Watchlist-Material: Unsere 13 Favoriten vom Cannes-Filmfestival 2021

Nach zwölf Tagen voller Filme und mit wenig Schlaf sind wir wieder zurück in der Schweiz. Gesehen haben wir in Cannes viele Filme, von denen wir euch ein paar ganz besonders ans Herz legen möchten.

Agathe Rousselle in «Titane», Alicia Vikander in «Blue Bayou», Marion Cotillard in «Annette» und Virginie Efira in «Benedetta» © Agora Films, Focus Features, Filmcoopi, Pathé Films AG

Annette - Deutschschweizer Kinostart: tba

Worum geht es: Musical über eine leidenschaftliche Künstler-Ehe, die spektakulär zu scheitern droht.
Wir finden: Fast zweienhalb Stunden lang singen sich Adam Driver, Marion Cotillard und Big Bang Theory-Star Simon Helberg die Seelen aus dem Leib. Eine bunte Achterbahnfahrt, die sich zwar teilweise selbst ausbremst, aber immer wieder aufs neue beschleunigt und dem Publikum grossartige audiovisuelle Erlebnisse beschert. Zur ganzen Kritik.

© Filmcoopi

Benedetta - Deutschschweizer Kinostart: tba

Worum geht es: Thriller über eine Nonne, die mit einem Verhältnis zu einer anderen Nonne für einen Skandal sorgt.
Wir finden: Regisseur Paul Verhoeven ist auch mit über 80 Jahren immer noch ein Garant für geschmacklose Übertreibung. Dennoch: Sein auf einer wahren (!) Begebenheit beruhendes Thriller-Drama ist einfach zu absurd-komisch, um nicht darüber zu schmunzeln. Zur ganzen Kritik.

Blue Bayou - Deutschschweizer Kinostart: tba

Worum geht es: Drama über eine durch eine bevorstehende Deportation zerrissene Familie in Amerika.
Wir finden: Der Film von Justin Chon spricht einmal mehr Rassismus und Willkür im amerikanischen Justizapparat an und verpackt die Themen in eine dramatische Familiengeschichte, die berührt. Dabei nimmt die Story stark an Fahrt auf und lässt sich beinahe nicht mehr bremsen. Zur ganzen Kritik.

© Focus Features

Cette Musique ne joue pour personne - Deutschschweizer Kinostart: tba

Worum geht es: Komödie über eine Gruppe von Gangstern mit überraschend sensiblen Seiten.
Wir finden: Zunächst einfach mal lustig und für alle empfehlenswert, die schwarzen Humor lieben. Gleichzeitig gelingt es Samuel Benchetrit aber auch, eine Feinfühligkeit auf die Leinwand zu bringen, die man bei einem Film dieses Genres nicht unbedingt erwartet hätte. Zur ganzen Kritik.

La Fracture - Deutschschweizer Kinostart: tba

Worum geht es: Sozialdrama über ein Pariser Spital, in dem die Situation ausser Kontrolle zu geraten droht.
Wir finden: Mit der rasanten Inszenierung sich überstürzender Ereignisse im Stil von Les misérables gelingt Catherine Corsini eine dichte Momentaufnahme eines Landes in aufgeladener Stimmung. Trotz einiger humoristischer Elemente ist das ein beeindruckendes, aber auch bedrückendes Filmerlebnis. Zur ganzen Kritik.

© CHAZ Productions

The French Dispatch - Deutschschweizer Kinostart: 21. Oktober 2021

Worum geht es: Episodenfilm von Wes Anderson über drei Geschichten, die alle in einem fiktiven Magazin erschienen sind.
Wir finden: Der Film kann wegen des halsbrecherischen Erzähltempos ermüdend wirken, und auf der emotionalen Ebene passiert nicht viel. Doch dieses Wimmelbilderbuch von einem Film ist so liebevoll gemacht, dass man letzten Endes dann doch seinem Charme erliegt. Zur ganzen Kritik.

© Searchlight Pictures

Die grosse Freiheit - Deutschschweizer Kinostart: tba

Worum geht es: Gefängnisdrama um einen Mann, der nach dem Zweiten Weltkrieg wegen seiner Homosexualität eingesperrt wird.
Wir finden: Besonders dank seinen Hauptdarstellern Franz Rogowski und Georg Friedrich ein intensives und berührendes Stück Kino, das während fast zwei Stunden gefangen nimmt. Regisseur Sebastian Meise vollbringt zudem das seltene Kunststück, seinen Film perfekt abzuschliessen.

© Freibeuterfilm_Rohfilm

A Hero - Deutschschweizer Kinostart: tba

Worum geht es: Drama um einen Häftling, der sich mit einer guten Tat freikaufen möchte.
Wir finden: Asghar Farhadi ist erneut ein beklemmendes Drama gelungen, das interessante moralische Fragen stellt und unsere publicitygeile Welt ernsthaft anzweifelt. Zur ganzen Kritik.

© AmirhosseinShojaei

Un monde - Deutschschweizer Kinostart: tba

Worum geht es: Drama über ein Mädchen, dessen Bruder von Schul-Rüpeln übel geplagt wird.
Wir finden: Das ganz aus der Perspektive der Kinder gefilmte Pausenplatzdrama ist gleichermassen emotional mitreissend wie aus psychologischer Sicht hochinteressant. Die junge Hauptdarstellerin Maya Vanderbeque ist phänomenal, und ihr Filmbruder Günter Duret steht ihr in nichts nach. Ein grosser kleiner Film und ein echter Geheimtipp. Zur ganzen Kritik.

© Dragons Films

Les Olympiades - Deutschschweizer Kinostart: tba

Worum geht es: Zeitdokument über das Liebes- und Sexleben der heutigen jungen Erwachsenengeneration.
Wir finden: Feinfühlig inszeniertes, intimes und erotisches Drama, das den Nerv der Zeit trifft. In wunderschönen Schwarzweissaufnahmen erzählt der französische Regisseur Jacques Audiard eine moderne Geschichte, die von einem brillant harmonierenden multikulturellen Cast getragen wird. Zur ganzen Kritik.

© ShannaBesson

Red Rocket - Deutschschweizer Kinostart: tba

Worum geht es: Komödie über einen abgehalfterten Pornostar, der versucht, wieder ins Geschäft einzusteigen.
Wir finden: Ähnlich wie in The Florida Project kreiert Sean Baker in dem Film eine Traumwelt mit einer glanzvollen Fassade und einem kaputten inneren Kern, indem er heruntergekommene, schäbige Gegenden mit kraftvollen farbigen Bildern schön aussehen lässt. Zur ganzen Kritik.

Titane - Deutschschweizer Kinostart: tba

Worum geht es: Mindfuck-Horror-Komödie um eine junge Frau mit bewegter Vergangenheit und destruktiver Zukunft.
Wir finden: Der Palmengewinner von Julia Ducournau bleibt überraschend und trumpft mit starkem Vorwärtsdrang, einem unheimlichen Tempo, beinahe unendlichem Einfallsreichtum und Gewaltausbrüchen auf und stösst das Publikum mehr als einmal ordentlich vor den Kopf. Zur ganzen Kritik.

© Agora Films

The Worst Person in the World - Deutschschweizer Kinostart: tba

Worum geht es: Dramedy über eine junge, unentschlossene Frau und deren Leben, Arbeit und Beziehung.
Wir finden: Besticht durch eine realistische Story, die auf interessante Art und Weise erzählt wird. So entsteht eine angenehme, oftmals prickelnde Atmosphäre: Es wechseln sich Streit und Zärtlichkeit ab - stets wirkt alles wie aus dem Alltag einer durchschnittlichen Mittzwanzigerin entsprungen. Zur ganzen Kritik.

© Oslo Pictures

Christoph Schelb [crs]

Christoph arbeitet seit 2008 für OutNow und leitet die Redaktion seit 2011. Seit er als Kind in einen Kessel voller Videokassetten gefallen ist, schaut er sich mit viel Begeisterung alles Mögliche an, wobei es ihm die Filmfestivals in Cannes und Toronto besonders angetan haben.

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