56. Solothurner Filmtage: Wie ihr die Filme schauen könnt und worauf wir uns freuen

Wegen der Pandemie finden auch die «SoFI» virtuell statt. Wie erklären euch, wie die Filme auf euren Bildschirm kommen und heben potentielle Highlights aus dem umfangreichem Programm heraus.

Sarah Spale in «Von Fischen und Menschen» © Filmcoopi

Für die diesjährige Ausgabe der Solothurner Filmtage muss man die eigenen vier Wände nicht mal verlassen. Die Werkschau des Schweizer Films wird in ihrer 56. Ausgabe komplett online durchgeführt. Doch wie soll das genau funktionieren? Wir erklären euch Schritt für Schritt, wie und ab wann ihr euch Tickets sichern könnt und was ihr tun müsst, um die Filme auf euren Bildschirm zu bringen. Zudem verraten wir euch, welche Werke man sich vormerken sollte.

How to Festival

Ohne Account geht nichts

Um sich die Filme des Festivals anzusehen, braucht man erstmal einen Account beim Festival. Diesen erstellt man ab Montag, dem 18. Januar 2021, ab 12:00 auf der Website der Solothurner Filmtage. Mit dem Account und einer Kreditkarte wird man dann imstande sein, sich Tickets für die Vorstellungen zu sichern. Pro Film oder Filmprogramm sind jeweils 1'000 Plätze verfügbar. Für die grossen Filme lohnt es sich, schnell zu sein. Der Ticketpreis für einen Film/ein Kurzfilmprogramm beträgt CHF 10.

Die Zeit im Auge behalten

Jeder Film besitzt ein Zeitfenster von 72 Stunden, in dem er zum Abruf bereitsteht - danach verschwindet er. Einmal gestartet, bleiben 36 Stunden, um einen Film fertigzuschauen. Die meisten Zeitfenster beginnen um 12:00, neue Filme kommen also täglich um diese Uhrzeit hinzu. Die Ausnahme bildet der Eröffnungstag, an dem das Zeitfenster um 22:00 beginnt.

Wie bringe ich die Filme auf meinen TV?

Es gibt zwei Möglichkeiten. Zum einen kann man den Laptop mit einem HDMI-Kabel an seinen Fernseher hängen. Der TV zeigt dann, was auf dem Laptop gerade läuft. Wer hingegen Besitzer eines Chromecast- oder eines Apple-TV-Gerätes ist, der streamt die Filme einfach auf den TV. Der Videoplayer, der bei den Filmtagen verwendet wird, ist mit den Produkten aus dem Hause Google und Apple kompatibel. Eine App gibt es jedoch nicht, man muss sich also mittels eines Browsers auf dem Laptop oder dem Smartphone in seinem Account bei den Solothurner Filmtagen anmelden.

«Amazonen einer Grossstadt»
«Amazonen einer Grossstadt» © cineworx

Eröffnungsfilm im Free-TV

Um den Beginn der Solothurner Filmtage zu feiern, zeigt die SRG SSR auf ihren Sendern den diesjährigen Eröffnungsfilm Atlas im Free-TV. Auf dem Deutschschweizer Sender SRFzwei läuft der Film des Tessiner Regisseurs Niccolò Castelli von 20:25 bis 22:00.

In Atlas geht es um die begeisterte Kletterin Allegra, deren Realität nach einem Terroranschlag erschüttert wird. Auf RTS2 und RSI LA2 beginnt der Film um 20:30. SRFzwei zeigt zudem um 20:10 ein kleines Special zur Eröffnung der 56. Solothurner Filmtage. Nach dem Abspann findet auf der Webseite des Festivals ein Gespräch mit dem Atlas-Filmteam statt.

«Atlas»
«Atlas» © Solothurner Filmtage

Darauf freuen wir uns

Trotz Pandemie scheint es den Festivalverantwortlichen um Direktorin Anita Hugi während des Auswahlverfahrens nicht an Filmen gemangelt zu haben - ganz im Gegenteil. 651 Filme aller Genres und Längen wurden für die 2021er-Ausgabe eingereicht - im Vorjahr waren es 626. Eingeteilt sind die Filme in unterschiedliche Kategorien, drei davon Wettbewerbe.

Neben den bereits bekannten Sektionen «Prix de Soleure» und «Prix du Public» ist neu «Opera Prima» hinzugekommen. Dort werden Erstlingswerke gezeigt, womit sich das Festival für den jungen Schweizer Film von heute engagieren will. Vielversprechende Regietalente werden so ins nationale Schaufenster gestellt. Wir möchten euch nun ein paar Filme aus den unterschiedlichen Kategorien etwas hervorheben.

Ale

Ale ist der neuste Dokumentarfilm des Ostschweizers O'Neil Bürgi (Fenster zum Jenseits). Er zeigt darin die Geschichte der 19-jährigen Wrestlingschülerin Alessandra und wie diese eine eigene Ringfigur entwickelt. Auf ihrem Weg wird sie jedoch gezwungen, schneller erwachsen zu werden als erwartet. Ihre Weltpremiere hat die Doku am letztjährigen Austin Film Festival gefeiert, wo sie gute Kritiken erhielt.

Verfügbar: vom 20. Januar, 22:00 bis zum 23. Januar, 21:59

The Brain - Cinq Nouvelles du Cerveau

Es handelt sich hierbei um den neuen Film des gefeierten Regisseurs Jean-Stéphane Bron (Mais im Bundeshuus, Cleveland vs. Wall Street). Darin zeigt er den Wettlauf zwischen menschlicher und künstlicher Intelligenz. Während die Forscher langsam die Geheimnisse des menschlichen Gehirns aufdecken, werden gleichzeitig auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz dramatische Fortschritte erzielt.

Verfügbar: vom 21. Januar, 12:00 bis zum 24. Januar, 11:59

Von Fischen und Menschen

Im Film von Stefanie Klemm spielt Platzspitzbaby- und Wilder-Star Sarah Spale die Rolle der Judith, die in einem abgelegenen Jura-Tal eine kleine Forellenzucht betreibt. Die harte Arbeit fordert von der alleinerziehenden Mutter alles. Glücklicherweise hat sie seit kurzem mit Gabriel einen zuverlässigen Gehilfen. Zwischen den beiden wächst ein vertrauensvolles Verhältnis. Doch ein jäher Schicksalsschlag zerstört das Idyll.

Verfügbar: vom 21. Januar, 12:00 bis zum 24. Januar, 11:59

Nachbarn

Mit seinen Dokumentarfilmen Unser Garten Eden und Der Imker feierte Regisseur Mano Khalil grosse Erfolge. Nun ist er zurück mit einem Spielfilm, der in einem syrischen Grenzdorf in den frühen Achtzigerjahren angesiedelt ist. Dort erlebt der kleine Sero sein erstes Schuljahr. Als der Lehrer Hass auf die Juden predigt, verwirrt dies Sero total. Denn seine langjährigen Nachbarn gehören zu einer liebenswerten jüdischen Familie.

Obwohl die Inhaltsangabe eher schwer klingt, fallen im Pressetext auch die Worte «Satire» und «Humor». So darf man gespannt sein, was Khalil mit diesem von eigenen Erlebnissen inspirierten Film geschaffen hat.

Verfügbar: vom 23. Januar, 12:00 bis zum 26. Januar, 11:59

«Nachbarn»
«Nachbarn» © Frenetic Films

Réveil sur Mars - Wake up on Mars

In dem am letztjährigen Visions du Réel uraufgeführten und gefeierten Dokfilm geht es um den astronomiebegeisterten Jungen Furkan, der davon träumt, seine Schwestern auf den Mars zu bringen. In der Realität sind die Schwestern vor mehr als drei Jahren ins Koma gefallen. Sie wurden Opfer des «Resignation Syndroms». Trotz allem versucht die Familie, weit weg von ihrer Heimat Kosovo, ein normales Leben zu führen.

Verfügbar: vom 25. Januar, 12:00 bis zum 28. Januar, 11:59

OutNow wird auch in diesem Jahr wieder mit Kritiken von den Solothurner Filmtagen berichten.

Christoph Schelb [crs]

Christoph arbeitet seit 2008 für OutNow und leitet die Redaktion seit 2011. Seit er als Kind in einen Kessel voller Videokassetten gefallen ist, schaut er sich mit viel Begeisterung alles Mögliche an, wobei es ihm die Filmfestivals in Cannes und Toronto besonders angetan haben.

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OutNow