Es grünt so grün: Die Story hinter «The Green Knight»

Mit «The Green Knight» ist gerade einer der ungewöhnlichsten Filme des Jahres in unseren Kinos gestartet. Zur Einstimmung stellen wir euch die Geschichte hinter dem bildgewaltigen Fantasyfilm vor.

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Worum geht's?

David Lowerys neuer Film, den wir in der OutNow-Kritik als «Arthouse Fantasy» bezeichnet haben, beruht auf der Ritterromanze «Sir Gawain and the Green Knight» aus dem späten 14. Jahrhundert. Der in Mittelenglischen Versen verfasste Text zählt zu den berühmtesten Werken aus dieser Zeit und wird auch wegen seiner Kürze bis heute - natürlich meist in Übersetzung - gelesen. Der Name des Verfassers ist unbekannt und es existiert nur noch eine einzige Handschrift des Werks.

Zu den berühmtesten Köpfen, die sich bis ins letzte Detail mit der Geschichte um den jungen Ritter Gawain befasst haben, gehört auch ein gewisser J.R.R. Tolkien (The Lord of the Rings), wie es auch deutlich auf dem Filmposter von The Green Knight vermerkt ist. Natürlich hat der Film nichts mit Tolkiens eigenen Fantasybüchern zu tun. Aber die Faszination für die mittelalterliche Geschichte hat den Vater der modernen Fantasy zweifellos inspiriert.

Mehr Infos gefällig? Lassen wir doch den Grünen Ritter selbst zu Wort kommen:

Der Hintergrund: König Artus und seine Tafelrunde

«Sir Gawain and the Green Knight» gehört zur sogenannten Artusepik. Im Mittelalter entstanden in England, Frankreich und Deutschland viele teils sehr umfangreiche Ritterromane um die Ritter der Tafelrunde. Diese berufen sich auf die Sagengestalt König Artus, die angeblich um das Jahr 500 in Britannien geherrscht hat. Ob es diesen König wirklich gab, ist allerdings eher zu bezweifeln. Die Artusromane, die erst ab dem 12. Jahrhundert entstanden, berufen sich aber sowieso nicht auf historische Begebenheiten, sondern sind als eine literarische Idealvorstellung zu verstehen, die höfisches Leben darstellen und dieses mit abenteuerlichen Erlebnissen ausschmücken. So dreht sich auch die Geschichte um den jungen Ritter Gawain vor allem um die Tugenden, an die sich ein Ritter halten sollte.

Off with his head! Gawain im Film

Gawain gehört zu den bekannteren Rittern der Tafelrunde, in Filmen spielt er jedoch meist eher eine Nebenrolle. Fun Fact: Im Film King Arthur mit Clive Owen und Keira Knightley in den Hauptrollen wurde er von Joel Edgerton dargestellt, der nun in The Green Knight den namenlos bleibenden Burgherrn spielt.

Natürlich gab es schon früher Verfilmungen von Gawains Geschichte. Die bisher berühmteste ist wohl Sword of the Valiant: The Legend of Sir Gawain and the Green Knight aus dem Jahr 1984 - dies allein schon wegen der berühmten Namen, die im Cast auftauchen. Neben Peter Cushing (Star Wars) und John Rhys-Davies (The Lord of the Rings) ist das vor allem Sean Connery in der Rolle des Grünen Ritters. Aus heutiger Sicht (vielleicht aber schon damals) ist der Film eher unfreiwillig komisch, schon allein wegen der lächerlichen He-Man-Frisur von Hauptdasteller Miles O'Keeffe. Abgesehen von der Anfangsszene, in welcher der Grüne Ritter Gawain herausfordert, ähnelt die Story des Films übrigens kein bisschen der bekannten Geschichte, sondern spinnt sich eigene (eher dümmliche) Abenteuer zusammen. Da erstaunt es schon fast, dass sich The Green Knight teilweise sehr genau an die literarische Vorlage hält.

Fun Facts zum Film:

- Eigentlich hätte The Green Knight 2020 am South by Southwest (SXSW) Film Festival in Austin, Texas Premiere feiern sollen, das jedoch wegen der Pandemie abgesagt wurde. David Lowery zufolge war diese Absage jedoch ein Glücksgriff, da er so noch mehr Zeit bekam, um den Film zu schneiden und so deutlich besser zu machen.

- Obwohl der Film viele visuelle Effekte enthält - unter anderem die Animation des Fuchses -, die von der Effekte-Schmiede Weta Digital (The Lord of the Rings, Avatar) erstellt wurden, wollte Regisseur David Lowery einige Szenen ganz ohne Nachbearbeitung filmen. Der Grüne Ritter zum Beispiel wurde nicht mit Computerhilfe erschaffen, sondern entstand ganz alleine mithilfe von Make-Up und einer aufwendigen Maske.

- Als Inspiration für seinen Film sah Lowery The Lord of the Rings und insbesondere den Film Willow, der in den Achtzigern herauskam und noch ganz ohne Computeranimationen auskommen musste. In einer Szene in The Green Knight gibt es so auch eine Anspielung auf den ersten Auftritt des Schwertkämpfers Madmartigan.

- Auf Twitter beschwerten sich Hauptdarsteller Dev Patel und der Regisseur über die Diva-Allüren des Fuchses.

The Green Knight läuft in den Schweizer Kinos.

Petra Schrackmann [pps]

Petra arbeitet seit 2007 für OutNow und haut auch für Lektorat und Listicles in die Tasten. Als Genrefan verbringt sie ihre Film- und Serienabende lieber mit Zombies, Hobbits oder RVAGs als mit Rom-Coms. Als Leseratte ist sie fasziniert von Comic- und Buchverfilmungen (sogar den schlechten!).

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Datum
Quelle
OutNow, Vanity Fair
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Kommentare Total: 1

cathline2

Beginnende 2/3 ist er LANGATMIG. Im
Schluss-Drittel wird schnell noch viel reingepakt und am Schluss wird kaum noch gesprochen. Wir waren mit 7 Personen. Regt zu Diskussionen an danach.....hauptsächlich darüber was das ganze nun bedeuten sollte. BILDER REALISTISCH wie das Mittelalter gewesen sein wird. Aber die Beschreibung zum Film lässt auf ganz was Anderes hoffen.... lohnt sich nicht dafür ins Kino zu gehen. Hab mich bis zur Pause gefragt ob eigentlich mal etwas passiere in dem Film Green Knight.... auch das Wissen, dass es ein Unbekannter schrieb und nahe an die historisch Vorlage gehalten wird, macht es nicht besser. Kurz gesagt die Geschichte eines langen Weges zur Selbstfindung und Überwindung.

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