AIA - James Bond steht auf Männer in «Q-Force»

Eine tolle Anime-Serie, die James Bond als Vorbild hat und dies mittels LGBT-Superspionen versucht passend umzusetzen. Meist spassig und mit einer überraschend spannenden Story.

© Netflix

Worum geht es?

Steve Maryweather ist der Klassenbeste bei der American Intelligence Agency (AIA). Bei der Dankesrede vor Vorgesetzten und Klassenkameraden outet er sich als schwul. Im Handumdrehen wird Rick Buck als Klassenbester ausgezeichnet. Steve erhält von Director Dirk Chunley seine eigene Abteilung und versetzt ihn nach West Hollywood, einem Ort, an dem es vor Klischees nur so wimmelt.
10 Jahre später hat Steve mit seiner LGBTQ-Crew, kurz Q-Force, noch immer keinen Fall erhalten. Steve entscheidet sich mit seinem Team Stat (einem Hacker), Twink (einem französisch-kanadischen «Master of Drag») und Deb (einer lesbischen Mechanikerin): Sie machen sich selbständig. Kurz darauf erfährt dies das Headquarter. Mit Hilfe von V, der ranghöchsten Frau in der Agency, schaffen sie es, von Director Chunley einen offiziellen Auftrag zu erhalten. Doch die Sache hat einen Haken: Rick Buck wird das Team anführen.

Wir finden:

Die erste Staffel von Q-Force ist ein wenig anstrengend, weil es einiges an Konzentration abverlangt. Denn in jeder der zehn Episoden à 26 Minuten wird ein Witz nach dem anderen rausgehauen. Zugegebenermassen ist nur knapp die Hälfte der Witze wirklich ok bis gut, die andere Hälfte trägt vielmehr das Siegel «hat sich gerade angeboten». Da diese Witze aber meistens von den Mitgliedern des Q-Force-Teams kommen, ist das halb so schlimm.

Definitiv ist Q-Force eine Anime-Serie für Erwachsene, da vor allem in der ersten Hälfte der Staffel doch die eine oder andere Sexszene gezeigt wird. und zwar Mann/Frau, Mann/Mann, Frau/Frau (oder sagen wir Frau/KI). Bezeichnend für die Serie ist auch das Aufwarten mit etlichen popkulturellen Referenzen, von den 1980er.Jahren bis heute, von der Leichtathletin Florence Griffith Joyner über Whitney Houston bis hin zu Ariana Grande. Wen dieses Namedropping nicht stört, dem gefällt die Serie. In der zweiten Hälfte der Staffel wird dann sogar die Story immer spannender und die Witzdichte nimmt ein wenig ab.

Fazit: Wenn man in den Erinnerungen der vergangenen 40 Jahre Popkultur schwelgen will, dann ist die Serie geeignet, ansonsten ist es eine 0815-Anime-Serie mit teilweise unpassenden Witzen, die man auch anderswo mitbekommt.

Christoph Reiser [chr]

Christoph arbeitet seit 2020 als Freelancer für OutNow. Er weiss, dass man Animationsfilme nicht hassen darf, dafür liebt er Sergio-Leone-Western. Der Besuch eines Filmfestivals ist zuoberst auf seiner Bucket-List, naja fast. Und er mag kein Popcorn im Kino, denn er steht auf Chips.

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