. Das sind also Vorschauen zu Filmen, die es nie geben wird - diese Regel gebrochen hat dann jedoch ausgerechnet Robert Rodriguez, der nach seinem Fake-Trailer zu Machete gleich zwei Filme mit Danny Trejos Rächer machte. Die Fake-Trailer wurden dann von Rodriguez und Tarantino in der 3-Stunden-Fassung von Grindhouse vor den Main Features Planet Terror und Death Proof programmiert. Edgar Wrights Beitrag ist ein Teaser zum Gruselfilm «Don't», in dem er alte britische Hammer-Filme parodiert und dabei auch Kumpels wie Rafe Spall, Lucy Punch und Nick Frost auftreten lässt. Ein kleiner Spass für Kenner des Genres. [Christoph Schelb]

6. The World's End

Die Geschichte eines Mannes, der mit seinen Kumpels in die alte Heimat reist, um endlich eine legendäre Sauftour zum Abschluss zu bringen, hat wohl den stärksten emotionalen Punch von allen Filmen von Edgar Wright. Simon Peggs Gary King versucht auf Biegen und Brechen an die guten alten Zeiten anzuknüpfen, wobei er glaubt, dass sich alle um ihn verändert haben und nicht er das Problem ist. Anstatt dann jedoch ein reines Drama um Selbsteinsicht zu machen, bestätigt der Regisseur in Bodysnatcher-Manier den verantwortungslosen Antihelden ab der Hälfte mit Aliens, die eine ganze Stadt übernommen haben. Ab dann geht mächtig die Post ab, wobei die Zuschauer auch noch mit einem unvergesslichen Ende belohnt werden. [Christoph Schelb]

5. Shaun of the Dead

Trotz Simon Peggs Gähner zu Beginn des Filmes ist dieses Zombie-Meisterwerk eine gelungene Parodie auf viele Genre-Vertreter und alles andere als langweilig. Gemeinsam mit seinem Schauspielkollegen Nick Frost macht Pegg Jagd auf alles, was sich gerne von Hirn ernährt. Der Film selbst hat vor allem an Horror-Festivals unzählige Preise gewonnen. Gleich vier «Chainsaw Awards» und einen Saturn-Award im gleichen Jahr gehören unter anderem zum Palmarès. Trotz aller Kritiken und einem überschaubaren Budget von 6 Millionen Dollar verfünffachten sich die Einnahmen an den Kinokassen. A Star Was Born, denn dies war das Spielfilmdebüt von Wright. [Sandro Götz]

4. The Sparks Brothers

Der Fuss wippt, der Mund grinst. Und das über zwei Stunden lang. Mit The Sparks Brothers huldigt Edgar Wright der Rockband «Sparks», der «Lieblingsband deiner Lieblingsband». Wrights Faible für visuelles und auditives Storytelling und die schrägen Persönlichkeiten des Musikduos passen wie die Faust aufs Auge. Eine echte Feel-Good-Doku und eine grossartige Huldigung an den kreativen Prozess der Band. «This Town ain't big enough for the both of us», heisst es in einem ihrer bekanntesten Hits - solange Platz für Edgar Wright und die «Sparks» im Karaoke-Schuppen ist, kein Problem. [Olivier Nüesch]

3. Baby Driver

Mit Baby Driver hat Edgar Wright eine Idee umgesetzt, die er über zehn Jahre mit sich rumtrug. Der Film über einen aussergewöhnlichen Fluchtfahrer, der mit Musik seinen Tinnitus übertönt, verheiratet aufregendes Actionkino mit einem fetzigen Soundtrack, bei dem jeder Needle Drop sitzt. Jede Aktion ist mit der Musik synchronisiert. Wright zeigt hier einmal mehr seine Liebe fürs Detail, denn bei jeder Sichtung gibt's etwas Neues zu entdecken - nur schon, wenn der Titelheld Baby Kaffee für seine Crew holt. Und dabei erzählt er noch eine schöne Geschichte über zwei junge Menschen mit dem gleichen Traum. [Nicolas Nater]

2. Hot Fuzz

Ein hyperkompetenter Polizist wird aus dem verbrechensgeplagten London aufs brave Land verfrachtet, weil seine hohe Aufklärungsrate den Rest seines Departments schlecht aussehen lässt. Auf dem Papier dürfte das eigentlich nicht funktionieren: Simon Pegg als Übercop, schnelle Cuts und epische Schiessereien im englischen Bünzlihausen? Doch Hot Fuzz ist eine glühende Hommage an Buddy Comedy Movies, und Wrights typischer Inszenierungsstil, die schräge Kleinstadt und die aufblühende Liebe Freundschaft zwischen Peggs Sergeant Angel und Nick Frosts PC Danny Butterman sind eine Film-Kombi für die Ewigkeit. [Petra Schrackmann]

1. Scott Pilgrim vs. the World

Edgar Wright gelingt mit Scott Pilgrim vs. The World das Kunststück, Realität und Comic auf eine glaubhafte und natürliche Art miteinander zu verschmelzen. Sprechblasen, Laserschwerter und Bonuspunkte sind genauso ein Teil der Welt wie Ramona Flowers und ihre sieben teuflischen Ex-Freunde. Der hervorragende Schnitt trägt das Tempo und den Witz des Films auf seinen Schultern und «Manchild» Michael Cera ist einfach die perfekte Wahl für die Rolle des verträumten Titelhelden. Durch den hervorragenden Soundtrack und unzählige Memes hat Wrights Adaption auch heute noch eine popkulturelle Relevanz. [Sven Martens]

Christoph Schelb [crs]

Christoph arbeitet seit 2008 für OutNow und leitet die Redaktion seit 2011. Seit er als Kind in einen Kessel voller Videokassetten gefallen ist, schaut er sich mit viel Begeisterung alles Mögliche an, wobei es ihm die Filmfestivals in Cannes und Toronto besonders angetan haben.

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Kommentare Total: 1

xroguex

Wow, ich wusste nicht, dass mir Wright so bekannt ist. Da sind tolle Filme dabei; danke für die Hinweise.

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