«Masters of the Universe: Revelation» - Wenn Schloss Grauschädel einen Brummschädel macht

Netflix bereichert die Welt der Masters of the Universe um He-Man mit dieser Mini-Serie. Klingende Namen sind in das Projekt involviert. Leider erfüllen diese die Erwartungen nicht.

© Netflix

«Masters of the Universe» war eine Action-Figuren-Serie aus dem Hause Mattel. In den 80er-Jahren vertrieb der Spielwarenhersteller die Figuren während sechs Jahren. 1987 ging ein trashiger Actionfilm mit Kultcharakter daraus hervor. Dolph Lundgren höchstpersönlich spielte He-Man.

Die Beliebtheit der Figuren sank jedoch und Mattel stellte die Produktion ein. Verschiedene Spielwarenhersteller haben sich seither an der Lizenz versucht, ohne jedoch durchschlagenden Erfolg zu haben. Heute stehen die Figuren wieder in den Regalen von Mattel und das Unternehmen hat gemeinsam mit Netflix diese Serie produziert.

Kevin Smith als ausführender Produzent und Autor der Serie klingt vielversprechend. Die nur lose miteinander verknüpften Episoden lassen allerdings nicht wirklich eine Handlung erkennen. Ausser natürlich, dass He-Man gegen Skeletor kämpft. Es ist kaum vorstellbar, dass einer der besten Autoren Hollywoods eine Serie so schreibt. Es steht Kevin Smith auf der Etikette, aber irgendwie ist kein Kevin Smith drin.

Wenn Netflix gross mit der Fahne von Kevin Smith herumwedelt, kommen einem augenblicklich zwei seiner Film-Bijous in den Sinn: Chasing Amy und Jersey Girl. Es sind kleine, intime Geschichten, die aus dem Leben gegriffen sind. Sie sind lebensecht und gehen ungeschminkt auf direktem Weg ans Herz. Wir kennen aber auch den spielerischen Kevin Smith, der mit Jay and Silent Bob Strike Back ein Road Movie mit seinem Anarcho-Humor kombiniert. Davon ist jedoch in Masters of the Universe rein gar nichts zu sehen. Die Serie nimmt sich selbst wahnsinnig ernst. Es ist wie eine Mackerkarre mit PS-starkem Motor, die am Start im leeren Gang laut herausröhrt, aber keinen Sprit im Tank hat.

Die Schauspielerriege, die mit an Bord ist, lässt sich hören. Mark Hamill gibt seine Stimme Skeletor. Dass sich der Jedi-Ritter für dieses Werk von der dunklen Seite der Macht verführen lässt, gibt der Serie einen Hauch von Ironie. Dennis Haysbert, der als President David Palmer in der Serie 24 Berühmtheit erlangte, vertont King Grayskull. Sarah Michelle Gellar, die Queen der Teenie-Filme um die Jahrtausendwende, lässt auch wieder einmal etwas von sich hören. Sie leiht ihre Stimme der Figur Teela. Justin Long ist einem breiteren Publikum aus Live Free or Die Hard bekannt. Als Roboto leistet er auch einen Beitrag zur Serie. Lena Headey ist ein weiterer grosser Name aus der Fantasy-Welt. Als Cersei Lannister beglückte sie das Publikum während acht Jahren in der Serie Game of Thrones. In Masters of the Universe: Revelation vertont sie Evil-Lyn.
Viel zu schreiben gibt es nicht. Die Mini-Serie ist mit ästhetischen Bildern animiert, aber das war es dann auch schon.

Giancarlo Schwendener [gia]

Giancarlo ist James Bond 15 Jahre lang auf Augenhöhe begegnet. Mit dem Abgang von Daniel Craig ist damit vorerst Schluss. Er liebt die grosse Anzahl an tollen Filmen, aber die Fab Five stehen für ihn eine Stufe höher: Sergio Leone, Marlon Brando, Robert De Niro, Sean Connery und Quentin Tarantino.

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muri

Kevin Smith versucht in seiner Neu-Interpretation der bekannten Geschichte einen Schritt, den man einerseits als mutig, andererseits als ziemlich riskant einstufen kann.

Die Geschichte dreht sich nämlich (in den ersten 5 Folgen mindestens) um eine Quest von Figuren, die bislang eher in der zweiten Reihe gestanden haben und nun Gelegenheit haben, sich in den Vordergrund zu spielen. Mit einschneidenden Ereignissen, bereits in Folge Eins, wird eine neue Story gestaltet, die interessante Ansätze hat, aber noch viel Luft nach oben offen hält.

Für Fans der Reihe ein Must-See (auch wenn der Animationsstil etwas braucht um zu greifen), aber auch für Neulinge absolut sehenswert. Die 5 Epiosoden (jede um die 25 Minuten lang) kriegt man einen schönen Film geboten, der Abenteuer und Magie in die Stube bringt. Wer zieht mit und guckt sich auch den Rest noch an, wenn er dann kommt?

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