Unsere meisterwarteten Filme vom Sundance-Filmfestival 2021

OutNow berichtet zum ersten Mal in seiner über 20-jährigen Geschichte vom Filmfestival Sundance. Wir sagen euch nun, worauf wir uns in den kommenden Tagen am meisten freuen.

Eines von vielen Highlights: «Judas and the Black Messiah» © 2020 Warner Bros. Entertainment Inc. All Rights Reserved

Nachdem wir in der Vergangenheit schon die Filmfestivals von Cannes, Berlin, Venedig, Toronto, Locarno, Solothurn, Zürich und viele mehr unsicher gemacht haben, mischen wir nun auch das Sundance auf - und zwar von zuhause aus. Wegen der Pandemie findet das Filmfest 2021 nicht in Park City und Salt Lake City statt, sondern virtuell im Internet. Diese Gelegenheit haben wir beim Schopfe gepackt und konnten uns Akkreditierungen für den Event sichern. Zwar werden wir einige Nachtschichten einlegen müssen, da die meisten Filme nach US-Zeit programmiert wurden, doch macht uns dies nicht viel aus. Denn das Programm verspricht einige Highlights, von denen wir euch nun zehn Stück etwas genauer vorstellen möchten.

Passing

Für ihr Regiedebüt inszeniert die vielbeschäftigte britische Schauspielerin Rebecca Hall einen Roman von Nella Larsen, in dem es um zwei Jugendfreundinnen geht, die beide afroamerikanischer Herkunft sind, aber als Weisse «durchgehen» können. Um 1929 entschied sich daher die eine für ein Leben in der afroamerikanischen und die andere in der weissen Gesellschaft. Als sie sich wiedersehen, teilen sie ihre Erfahrungen. In den Hauptrollen sind Tessa Thompson, Ruth Negga, André Holland und Alexander Skarsgard zu sehen. [Teresa Vena]

«Passing»
«Passing» © Edu Grau

Judas and the Black Messiah

Regisseur Shaka King erzählt die wahre Geschichte des Black-Panther-Aktivisten Fred Hampton und wie dieser vom FBI mit Hilfe eines Informanten zu Fall gebracht wurde. Seit wir im vergangenen August an einer Pressekonferenz zum Film teilnehmen konnten, freuen wir uns riesig auf den Streifen. Der Trailer verspricht Dramatisches à la Shakespeare und zudem gehören Daniel Kaluuya und Lakeith Stanfield zu den interessantesten Schauspielern ihrer Generation. Packt man noch etwas «Oscar Buzz» dazu, und schon hat man ein absolutes Must-see. [Christoph Schelb]

«Judas and the Black Messiah»
«Judas and the Black Messiah» © 2020 Warner Bros. Entertainment Inc. All Rights Reserved

One for the Road

Diese Co-Produktion zwischen China, Hong Kong und Thailand lockt mit der Tatsache, dass niemand anderes als Grossmeister Wong Kar-Wai als Produzent auftritt. Vom thailändischen Regisseur Baz Poonpirya hat man bisher noch nicht viel gehört, obwohl dies sein dritter Langfilm ist. Protagonisten des Films sind zwei Freunde, die sich lange nicht mehr gesehen haben. Als der eine unheilbar krank wird, besinnen sie sich ein letztes Mal auf ihre Freundschaft. [Teresa Vena]

«One for the Road»
«One for the Road» © Courtesy of Sundance Institute

Eight for Silver

Geheimtipp gefällig? Metro Manila von Regisseur Sean Ellis aus dem Jahre 2013 ist ein grandioser Thriller über einen Mann, der in der Hauptstadt der Philippinen seiner Familie ein besseres Leben ermöglichen möchte, doch stattdessen in Teufels Küche gerät. Ellis' neuster Film ist ein Horrorstreifen, der im späten 19. Jahrhundert angesiedelt ist. Ein Mann soll darin ein wildes Tier jagen, welches in einem Dörfchen Angst und Schrecken verbreitet. Doch schnell wird der Mann merken, dass hier unheimlichere Mächte am Werk sind. Klingt ein bisschen wie der wilde französische Genre-Mix Le Pacte des Loups, womit wir als Fans des Filmes von Christophe Gens sehr gut leben können. [Christoph Schelb]

«Eight for Silver»
«Eight for Silver» © Sean Ellis

Prisoners of the Ghostland

Sion Sono, das japanische Enfant terrible des Kinos und Garant für exzentrische Filmerlebnisse, wagt den Sprung nach Hollywood und inszeniert einen Science-Fiction-Horrorthriller mit Nicolas Cage in der Hauptrolle. Die Enkelin eines wichtigen Politikers ist in «Ghostland», einem feindseligen, magischen Paralleluniversum, gefangen. Ein brutaler Verbrecher, der extra aus dem Gefängnis geholt wird, muss den Fluch brechen und die Frau retten. Wird als Nicolas Cages bisher wildester Film beschrieben. Oh boy! [Teresa Vena]

«Prisoners of the Ghostland»
«Prisoners of the Ghostland» © Courtesy of Sundance Institute.

In the Earth

Die Wundertüte Ben Wheatley ist wieder da. Nach seinem höllisch-unterhaltsamen Ballerfilm Free Fire enttäuschte der Engländer zuletzt mit dem Netflix-Film Rebecca. Mit In the Earth kehrt Wheatley nun zu seinen Horrorwurzeln zurück. Der Grusler spielt in einer Welt, die von einem gefährlichen Virus heimgesucht wird - könnte einem bekannt vorkommen. Ein Wissenschaftler versucht darin, zu einer Forschungsstation im tiefsten Wald zu gelangen. Doch der Weg dorthin wird zum Horrortrip. Bei Wheatley weiss man irgendwie nie, was einen erwartet. Alleine aufgrund des Bildes hoffen wir aber auf 100 Minuten Hochspannung. [Christoph Schelb]

«In the Earth»
«In the Earth» © Neon

Mother Schmuckers

Der Erstlingsfilm der beiden belgischen Brüder Lenny und Harpo Guit verspricht, eine absurde Komödie mit viel Klamauk zu werden. Protagonisten sind ebenfalls zwei Brüder. Zwei Schwachköpfe und Muttersöhnchen, die einiges Dummes anstellen. Als sie den Hund ihrer Mutter verlieren, müssen sie diesen innerhalb von 24 Stunden zurückbekommen, sonst fliegen sie raus. [Teresa Vena]

«Mother Schmuckers»
«Mother Schmuckers» © Sylvestre Vannoorenberghe

Cryptozoo

Dash Shaw ist zurück! Fünf Jahre nach seinem sehr speziellen, aber äusserst faszinierenden Animationsfilm My Entire High School Sinking Into the Sea kehrt er mit Cryptozoo zu. Darin geht es um ein Pärchen, welches ein Einhorn und andere traumfressende mystische Kreaturen vor der Regierung zu verstecken versucht. Klingt herrlich schräg und wenn Shaw von der Qualität her nur ein bisschen an seinen Vorgänger anknüpfen kann, sind wir schon sehr happy. [Christoph Schelb]

«Cryptozoo»
«Cryptozoo» © Johnny Dell'Angelo

Rebel Hearts

Nonnen in schwarzer Tracht, die gegen ihre eigene Institution kämpfen, mit Banderolen, Gitarren und Liedern. Ein bisschen erinnert dies an Sister Act mit Whoopi Goldberg, das allem Kitsch zum Trotz einfach fantastisch war. Doch hier handelt es sich um einen Dokumentarfilm, der Mitglieder eines katholischen Frauenordens porträtiert, die sich bereits vor 50 Jahren gegen die patriarchalischen Konventionen ihres «Arbeitgebers» aufgelehnt haben und es immer noch tun - klingt waghalsig. [Teresa Vena]

«Rebel Hearts»
«Rebel Hearts» © Courtesy of Sundance Institute.

John and the Hole

Schon Kevin wusste, dass wenn man alleine zuhause ist, man jede Menge Spass haben kann. Mit John and the Hole kommt nun die etwas düstere Variante. Der 13-jährige John geniesst endlich Zeit für sich, nachdem er seine Eltern und seine Schwester betäubt und sie im Wald in ein riesiges Loch geworfen hat. Der als psychologische Thriller beworbene Streifen hatte eine Einladung ans letzte Cannes-Filmfestival, was schon ein erstes Qualitätsmerkmal ist. Der Film ist zudem mit Michael «Dexter» C. Hall, Jennifer Ehle und Taissa Farmira als unfreiwillige «Lochbewohner» erstklassig besetzt. Wir freuen uns auf einen äusserst bösen Film. [Christoph Schelb]

«John and the Hole»
«John and the Hole» © Paul Özgür

Das 37. Sundance-Filmfestival findet vom 29. Januar bis zum 3. Februar 2021 statt. Unsere ganze Berichterstattung findet ihr in unserem Dossier.

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