Olympia auf Netflix: Drei Produktionen zu den Olympischen Spielen in Tokio

Nur wenige Tage nach Ende der Fussball-EM beginnen bereits die Olympischen Spiele. Daher hat sich Christoph drei Filme auf Netflix angeschaut, bei denen es um das Thema Olympia geht.

«Sisters on Track» © Netflix

Sisters on Track - Drei Schwestern auf der richtigen Bahn

Tai, Rainn und Brooke Shepperd sind Schwestern. Drei junge Sportlerinnen, deren Leidenschaft die Leichtathletik ist. Schon in ihrer Kindheit sind sie erfolgreich und nach grossen Erfolgen an den Olympischen Jugendspielen 2016 brachten sie es sogar als «SportsKids of the Year» auf das Cover der Sport Illustrated Kids. Dadurch konnten sie aus einem Obdachlosen-Heim in eine eigene Wohnung ziehen. Durch Unterstützung ihrer Mutter Tonia Handy und der Förderung durch ihre Trainerin Jean Bell basteln sie weiter an ihrem Traum, einmal an den «richtigen» Olympischen Spielen teilnehmen zu können. Eine schöne Sport-Dokumentation, die gleichzeitig auch Coming-of-age-Geschichte ist.

Rising Phoenix - Phönix aus der Asche

In dieser Doku geht es um die «anderen» Olympischen Spiele, um die Paralympics. Und sie beleuchtet die Schicksale von neun Athletinnen und Athleten. Wettkämpfe von vergangenen Paralympics werden gezeigt, vor allem von 2012 in London und 2016 in Rio de Janeiro. Doch die eigentlichen spannenden und berührenden Geschichten sind die Schicksale der einzelnen Menschen und Athleten. So wie die von Ellie Cole, der mit drei Jahren wegen Krebs ein Bein amputiert werden musste und die jetzt Schwimmerin ist. Oder Jean-Baptiste Alaize, der 1993 im Bürgerkrieg in Burundi ein Bein durch eine Machete verloren hat und jetzt Leichtathletik betreibt. Oder 100-Meter-Sprinter Jonnie Peacock, der mit einer Beinprothese durchs Leben geht.

Doch die vielleicht berührendste Geschichte ist die der Italienerin Bebe Vio, die sich als kleines Kind ins Fechten verliebte, mit elf an Meningitis erkrankte und deshalb ihre beiden Arme und Beine amputieren lassen musste. Und sie entdeckt danach das Rollstuhl-Fechten und verliebt sich erneut, was sie zum Schluss bringt, dass sie Glück hatte, den schönsten Moment ihres Lebens zweimal erleben zu dürfen.

Rising Phoenix ist eine sehr toll inszenierte, berührende Sport-Doku, die allen Menschen Mut geben dürfte, mit Rückschlägen umzugehen, wenn der Wille nur gross genug ist.

L'oro di Scampia

Enzo (Giuseppe Fiorello) holt in Scampia, einem sehr armen Viertel von Neapel, Jugendliche von der Strasse und bietet ihnen mit seiner Judoschule eine Alternative zur Kriminalität. Unter ihnen auch sein eigener Sohn Toni (Gianluca Di Gennaro), den er zu den Olympischen Spielen bringen will.

Der von Regisseur Marco Pontecorvo inszenierte Spielfilm ist inspiriert von der Geschichte über den Judo-Olympiasieger von 2000 in Sydney, Giuseppe Maddaloni. Der Film ist voller glaubhafter Charaktere und legt einen wahren Steigerungslauf hin. Zu Beginn noch ein wenig verhalten, ist der Film in der zweiten Hälfte gespickt mit emotionalen Momenten. Ein Film nicht nur für Sportfans.

Christoph Reiser [chr]

Christoph arbeitet seit 2020 als Freelancer für OutNow. Er weiss, dass man Animationsfilme nicht hassen darf, dafür liebt er Sergio-Leone-Western. Der Besuch eines Filmfestivals ist zuoberst auf seiner Bucket-List, naja fast. Und er mag kein Popcorn im Kino, denn er steht auf Chips.

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