Diese Galapremieren vom 17. Zurich Film Festival konnten wir bereits sehen. Das taugen sie!

21 von 35 Filmen aus der Sektion Gala Premieren am ZFF 2021 konnten wir schon an anderen Festivals sehen. Wir sagen euch, zu welchen Filmen ihr euch unbedingt Tickets holen müsst.

«The French Dispatch» © Searchlight Pictures

In der Sektion «Gala Premieren» laufen am ZFF jedes Jahr neben Weltpremieren auch viele Filme, die zuvor schon in Cannes, Venedig oder Berlin gezeigt wurden. Da im Jahr 2021 die Reisen zu Filmfestivals wieder einfacher zu bewerkstelligen waren, waren wir an diesen genannten Festivals in diesem Jahr vertreten. So können wir euch schon heute sagen, wie gut 21 der 35 Filmen in der Sektion sind - oder wie mässig. Obwohl sich über Geschmack ja durchaus streiten lässt, konnte der Grossteil der fürs ZFF ausgewählten Filme auch uns durchaus überzeugen.

5 Sterne

«Blue Bayou»
«Blue Bayou» © 2021 Focus Features, LLC.

A Hero

Um was es geht: Drama vom zweifachen Oscarpreisträger Asghar Farhadi um einen Häftling, der sich mit einer guten Tat freikaufen möchte.
OutNow.CH meint: Ein echter Farhadi: menschlich, spannend und in einer guten Art und Weise immer mehr eskalierend. Zur Kritik.

Blue Bayou

Um was es geht: Drama mit Hollywoodstar Alicia Vikander über eine durch eine bevorstehende Deportation zerrissene Familie in Amerika.
OutNow.CH meint: Ein intensiver und aufwühlender Film, der ein grosses Loch im amerikanischen Justizsystem aufdeckt. Zur Kritik.

Competencia oficial

Um was es geht: Komödie mit Penélope Cruz und Antonio Banderas um eine exzentrische Regisseurin und ihre beiden Hauptdarsteller, die für einen Dreh proben.
OutNow.CH meint:Mit viel Selbstironie und Humor nehmen die Filmemacher ihre eigene Branche aufs Korn. Zur Kritik.

Illusions perdues

Um was es geht: Französisches Historien-Drama von Xavier Giannoli um einen jungen Dichter, der zu den oberen Zehntausend gehören möchte.
OutNow.CH meint: Indem die tragische Aschenputtel-Story Pariser Begebenheiten und journalistische Arbeit von vor über 200 Jahren detailgenau beschreibt, lassen sich auch Parallelen zu den Fake-News und der Like-Geilheit von heute ziehen. Zur Kritik.

The French Dispatch

Um was es geht: Episodenfilm von Wes Anderson (The Grand Budapest Hotel) über drei Geschichten, die alle in einem fiktiven Magazin erschienen sind.
OutNow.CH meint: Bis fast zum Bersten mit Einfallsreichtum, Stars und viel Detailliebe vollgestopft. Das kann wegen des halsbrecherischen Erzähltempos ermüdend wirken. Doch dieses Wimmelbilderbuch von einem Film ist so liebevoll gemacht, dass man letzten Endes dann doch seinem Charme erliegt. Zur Kritik.

«The Last Duel»
«The Last Duel» © 20th Century Studios

The Last Duel

Um was es geht: Rachedrama von Ridley Scott mit Matt Damon, Jodie Comer, Adam Driver und Ben Affleck um ein Duell auf Leben und Tod zwischen einem Knappen und einem Ritter.
OutNow.CH meint: Ein Ritterfilm als brachiales Justizdrama, bei dem sich Sanftmut und Splatter die Waage halten. Zur Kritik.

The Lost Daughter

Um was es geht: Psychologisches Drama von Maggie Gyllenhaal mit Olivia Colman und Dakota Johnson um eine Urlauberin, deren Vergangenheit sie einholt.
OutNow.CH meint: Was mit dem missglückten Urlaub einer Endvierzigerin beginnt, entwickelt sich zu einem psychologischen Drama, das sich um die schwierigen Seiten des Mutterseins dreht und Tabus aufbricht. Zur Kritik.

The Worst Person in the World

Um was es geht: Dramedy über eine junge, unentschlossene Frau und deren Leben, Arbeit und Beziehung. Hauptdarstellerin Renate Reinsve wurde in Cannes mit dem Darstelerinnenpreis ausgezeichnet.
OutNow.CH meint: Ein vielfältiges Filmerlebnis - realistisch, authentisch, emotional und mit tollem Schauspiel. Zur Kritik.

4.5 Sterne

«Je suis Karl»
«Je suis Karl» © Filmcoopi

Je suis Karl

Um was es geht: Thriller-Drama von Christian Schwochow über eine junge Frau (Luna Wedler), die von einem Mann (Jannis Niewöhner) für dessen Sache instrumentalisiert wird.
OutNow.CH meint: Zwar etwas plakativ, aber das ist durchaus beabsichtigt, um die wichtigste Zielgruppe zu erreichen. Denn der beunruhigende Streifen soll vor allem ein Teenagerpublikum aufwecken. Zur Kritik.

Spencer

Um was es geht: Biopic, das auf wenige Tage im Leben von Prinzessin Diana (Kristen Stewart) und ihren Bruch mit den Royals fokussiert.
OutNow.CH meint: Pablo Larraín inszeniert den Film als schaurige Fabel mit einer starken Kristen Stewart als Lady Di. Zur Kritik.

The Power of the Dog

Um was es geht: Spätwestern mit Benedict Cumberbatch, Kirsten Dunst und Jesse Plemons über zwei ungleiche Brüder auf einer Ranch in Montana im letzten Jahrhundert.
OutNow.CH meint: Jane Campion ist zurück. Faszinierende Symbolik zu Rollenbildern, aber dramaturgisch leicht unausgegoren. Zur Kritik.

4 Sterne

«Red Rocket»
«Red Rocket» © Drew Daniels

Mona Lisa and the Blood Moon

Um was es geht: Horror-Fantasy-Film von Ana Lily Amirpour (A Girl Walks Home Alone at Night) um eine Frau mit telekinetischen Fähigkeiten, die aus einer Anstalt ausbricht.
OutNow.CH meint: Stranger Mix aus Neunziger-Look und Aussenseiterstory, der einige Fragen offenlässt. Zur Kritik.

Red Rocket

Um was es geht: Komödie von Sean Baker (The Florida Project) über einen abgehalfterten Pornostar, der versucht, wieder ins Geschäft einzusteigen.
OutNow.CH meint: Visuell und narrativ stark, gewährt der Film Einblick in die Unterschicht und die Pornoindustrie. Zur Kritik.

The Velvet Underground

Um was es geht: Experimentelle Musikerdoku von Todd Haynes über die einflussreiche Band, die von Andy Warhol gefördert wurde.
OutNow.CH meint: Der Informationswert wird teilweise dem künstlerischen Wert geopfert, doch letzterer stimmt. Zur Kritik.

Where Is Anne Frank

Um was es geht: Animationsfilm von Ari Folman (Waltz with Bashir), in dem die imaginäre Freundin der Anne Frank zum Leben erwacht.
OutNow.CH meint: Führt Kinder und Jugendliche behutsam an das Thema Holocaust heran und bringt mit dem Blick auf heutige Zustände auch Erwachsene ins Grübeln. Zur Kritik.

3.5 Sterne

«The Card Counter»
«The Card Counter» © Focus Features LLC 2020

Compartment No. 6

Um was es geht: Romantisches Roadmoviedrama um eine ungleiche Begegnung auf einer langen Zugfahrt.
OutNow.CH meint: Besticht durch eine dichte, angespannte Atmosphäre und eine dezente, unaufdringliche Liebesgeschichte. Die langsame Erzählweise erfordert hingegen zeitweise einiges an Geduld Zur Kritik.

The Card Counter

Um was es geht: Rachethriller von Paul Schrader um einen Kartenspieler (Oscar Isaac), der von seiner düsteren Vergangenheit verfolgt wird.
OutNow.CH meint: Was ein spannender Thriller um die Themen Schuld und Erlösung hätte werden können, ist stattdessen ein Slowburn-Drama in Beige, das die Zuschauer nie wirklich in die Handlung hineinzieht. Zur Kritik.

Tout s'est bien passé

Um was es geht: Drama von François Ozon über zwei Schwestern (Sophie Marceau und Géraldine Pailhas), deren Vater (André Dussollier) nach einem Schlaganfall den Freitod wählen will.
OutNow.CH meint: Dem Melodrama fehlen die Emotionen, schauspielerisch variabel, von überzeugend bis übertrieben. Zur Kritik.

3 Sterne

«È stata la mano di Dio - The Hand of God»
«È stata la mano di Dio - The Hand of God» © Netflix

È stata la mano di Dio - The Hand of God

Um was es geht: Tragikomödie von Oscarpreisträger Paolo Sorrentino (La grande bellezza) um einen jungen neapoletanischen Fussballfan in den Achtzigern.
OutNow.CH meint: Dank kauziger Figuren charmante, aber auch etwas beliebige Autobiographie mit sexistischem Schlag. Zur Kritik.

Ouistreham

Um was es geht: Drama über eine Undercover-Journalistin (Juliette Binoche), die sich für ein Buchprojekt als Putzfrau ausgibt.
OutNow.CH meint: Das engagierte Drama wirft spannende Fragen auf, ist jedoch zu konventionell inszeniert. Zur Kritik.

1 Stern

«Tre piani»
«Tre piani» © Studio / Produzent

Tre piani

Um was es geht: Drama von Nanni Moretti über drei Familien, die alle in einem römischen gutbürgerlichen Wohnhaus leben.
OutNow.CH meint: Es fehlt an jeglicher Spannung oder gar politischer und gesellschaftlicher Relevanz. Zur Kritik.

Christoph Schelb [crs]

Christoph arbeitet seit 2008 für OutNow und leitet die Redaktion seit 2011. Seit er als Kind in einen Kessel voller Videokassetten gefallen ist, schaut er sich mit viel Begeisterung alles Mögliche an, wobei es ihm die Filmfestivals in Cannes und Toronto besonders angetan haben.

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