Disney will bei «Black Widow» und anderen Filmen kurzfristig entscheiden

Noch hat der Marvel-Film mit Scarlett Johansson in der Titelrolle ein Kinostartdatum im Mai. Ob dieses eingehalten werden kann, darüber werden unter anderem auch die US-Kinogänger entscheiden.

Scarlett Johansson in «Black Widow» © Marvel Studios

Während der Mai 2021 von vielen Hollywoodstudios schon wieder geräumt wurde, hat Disney momentan noch satte drei Filme im fünften Monat des Jahres programmiert. Es sind dies der Marvel-Film Black Widow (6. Mai), die Action-Komödie Free Guy mit Ryan Reynolds (20. Mai) und das 101-Dalmatiner-Prequel Cruella mit Emma Stone (27. Mai). Verständlicherweise sind nun die Augen von Film-Fans und Kinobetreibern auf Disney gerichtet. In einem Interview mit Bloomberg liess Disney-Boss Bob Chapek durchblicken, dass man sich bezüglich einer Entscheidung Zeit lassen wird.

Auf die Frage, ob Black Widow sein Startdatum im Mai einhalten wird, antwortete Chapek: «Die Situation ändert sich andauernd. Vor ein paar Wochen waren die Kinos in New York und Los Angeles noch geschlossen, was sich jetzt aber geändert hat. Wir werden ganz genau hinsehen, wie die Leute auf diese Wiedereröffnungen reagieren werden. Wir werden flexibel bleiben und wahrscheinlich in letzter Minute entscheiden, wie wir Filme wie Black Widow oder andere auf den Markt bringen werden. Wir lieben das Kinoauswertungsfenster, wir feierten in den Kinos unglaubliche Erfolge. Es ist wichtig, unsere Franchises dort aufzubauen. Aber wir wissen auch, dass es nicht der einzige Weg ist, wie man das machen kann. Wir werden also flexibel bleiben und schauen, was in den nächsten Monaten passieren wird. Es ist schwer vorherzusagen, wie sich die Konsument*innen in der nahen Zukunft verhalten werden, wenn wir langsam wieder zurück zu einer Normalität kommen.»

Emma Stone in «Cruella »
Emma Stone in «Cruella » © The Walt Disney Company Switzerland. All Rights Reserved.

Ein klares Bekenntnis zu Mai-Veröffentlichungen hört sich definitiv anders an. Man kann aus Chapeks Worte auch schliessen, dass zeitgleiche Veröffentlichungen auf Disney+ möglich sein könnten. Am Ende werden es die US-Kinogänger*innen in der Hand haben. Trauen die sich in den nächsten zwei Monaten nicht in die Lichtspielhäuser, dann dürfte Black Widow entweder nochmals verschoben werden oder dann halt nicht nur im Kino, sondern auch am gleichen Tag auf Disney+ anlaufen - Raya and the Last Dragon hat es vorgemacht.

Fies bei Disneys Konsument*innen-Beobachtung ist jedoch, dass in den nächsten zwei Monaten keine grossen Filme anlaufen werden, welche eine grosse Masse mobilisieren könnten. Zwar stehen mit Godzilla vs. Kong und Mortal Kombat einige Warner-Titel bereit, doch werden diese auch zeitgleich mit dem Kinostart auf HBO Max veröffentlicht. So wird es dann schwierig abzuschätzen sein, ob sich die Leute dann einfach nicht ins Kino getraut haben oder aus reiner Bequemlichkeit zuhause geblieben sind. So dürften Disney und auch andere Studios wohl kein klares Bild von der Kino-Situation erhalten.

Christoph Schelb [crs]

Christoph arbeitet seit 2008 für OutNow und leitet die Redaktion seit 2011. Seit er als Kind in einen Kessel voller Videokassetten gefallen ist, schaut er sich mit viel Begeisterung alles Mögliche an, wobei es ihm die Filmfestivals in Cannes und Toronto besonders angetan haben.

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Bloomberg
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