Beben in der Schweizer Kino- und TV-Landschaft

Der Schweizer Verleiher Ascot Elite übernimmt ab dem 24. Juni 2021 die Vermarktung und Distribution der Filmtitel von Impuls Pictures - einem früheren direkten Konkurrenten.

Wird neu von Ascot Elite in die Schweizer Kinos gebracht: «Hitman's Wife's Bodyguard» © Lionsgate

Wie heute verkündet wurde, haben das Medienunternehmen CH Media und der Filmverleiher Ascot Elite Entertainment ein strategisches Joint Venture im Schweizer Filmverleih vereinbart. Ab dem 24. Juni 2021 übernimmt Ascot Elite sämtliche Vertriebs- und Vermarktungsaufgaben des Portfolios der CH-Media-Tochter Impuls Pictures AG.

Wie es in einer Medienmitteilung heisst, waren die Filme der beiden Firmen im Kinojahr 2020 für 25 Prozent der Eintritte verantwortlich. Wirklich aussagekräftig ist das logischerweise nicht, da die Kinos wegen der Pandemie für die Hälfte des Jahres geschlossen waren. Die beiden Verleiher hatten einfach das Glück, mit Platzspitzbaby (Ascot Elite) und Knives Out (Impuls) zwei Filme am Start zu haben, die zu Beginn des Jahres - und damit vor dem Ausbruch der Coronapandemie in der Schweiz - viel Geld einspielten. 2019 betrug der Marktanteil der beiden Firmen zusammengerechnet 17.2 Prozent, im Jahr 2018 11.1 Prozent.

Ascot Elite wird damit in Zukunft mehr Filme ins Kino bringen. Neben Highlights wie The Father (mit Anthony Hopkins in seiner Oscar-Rolle), Wrath of Man (mit Jason Statham) und dem heisserwarteten Fantasyabenteuer The Green Knight (mit Dev Patel und Alicia Vikander) kommen nun neu Impuls-Filme wie Hitman's Wife's Bodyguard und Bigfoot Family hinzu.

«Wrath of Man»
«Wrath of Man» © Ascot Elite Entertainment Group. All Rights Reserved.

CH Media erhält im Gegenzug leichteren Zugang zum grossen Filmkatalog von Ascot Elite für seine Free-TV-Sender wie 3+ oder TV24 sowie für die geplante Streaming-Plattform «oneplus». Im Katalog von Ascot Elite befinden sich unter anderem Publikumshits wie Green Book und La La Land sowie die Filmreihen Twilight und John Wick.

«Mit CH Media und den Filmen der Impuls Pictures dürfen wir einen hochrangigen Partner begrüssen, der uns das Vertrauen schenkt, ihr breites und hochklassiges Filmportfolio zu vermarkten. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit CH Media, bei der wir aus den breiten Erfahrungen beider Seiten schöpfen können, um die Position beider Joint Venture-Partner auf dem Schweizer Entertainmentmarkt weiter und nachhaltig zu stärken», so Ralph S. Dietrich, Verwaltungsratspräsident und CEO bei Elite Film AG.

«The Hunger Games: Catching Fire»
«The Hunger Games: Catching Fire» © Impuls Pictures AG

Die Zusammenarbeit macht jedoch auch auf internationaler Ebene Sinn. Da Ascot Elite und Impuls von den Filmen her ähnlich ausgerichtet waren, kam es zwischen den beiden Firmen beim Kampf um Schweizer Verleihrechte von grösseren Hollywoodtiteln jeweils zu einem Wettbieten. Während Impuls sich die Rechte an der Hunger Games-Reihe sichern konnte, holte sich Ascot Elite später die ebenfalls umkämpfte Divergent-Reihe ins Haus. Kurios ist, dass der erste Bad Moms von Ascot herausgebracht wurde, während das Sequel von Impuls vertrieben wurde. Das grosse Wettbieten dürfte mit dem Zusammenschluss vorbei sein.

Leider gibt es bei solchen Dingen auch immer negative Schlagzeilen beim Personal. So bestätigte Roger Elsener, Geschäftsführer Entertainment und Mitglied der Geschäftsleitung von CH Media, gegenüber dem Portal persönlich.ch, dass Impuls Pictures ab 2022 keine Mitarbeitenden mehr beschäftigen wird. «Die Mitarbeitenden sind bereits informiert und wir suchen eine faire Lösung», heisst es in dem Statement.

Christoph Schelb [crs]

Christoph arbeitet seit 2008 für OutNow und leitet die Redaktion seit 2011. Seit er als Kind in einen Kessel voller Videokassetten gefallen ist, schaut er sich mit viel Begeisterung alles Mögliche an, wobei es ihm die Filmfestivals in Cannes und Toronto besonders angetan haben.

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