Christopher Nolan macht Schluss mit Warner Bros.

Der nächste Film des Regisseurs von Filmen wie «The Dark Knight», «Inception» und «Tenet» wird nicht vom Studio Warner Bros. finanziert und herausgebracht. Universal hat den Zuschlag erhalten.

Nolan mit John David Washington am Set von «Tenet» © Warner Bros.

Regisseur Christopher Nolan war gar nicht glücklich, als das Studio Warner Bros. Ende 2020 verkündete, dass alle Warner-Filme von 2021 im Kino und zeitgleich auf dem Streamingservice HBO Max veröffentlicht werden. In einem Statement regte sich Nolan darüber auf, dass «viele Filmemacher am Abend ins Bett gingen und dachten, dass sie für das beste Filmstudio der Welt arbeiten, nur um dann am nächsten Morgen aufzuwachen und herauszufinden, dass sie nun für den schlechtesten Streamingdienst arbeiten.» Autsch! Nolan, dessen Filme mehrheitlich vom Studio Warner Bros. herausgebracht wurden, hat nun seinen Worten Taten folgen lassen.

So wird sein nächster Film nicht von Warner Bros. finanziert und herausgebracht, sondern von Universal Pictures. Laut Deadline haben sich auch Sony Pictures, Paramount, Lionsgate und auch erneut Warner um die Dienste Nolans bemüht, der ein Biopic über J. Robert Oppenheimer plant, den Vater der Atombombe. Für die Hauptrolle soll Cillian Murphy im Gespräch sein, der schon einige Mal mit Nolan zusammengearbeitet hat.

Cillian Murphy in Nolans «Dunkirk»
Cillian Murphy in Nolans «Dunkirk» © 2017 Warner Bros. Ent. All Rights Reserved.

Die Beziehung zwischen Nolan und dem Studio Warner hatte schon im Pandemiejahr 2020 eindeutige Risse bekommen. Nolan wollte seinen Blockbuster Tenet unbedingt im Sommer 2020 veröffentlichen, um so den gebeutelten Kinos zur Hilfe zu eilen. Es war das Jahr, in dem die meisten Hollywoodstudios ihre Filme um Monate, wenn nicht Jahre nach hinten geschoben haben und so über Wochen kaum ein neuer Blockbuster lanciert wurde. Nach zwei kleineren Verschiebungen, die gerade einmal einen Monat ausmachten, wurde Tenet dann im August 2020 in die Kinos gebracht und spielte weltweit 363 Millionen Dollar ein. Nolan konnte sich also durchsetzen - wohl auch, weil die Bosse bei Warner in Zukunft auf die Dienste von Nolan setzen wollten. Doch der HBO-Max-Deal hat das Fass nun offensichtlich zum Überlaufen gebracht.

Die Dreharbeiten zum Oppenheimer-Biopic sollen Anfang 2022 starten. Wann der Film in die Kinos kommen wird, ist noch nicht bekannt.

Christoph Schelb [crs]

Christoph arbeitet seit 2008 für OutNow und leitet die Redaktion seit 2011. Seit er als Kind in einen Kessel voller Videokassetten gefallen ist, schaut er sich mit viel Begeisterung alles Mögliche an, wobei es ihm die Filmfestivals in Cannes und Toronto besonders angetan haben.

  1. Artikel
  2. Profil
  3. E-Mail
  4. Twitter
  5. Letterboxd
Teilen
Auf Facebook teilen  Auf Twitter teilen 
Datum
Quelle
Deadline
Thema