Sony Pictures setzt auf Netflix

Während viele Hollywoodstudios in den letzten zwei Jahren ihre eigenen Streamingdienste auf den Markt gebracht haben, plant man bei Sony Pictures anders. Denn Sony setzt lieber auf den Marktführer.

Tom Holland in «Uncharted» © Sony Pictures

Seit dem bahnbrechenden Erfolg von Netflix versuchen die grossen Filmstudios ebenfalls im grossen Streamingmarkt mitzumischen. So schossen vor allem in den letzten zwei Jahren neue Streamingdienste aus dem Boden, die von den Studios selbst entwickelt wurden.

Disney (Disney+), Universal (Peacock), Warner Bros. (HBO Max) und Paramount (Paramount+) versuchen so momentan, Konsumenten mit ihren eigenen Diensten an sich zu binden und dort Filme und Serien bereitzustellen, die man im Idealfall exklusiv im Angebot hat.

Für Marktführer Netflix bedeutet dies, dass immer mehr Studios ihre Filme und Serien von Netflix abzügeln. So lassen sich zum Beispiel nur noch wenige Disney-Produktionen bei Netflix finden. Wer diese sehen möchte, muss zu Disney+ wechseln. Mit vielen Eigenproduktionen wie zum Beispiel Stranger Things oder The Witcher versucht Netflix, die Abwanderung von Filmen und Serien zu kompensieren. Nun bekommt Netflix in Streamingkrieg Unterstützung von einem Hollywoodstudio.

Gemeint ist Sony Pictures, das neben Disney, Universal, Warner Bros. und Paramount zu den grössten Playern im Kinomarkt gehört. Anstatt mit Franchises wie «Spider-Man», «Jumanji», «Hotel Transylvania» und «Bad Boys» einen eigenen Streamingdienst auf die Beine zu stellen, wird Sony Pictures stattdessen in der Zukunft enger mit Netflix zusammenarbeiten.

«Bad Boys for Life»
«Bad Boys for Life» © SONY Pictures Entertainment

Wie es in einer Pressemitteilung heisst, wird Netflix die Exklusivrechte an den Sony-Titeln haben, die ab 2022 veröffentlicht werden. Als Beispiele werden unter anderem die Gameverfilmung Uncharted, der Brad-Pitt-Actioner Bullet Train sowie weitere Fortsetzungen zu Spider-Man: Into the Spider-Verse, Bad Boys und Jumanji genannt. Diese Filme werden also in den nächsten Jahren nur bei Netflix zu sehen sein. Die Konkurrenz, zu der auch Amazon Prime Video gehört, schaut in die Röhre.

Die Vereinbarung gilt dabei für das sogenannte «First Pay Window», welches sich ca. 18 Monate nach dem Kinostart öffnet. Die Sony-Filme werden also nicht kurz nach dem Kinostart auf Netflix zu sehen sein, sondern die Filme werden zuerst wie bisher im Kino und danach im Home-Entertainment-Bereich (DVD, blu-ray, VoD) ausgewertet.

Der Deal sieht weiter vor, dass sich Netflix auch im grossen Katalog von Sony Pictures bedienen darf. Dieser umfasst dank Studios wie Columbia Pictures, Tri-Star, Sony Pictures Classics und Screem Gems, die alle zu Sony gehören, Filme und Serien aus den letzten 100 Jahren - darunter Klassiker wie Lawrence of Arabia und Dr. Strangelove sowie die Frank-Capra-Filme.

Mit dieser Zusammenarbeit dürfte Netflix gerüstet sein für die nächsten paar Jahre im Streamingkrieg.

Christoph Schelb [crs]

Christoph arbeitet seit 2008 für OutNow und leitet die Redaktion seit 2011. Seit er als Kind in einen Kessel voller Videokassetten gefallen ist, schaut er sich mit viel Begeisterung alles Mögliche an, wobei es ihm die Filmfestivals in Cannes und Toronto besonders angetan haben.

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Hollywood Reporter
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