«Mir hat niemand gesagt, was in Endgame passiert»: Das «Black Widow»-Interview mit Regisseurin Cate Shortland

Wir sprachen mit der australischen Regisseurin über ihren ersten Blockbuster und kamen dabei nicht um «Avengers: Endgame» herum. Im Interview gibt es deshalb Spoiler zum vierten «Avengers»-Film.

Scarlett Johansson, Cate Shortland, Florence Pugh und David Harbour am Set von «Black Widow» © Marvel Studios

Du wurdest Mitte 2018 für die Regie von Black Widow angeheuert. Hat Marvel dir damals gesagt, was mit Natasha Romanoff in Avengers Endgame passieren wird oder hat man versucht, es vor dir bis zum Endgame-Kinostart im April 2019 geheim zu halten?
Als ich den Job bekam, wusste ich nicht, was Natasha in Endgame zustossen würde. Ein paar Wochen später sagte man es mir. Wenn ich mich recht erinnere, war es sogar Scarlett Johansson, die es mir anvertraute.

Hat dieses Wissen für dich was verändert?
Überhaupt nicht, denn zu diesem Zeitpunkt war ich schon in die Figur verliebt.

Scarlett Johansson und Florence Pugh in «Black Widow»
Scarlett Johansson und Florence Pugh in «Black Widow» © Marvel Studios

Was war deine Reaktion, als du von Natashas Tod erfahren hast?
Ich war sehr interessiert, denn «Endgame» war damals in der Schnittphase und ich konnte mehrere Versionen ihres Todes sehen - als Filmemacherin finde ich das sehr spannend. Scarlett hat das alles so wunderbar gespielt, wodurch ich dann auch inspiriert wurde und dies mich auch motiviert hat, mit «Black Widow» weiterzumachen.

Die Figuren in diesem Film haben keine wirklichen Superkräfte wie ein Thor oder Captain America. War das etwas, das dich an diesem Projekt gereizt hat?
Absolut. Als ich mich mit Marvel-Chef Kevin Feige unterhielt, hat er mir gesagt, dass es im Film vor allem um Natashas Herz und ihre Menschlichkeit gehen soll. Das unterscheidet sie auch von den anderen Avengers. Er sagte mir, dass wir ihr Trauma ansprechen können, aber dabei nicht den Humor vergessen dürfen. Das war aufgrund der Nebencharaktere dann zum Glück kein Problem.

David Harbour in «Black Widow»
David Harbour in «Black Widow» © Marvel Studios

Die Action ist ziemlich hart. Gab es irgendwelche Zwischenfälle während der Dreharbeiten?
Ja, die gab es. Eine Schauspielerin hat sich den Arm aufgeschnitten, als sie eine Scheibe durchschlagen wollte. Auch David Harbour hat sich einige Mal verletzt. Aber die Hauptdarstellerinnen sind tough und sind alle stark geblieben.

Was waren deine Inspirationen in Bezug auf die Actionszenen?
Filme wie Aliens, Logan, No Country for Old Men, der erste Sicario und The Silence of the Lambs wegen Jodie Foster. Filme, die auf Old-School machen und weniger die Mission-Impossible-Filme, wobei ich Fallout absolut grossartig fand.

Scarlett Johansson in «Black Widow»
Scarlett Johansson in «Black Widow» © Marvel Studios

Der Film beginnt und endet mit Glühwürmchen. Warum Glühwürmchen?
Ich wollte zeigen, dass Natasha auf eine Art unsterblich ist. Obwohl sie nicht mehr unter uns weilt, ist ihr Geist, ihr Licht und das, was sie geschaffen hat, immer noch hier.

Black Widow läuft ab sofort in den Schweizer Kinos.

© Marvel Studios

Christoph Schelb [crs]

Christoph arbeitet seit 2008 für OutNow und leitet die Redaktion seit 2011. Seit er als Kind in einen Kessel voller Videokassetten gefallen ist, schaut er sich mit viel Begeisterung alles Mögliche an, wobei es ihm die Filmfestivals in Cannes und Toronto besonders angetan haben.

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