«Ich dachte, dass sie mich veräppeln will!» Das «Eternals»-Interview mit Salma Hayek und Lia McHugh

Im 26. Marvel-Film muss ein Team von Superheld*Innen die Welt retten. Wir trafen mit Hayek und McHugh zwei Darstellerinnen und sprachen im Interview über das einschüchterne MCU und «Gender-Swapping».

Salma Hayek als Ajak in «Eternals» © Marvel Studios. All Rights Reserved.

OutNow: Wie ist es nun, Teil dieses riesigen Marvel-Universums zu sein?

Salma Hayek: Zu Beginn war ich eher eingeschüchtert als beeindruckt. Es gibt so viele Regeln, an die man sich halten muss und ich komme nicht wirklich gut mit Regeln klar. Besonders beim Bewahren von Geheimnissen habe ich Mühe. Als ich wusste, dass ich mit Chloé Zhao und diesem sehr bunten Cast zusammenarbeiten werde, wollte ich es sofort allen erzählen. Es hat sicher nicht geholfen, dass ich zu dem Zeitpunkt The Hitman's Wife's Bodyguard mit Ryan Reynolds und Samuel L. Jackson gedreht habe und die beiden immer wieder über Marvel gesprochen haben. Ich musste in diesen Momenten einfach sehr still sein. Zudem war es auch schräg, dass ich beim Castingprozess kein Drehbuch bekommen habe. Du unterschreibst so fast blind einen Vertrag für diese Rolle - ganz ähnlich wie bei einer Ehe. Auch deshalb fühlte es sich vor den Dreharbeiten wie eine riesige Maschine an, in die man hineingerät. Aber am Set war es dann jedoch äusserst familiär. Ich fühlte mich verstanden und unterstützt und schloss neue Freundschaften. Und jetzt liebe ich es, ein Marvel Girl zu sein.

Lia McHugh: Ich war im Vorfeld hauptsächlich nervös. Als wir dann bei der Comic-Con jedoch vorgestellt wurden, lernte ich einige der Avengers kennen, die alle so nett waren und mich in der Familie willkommen geheissen haben. Das war ein sehr schöner Moment.

Lia McHugh als Sprite in «Eternals»
Lia McHugh als Sprite in «Eternals» © Marvel Studios

OutNow: Lia, mit Sprite spielt du eine Figur, die 7'000 Jahre alt ist, aber seit jeher im Körper einer 13-jährigen feststeckt und deshalb etwas mürrisch drauf ist. Was ist der beste Ratschlag, den du bekommen hast, um eine mürrische alte Frau zu spielen?

Lia McHugh: (Lacht.) Ich konnte mich zum Glück sehr gut in Sprite hineinversetzen. Sie fühlt sich, als stecke sie fest. Da geht es mir ähnlich. Ich werde immer noch wie ein Kind behandelt, obwohl ich mich oft gar nicht mehr als ein Kind sehe. Von Regisseurin Chloé Zhao bekam ich dann den Rat, Performances von Maggie Smith zu studieren. Das von ihr so perfekt dargestellte leicht Lebensmüde und Gelangweilte in Kombination mit dieser britischen Genervtheit hat mir sehr geholfen.

Salma Hayek als Ajak in «Eternals»
Salma Hayek als Ajak in «Eternals» © Marvel Studios

OutNow: Salma, deine Figur ist in den Comics ein Mann. Was war deine Reaktion, als du von Chloé Zhao von diesem «Gender-Swapping» erfahren hast?

Salma Hayek: Ich war schockiert und dachte, dass sie mich veräppeln will. Ich wollte von ihr wissen, weshalb sie mich unbedingt für diese Rolle wollte. Sie antwortete mir, dass ich die Art von Stärke und Wärme hätte, die sie für die Figur benötigen würde. Zudem sprachen wir auch oft über den Mutterinstinkt. Ajak kann mit ihren Superkräften heilen und kümmert sich wie eine Mutter um das Wohlergehen vieler.

Salma Hayek als Ajak in «Eternals»
Salma Hayek als Ajak in «Eternals» © Marvel Studios

OutNow: Hast du dir Sorgen diesbezüglich gemacht? Es gibt sicher Hardcore-Marvel-Fans da draussen, die sich durch diesen Wechsel beim Geschlecht beleidigt fühlen könnten?

Salma Hayek: Ich habe mich schon gefragt, ob meine Kurven sie enttäuschen würden. (Lacht.) Aber das habe ich dann ausgeblendet. Ich habe mir dann einfach immer wieder gesagt, wie ich diese Figur doch liebe und dass ich einfach mein Bestes geben werde. Zudem habe ich Chloé Zhao vollkommen vertraut. So wie Ajak jedoch ist, konnte ich mir nach einer Weile gar nicht mehr vorstellen, dass diese Figur ursprünglich ein Mann war. Haben die Comiczeichner vielleicht einen Fehler gemacht? (Lacht.)

Eternals läuft ab dem 3. November 2021 in den Schweizer Kinos.

Christoph Schelb [crs]

Christoph arbeitet seit 2008 für OutNow und leitet die Redaktion seit 2011. Seit er als Kind in einen Kessel voller Videokassetten gefallen ist, schaut er sich mit viel Begeisterung alles Mögliche an, wobei es ihm die Filmfestivals in Cannes und Toronto besonders angetan haben.

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