König Kick auf Netflix: Drei Fussballproduktionen zur Europameisterschaft

Die Fussball-Europameisterschaft (vom 11. Juni bis zum 11. Juli 2021) ist für Christoph Anlass genug, sich eine Serie und zwei Filme zum Thema Fussball anzuschauen, die es alle auf Netflix gibt.

«The English Game» © Netflix

In den drei vorgestellten Produktionen geht es um die Anfänge des Fussballs im 19. Jahrhundert, eine Fussballmannschaft, die unter göttlichem Schutz steht und eines der grössten Überraschungsteams in der Geschichte der Europameisterschaft - dabei wollten die Kicker doch eigentlich nur Urlaub machen.

The English Game

In dieser Miniserie dreht sich alles um den Wandel des Fussballs vom Sport der Oberschicht zu einem Spiel für die Massen. Es waren völlig andere Zeiten damals, im späten 19. Jahrhundert. Nicht nur sehen die Fussballtrikots (wenn man sie denn so nennen will) ziemlich seltsam aus. Auch steht der Präsident des englischen Fussballverbandes bei einem Fussballverein im Tor. Zudem war es verboten, den Fussballern einen Lohn zu bezahlen. Wer viele Fussballszenen erwartet, wird enttäuscht, wer aber an den Schicksalen der einzelnen Akteure interessiert ist und auch den Look aus dieser Zeit mag, kommt bei The English Game auf seine Kosten.

Die heilige Fussballelf - Que baje Dios y lo vea

Ein Kloster droht aus finanziellen Gründen zu schliessen. Doch unter der Leitung von Salvador versuchen die Kloster-Bewohner ein Fussballteam zu formieren, mit dem sie ein heiliges Turnier im Vatikan gewinnen möchten. Diese spanische Komödie ist voller Klischees. Natürlich darf auch nicht fehlen, dass ein Priester sich in eine Frau verliebt und seine Bestimmung hinterfragt. Jedoch ist der Abspann witziger und unterhaltsamer als der ganze Film, der leider nicht mehr als seichte Unterhaltung bietet.

Sommer ‘92

In diesem Film geht es um eine der grössten Sensationen in der Fussballgeschichte. Die eigentlich bereits im Urlaub weilenden dänischen Nationalspieler werden kurzfristig für die Europameisterschaft in Schweden aufgeboten. Da sich das damalige Jugoslawien im Krieg befindet, kann Dänemark nachrücken.

Die Geschichte beginnt kurz vor der Anstellung von Richard Møller-Nielsen als dänischer Nationaltrainer im Jahr 1990. Die Skepsis der Öffentlichkeit ist ihm gegenüber selbst in der Stunde vor dem grössten Triumph immer noch gross. Dazu werden Schicksale von einzelnen Spielern beleuchtet, insbesondere die Leukämie-Erkrankung von Kim Vilforts Tochter. Erfrischend sind auch die Szenen, in denen die Spieler statt zum Fussballtraining zum Minigolf fahren oder sich während der EM auch mal einen Abstecher in ein Fast-Food-Restaurant gönnen.

Der Film flechtet die echten Bilder der einzelnen Fussballspiele in die Handlung ein, die meist abseits des Fussballplatzes stattfindet. Das gelingt mal mehr, mal weniger gut. Ein bisschen witzig und ein wenig dramatisch ist das Ganze. Vor allem zeigt die Geschichte aber, wie nahe Sieg und Niederlage im Fussball und Glück und Trauer im Leben beieinander liegen. Der Film macht definitiv Lust auf die Europameisterschaft.

Christoph Reiser [chr]

Christoph arbeitet seit 2020 als Freelancer für OutNow. Er weiss, dass man Animationsfilme nicht hassen darf, dafür liebt er Sergio-Leone-Western. Der Besuch eines Filmfestivals ist zuoberst auf seiner Bucket-List, naja fast. Und er mag kein Popcorn im Kino, denn er steht auf Chips.

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