Wird Armie Hammer bei «Death on the Nile» rausgeschnitten?

Neben «Black Widow» und «Free Guy» hat Disney auch die Agatha-Christie-Adaption wegen Corona verschoben. Doch anscheinend nicht nur wegen Corona, wenn man Variety Glauben schenken möchte.

Armie Hammer und Gal Gadot in «Death on the Nile» © 20th Century Studios

Armie Hammer kommt seit ein paar Wochen nicht mehr aus den Schlagzeilen heraus. Zuerst machten Meldungen über kannibalistische Fantasien die Runde und vor einer Woche wurde der Schauspieler der Vergewaltigung bezichtigt. Hammer hat deshalb in letzter Zeit jede Menge Rollen, die er bereits auf sicher hatte, verloren. Momentan machen also viele einen grossen Bogen um den Darsteller. Dies bringt nun auch Disney in eine unglückliche Lage. Denn immerhin spielt Hammer eine der Hauptrollen in der bereits abgedrehten Agatha-Christie-Adaption Death on the Nile. Was soll nun bloss mit diesem Film passieren?

Disney hat vor einer Woche mal das gemacht, was man so kurzfristig machen konnte und den Film um ein paar Monate verschoben - dies zusammen mit anderen Titeln wie Black Widow, Free Guy und The King's Man. «Corona» war die Begründung für diese Verschiebungen. Doch Variety hat erfahren, dass Disney bei Death on the Nile Zeit gewinnen möchte. Der Film hätte am 22. September 2021 anlaufen sollen, nun ist das neue Startdatum am 10. Februar 2022. Das sollte genug Zeit sein, um herauszufinden, wie man mit dieser Armie-Hammer-Situation umgehen möchte.

Armie Hammer und Gal Gadot in «Death on the Nile»
Armie Hammer und Gal Gadot in «Death on the Nile» © 20th Century Studios

Laut Variety muss Disney jetzt eine Strategie entwickeln, welche die Schweigebrecher respektiert sowie die Death on the Nile-Co-Stars (u. a. Gal Gadot, Kenneth Branagh und Rose Leslie) schützt. Disney mit seinem familienfreundlichen Brand dürfte es zudem vermeiden wollen, in Diskussionen um Vergewaltigung und Kannibalismus verwickelt zu werden.

Laut einem Insider plant Disney aber momentan keinen «All the Money in the World» zu machen. Zur Erinnerung: Als vor ein paar Jahren die schwerwiegenden Vorwürfe gegen Kevin Spacey immer lauter wurden, schnitt Regisseur Ridley Scott bei seinem Kidnapping-Thriller kurzerhand alle Szenen mit Spacey raus und drehte diese mit Christopher Plummer neu. Das ging recht schnell, weil die Figur von Spacey/Plummer fast nur Szenen mit den Charakteren von Mark Wahlberg und Michelle Williams hatte.

Christopher Plummer und Mark Wahlberg in «All the Money in the World»
Christopher Plummer und Mark Wahlberg in «All the Money in the World» © Impuls Pictures AG

Das Problem bei Death on the Nile ist jedoch, dass Armie Hammer eine der Hauptrollen spielt und so am Set mit fast allen Schauspielerinnen und Schauspielern vor der Kamera stand. Disney müsste also den Grossteil des Casts nochmals für Nachdrehs aufbieten - ein riesiger und vor allem teurer Aufwand für einen Film mit einem solch grossen Staraufgebot.

Sollte man davon absehen, lässt dies Disney laut einem Manager bei einem anderen Studio nicht mehr viele Optionen:

Option 1: Disney veröffentlicht den Film so wie geplant mit der Erklärung: «Hunderte von Menschen haben an dem Film mitgearbeitet und deren Arbeit möchte man nicht wegen einer Person kaputt machen.»

Option 2: Streaming. Disney verkauft den Film an einen fremden Streamingdienst und muss sich so selber nicht mehr mit diesem Publicity-Albtraum herumschlagen. Disney kann den Film aber auch ohne viel Publicity auf einem eigenen Portal herausbringen - in den USA wäre dies «Hulu», in Europa wäre das wohl «Star» auf Disney+.

Wofür sich Disney entscheiden wird, muss nun abgewartet werden. Genug Zeit ist dank der Kinostartverschiebung in den Februar 2022 vorhanden.

Der Trailer zu «Death on the Nile»

© 20th Century Studios

Christoph Schelb [crs]

Christoph arbeitet seit 2008 für OutNow und leitet die Redaktion seit 2011. Seit er als Kind in einen Kessel voller Videokassetten gefallen ist, schaut er sich mit viel Begeisterung alles Mögliche an, wobei es ihm die Filmfestivals in Cannes und Toronto besonders angetan haben.

  1. Artikel
  2. Profil
  3. E-Mail
  4. Twitter
  5. Letterboxd
Teilen
Auf Facebook teilen  Auf Twitter teilen 
Datum
Quelle
Variety
Themen

Kommentare Total: 2

ma

Öhm.. Klar kann man Medien misstrauen, aber Opfern sollte man schon zuhören...

greedo

schon interessant, wie man medial, ohne Beweise oder Verurteilung Menschen zerstören kann. Ist ja nicht das erste Mal (hallo Kevin Spacey). Aber so lange die Leute jeden Mist in den Medien glauben, so lange tragen wir auch nutzlose Masken!

Kommentar schreiben