Sechs Folgen Hochspannung: «Young Wallander» auf Netflix

Kurt Wallander ist der Kommissar aus der Feder des Schriftstellers Henning Mankell. Die Mini-Serie erzählt von seinen Anfängen, als er nach der Ausbildung seinen ersten Fall übernimmt.

© Netflix

Netflix hat mit der ersten Staffel von Young Wallander, die aus sechs Episoden besteht, einen Volltreffer gelandet. Der Sohn von Schriftsteller Henning Mankell hat als ausführender Produzent am Projekt mitgearbeitet und es scheint, dass die Handschrift seines Vaters darin erkennbar ist.

Der Anfang kommt mit sehr wenig Dialog aus. Atmosphärische Bilder und mysteriöse Musik lassen in die Welt des nachdenklich umherirrenden Kurt Wallander eintauchen. Er wohnt in der Stadt Malmö in einer Siedlung, die auch von vielen Migranten behaust wird. Er versteht sich meist gut mit ihnen und wird als Polizist erstaunlich selten angefeindet. Kurt Wallander stösst wenig später auf eine gespenstische Szene im Quartier. Am Zaun des anliegenden Fussballfeldes ist ein weisser junger Mann angekettet. Die schwedische Flagge ist auf sein Gesicht gemalt und sein Mund ist mit Klebeband verschlossen. Er winselt und die Migranten stellen sich immer wieder neben ihn und machen ihn mit zahllosen Selfies lächerlich. Wallander geht dazwischen. Die Menge tritt etwas in den Hintergrund und er geht zum Angeketteten. Er entfernt das Klebeband und findet eine Handgranate in seinem Mund vor. Der Zünder ist auf dem Klebeband. Die Granate explodiert.

Schnell entstehen Unruhen in der Stadt. Rechts- und Linksextreme sorgen für eine explosive Stimmung. Wallander wird in der Einheit mit seinem besten Freund Reza zu den Unruhen gerufen. Er entdeckt einen Verdächtigen und verfolgt ihn. Dabei wird Wallander von ihm niedergestochen. Reza selbst wird von Demonstranten zusammengeschlagen und liegt darauf schwer verletzt im Spital.

Minute für Minute kommen neue Zutaten in dieser Mini-Serie hinzu: Mord, Fussball, Bandenkriminalität, Migration, die Reichen und Mächtigen. Die grosse Kelle rührt das Ganze um, und der Kochtopf köchelt auf kleinem Feuer. Die bis auf Adam Pålsson als Kurt Wallander mit Briten besetzte Mini-Serie beginnt eher gemächlich. Sie steigert sich aber zu einem Hochspannungsfurioso, das echt gut gelungen ist. Eine zweite Staffel soll noch in diesem Jahr folgen.

Giancarlo Schwendener [gia]

Giancarlo ist James Bond 15 Jahre lang auf Augenhöhe begegnet. Mit dem Abgang von Daniel Craig ist damit vorerst Schluss. Er liebt die grosse Anzahl an tollen Filmen, aber die Fab Five stehen für ihn eine Stufe höher: Sergio Leone, Marlon Brando, Robert De Niro, Sean Connery und Quentin Tarantino.

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