Love, Death + Robots: So ist die zweite Staffel der Netflix-Anthologie-Serie

Die animierte Anthologie-Serie kehrt mit Staffel 2 zurück auf Netflix. Mit neugierigen Kindern, fehlgeleiteten Robotern die Menschen töten wollen und einem schlafenden Riesen.

© Netflix

Der Ton von Staffel 2 wird gleich in der ersten Folge «Automated Customer Service» gesetzt. In der Zukunft sind fast alle Leute alt (unsterblich?) und lassen sich von Robotern bedienen. Ein (Saug-)Roboter tickt aus und möchte die Hausbesitzerin und deren Hund töten. Das Prinzip hat man schon öfters besser gesehen. Aber ein wenig witzig war die Folge schon. Nachdem in Folge 2 «Ice» Jugendliche nach Walen Aussicht halten, macht in Folge 3 «Pop Squad» ein Polizist Jagd auf illegal gezeugte Kinder. Denn in diesem Setting sind die Menschen unsterblich, im Gegenzug ist es nicht erlaubt, Kinder zu zeugen. Optisch ein wenig im Film-Noir-Look, erinnert die Folge an Blade Runner.

«Snow in the Desert» (Episode 4) wird im SciFi-/Western-Setting gezeigt. Ein Albino ist aufgrund seiner Zellen praktisch unsterblich und wird daher gejagt. Das Ganze erinnert optisch sehr stark an The Mandalorian: sehr nahe an fotorealistischen Bildern, sehr düster, wirklich ein Hingucker. Einen etwas anderen Ansatz als alle anderen sieben Episoden verfolgt «The Tall Grass»: Ein Mann verirrt sich während einer Zigarettenpause im hohen Gras, und dann wird's unheimlich. Mit dem speziellen Zeichenstil und dem dazugehörigen Score ein sehr spannendes Horror-Erlebnis. Eine kleine Überraschung bietet «All Through the House», die kürzeste Episode von allen. Zwei neugierigen Kindern wird dabei ein sehr gruseliges Weihnachtserlebnis beschert.

© Netflix


Noch einmal um den Kampf zwischen Maschine und Mensch geht es in «Life Hutch», wo sich ein abgestürzter Pilot versucht, gegen eine Maschine zu wehren, die ihn töten will. Das ist sehr bedrohlich, spannend und klug umgesetzt. Mit der vermutlich philosophischsten Episode «The Drowned Giant» endet die Staffel dann auch schon. Es geht um Sensationsgier und Umweltverschmutzung. Das Ende ist dann allerdings sehr seltsam für diese Episode. Damit ist diese letzte Episode auch ein wenig bezeichnend für die gesamte zweite Staffel. Keine Episode ist so wirklich rund.

Im Grossen und Ganzen vermag Staffel 2 inhaltlich mit Staffel 1 sicher mitzuhalten. Nur war Staffel 1, alleine schon durch die höhere Anzahl an Episoden (18 anstatt 8), vom Animationsstil her breiter gefächert. Leider ist die Hälfte der zweiten Staffel hyperrealistisch dargestellt, so dass automatisch nicht mehr viel Platz für andere Animationsstile bleibt. Aufgrund der aber fast durchgängig tollen Optik sollte man sich Staffel 2 trotzdem anschauen. Offiziell dauert sie zwar 105 Minuten, aber da man für Intro und Abspann locker drei Minuten von jeder Episode abziehen kann, sind es effektiv nur gute 80 Minuten.

Die dritte Staffel ist in Arbeit und wird im Jahr 2022 erscheinen.

Christoph Reiser [chr]

Christoph arbeitet seit 2020 als Freelancer für OutNow. Er weiss, dass man Animationsfilme nicht hassen darf, dafür liebt er Sergio-Leone-Western. Der Besuch eines Filmfestivals ist zuoberst auf seiner Bucket-List, naja fast. Und er mag kein Popcorn im Kino, denn er steht auf Chips.

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