Vorschau: Filmfestival «Visions du Réel» (15.-25. April 2021)

Zum zweiten Mal in Folge kann das weltbekannte Dokumentarfilmfestival nicht physisch in Nyon stattfinden. Deshalb gibt es auch in diesem Jahr über 140 Dokus online zu sehen.

«Flee» © Visions du Réel 2021

Als eines der ersten Filmfestivals der Welt hat das «Visions du Réel» im Jahr 2020 entschieden, den Event wegen der Pandemie in das Internet zu verlegen. Da die weltweite Coronasituation ein Jahr später nur minim besser ist, wird auch die 52. Ausgabe des Dokumentarfilmfestivals zum grossen Teil online stattfinden. Ausnahmen bilden Schulvorführungen und andere Aktivitäten für Kinder und Jugendliche, die unter Beachtung der geltenden Gesundheitsvorschriften beibehalten werden dürfen.

Der Grossteil der Festivalgänger wird für die Filme jedoch nicht weit gehen müssen. Vom 15. bis zum 25. April 2021 lassen sich 142 Dokumentarfilme (davon 83 Weltpremieren) von zuhause aus streamen. Einzeltickets kosten 5 Franken, den Festivalpass, mit dem man theoretisch alle Filme schauen kann, gibt es gerade einmal für 25 Franken.

Jeden Tag werden neue Filme im Rahmen der zur Verfügung stehenden Plätze (500 Aufrufe pro Film) für 72 Stunden online zur Verfügung gestellt. Die Visionierungen sind auf die Schweiz beschränkt und werden nach einem Programmplan zu drei Tageszeiten gestartet. Die meisten Filme sind mit englischen und französischen Untertiteln ausgestattet. Den kompletten Programmplan findet man auf der Webseite des Festivals.

Ein spannendes und vielseitiges Programm

Für seine 52. Edition hat sich das Festival viele sehr interessante Projekte sichern können. Darunter der am Sundance ausgezeichnete Animationsfilm Flee. Darin geht es um einen jungen Mann, der aus Afghanistan geflüchtet ist und seiner neuen Heimat Dänemark kurz davorsteht, seinen Partner zu heiraten. Um die Anonymität des Protagonisten zu wahren, wurde der Grossteil des Filmes animiert. Flee kann vom 17. April (ab 19 Uhr) bis zum 20. April (bis 19 Uhr) gestreamt werden.

Ein anderer heisserwarteter Film ist The Bubble. Darin zeigt die österreichische Regisseurin Valerie Gudenus das Leben in einer Gated Community namens «The Villages». Dort geniessen 155'000 Bewohnerinnen und Bewohner ihren Ruhestand und leben dort isoliert vom Rest der Welt das goldene Zeitalter eines stolzen, republikanischen und weissen Amerikas. Alle, welche die heile Welt zu stören drohen, bekommen einen Maulkorb verpasst. Dass Gudenus und ihr Team da Drehgenehmigungen erhalten haben, ist überhaupt nicht selbstverständlich. The Bubble steht vom 15. April (ab 15 Uhr) bis zum 18. April (bis 15 Uhr) zum Streamen bereit.

Wer lieber einmal einen Klassiker des Dokumentarfilmes sehen möchte, denen empfehlen wir Le Chagrin et la Pitié aus dem Jahr 1969. Regisseur Marcel Opüls schildert in über vier Stunden den Widerstand und die Kollaboration der französischen Bevölkerung während der Zeit der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg. Diesen Film gibt es vom 24. April (ab 15 Uhr) bis zum 27. April (bis 15:00).

Es gibt also einiges zu entdecken am 52. Visions du Réel. OutNow wird vom Festival mit Filmkritiken berichten.

Christoph Schelb [crs]

Christoph arbeitet seit 2008 für OutNow und leitet die Redaktion seit 2011. Seit er als Kind in einen Kessel voller Videokassetten gefallen ist, schaut er sich mit viel Begeisterung alles Mögliche an, wobei es ihm die Filmfestivals in Cannes und Toronto besonders angetan haben.

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OutNow