«Post Mortem: No One Dies in Skarnes» auf Netflix: Die norwegische Antwort auf «Der Bestatter»?

Bestatter machen immer gute Charaktere in Horrorfilmen aus. In der norwegischen Provinz muss sich einer mit der plötzlichen Verwandlung seiner Schwester in einen Vampir auseinandersetzen.

© Netflix

Worum geht es?

Sharnes ist ein kleiner Ort in Norwegen. Familie Hallangen hat ein Bestattungsunternehmen, doch hier stirbt keiner. Als Vater und Sohn von der Polizei wegen einer Leiche angerufen werden, bricht erstmal Euphorie aus, doch dann stellt sich heraus, dass es die Tochter beziehungsweise Schwester ist. Aber auf dem Autopsietisch wacht Live (Kathrine Thorborg Johansen) plötzlich auf und nur ein paar Stunden später ist sie quietschlebendig. Während ihr Bruder Odd (Elias Holmen Sørensen) sich darüber freut, sieht es bei deren Vater nicht wirklich so aus. Und der hat seine Gründe. Denn schon bald verhält sich Live merkwürdig, wird lichtempfindlich und verspürt vor allem einen ganz besonderen Durst nach Blut. Ein Missgeschick führt zum nächsten und schon bald gibt es in Skarnes mehr Leichen als je zuvor.

Wir finden:

Die Serie Post Mortem: No One Dies in Skarnes (auf Deutsch: «Post Mortem - In Skarnes stirbt niemand») versucht, offenen Humor mit Horror zu verbinden, schafft dabei aber kein richtiges Gleichgewicht. Die erste Staffel kommt nur langsam in Fahrt, wirkt etwas ungeschickt und verrät nicht gerade viel von der Richtung, in die der Stoff weiterentwickelt werden wird. Mit der Figur der Live wird man nicht so richtig warm, dafür umso mehr mit Odd. Dieser etwas festere Mann mit Bart, der immer fröhlich und ausgeglichen wirkt, hat sowohl etwas Naiv-Linkisches als auch Entschlossenes, wenn es um seine Familie geht.

Andere Figuren wie die Polizistin des Ortes und ihr Partner, der schnell herausfindet, was mit Live los ist und zum Mitwisser wird, sind bisher eher klamaukig und flach gezeichnet. In Form und Inhalt bedient sich die Serie klassischer Genremittel, erzeugt eine suggestive, bedrohliche Atmosphäre durch eine reichhaltige, präsente Tonebene und oft spärlich ausgeleuchtete Bilder. Das Motiv der Bestatter als Mittelpunkt einer Kriminal- oder Gruselgeschichte ist an sich auch nichts Neues. Es kommt jetzt darauf an, ob es mehr in Richtung Der Bestatter geht oder doch mehr Horror ins Spiel kommt.

Teresa Vena [ter]

Alles begann bei Teresa damit, dass sie, noch viel zu jung dafür, ihren Vater überzeugen konnte, «Gremlins» im Fernsehen schauen zu dürfen. Seitdem gehört absurder Humor und Spannung zu jedem guten Film dazu. Kino aus Asien und Lateinamerika, aber auch aus der Schweiz sind ihre Steckenpferde.

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