Schlag auf Schlag: Die Produktionen übers Boxen auf Netflix

Christoph hat diese Woche einem Teenager beim Ringen zugeschaut, unterschiedliche Kampfsportarten gesichtet und dabei festgestellt, dass sich der Boxsport offenbar auf dem absteigenden Ast befindet.

«First Match» © Netflix

First Match

Teenagerin Monique wird von ihrer Pflegemutter auf die Strasse gesetzt und schläft nebenher mit dem Mann der Pflegemutter. Um ihre Aggressionen abzubauen, trainiert sie in einem reinen Männerringer-Team und muss sich dort gegen Jungs in ihrem Alter durchsetzen. Als sie ihren aus dem Gefängnis entlassenen Vater wieder trifft, warten weitere Herausforderungen auf Monique.

First Match ist ein unterhaltsames Coming-of-Age-Sportdrama, das mit Hauptdarstellerin Elvire Emanuelle gut besetzt ist. Ein Fan des Ringens muss man nicht sein, die Ringkämpfe machen insgesamt nur wenige Minuten des Films aus.

Fightworld

In dieser Dokuserie, dessen erste Staffel fünf Episoden à ca. 40 Minuten umfasst, ist Schauspieler Frank Grillo der Hauptdarsteller. Er bereist Länder wie Mexiko, Senegal oder Israel und kommt dort mit den verschiedensten Kampfsportarten in Berührung, sei es normales Boxen, Thaiboxen oder Krav Maga.

Wenn in der ersten Episode ein junges mexikanisches Mädchen davon berichtet, dass es durch das Boxen von Alkohol und anderen Drogen losgekommen ist, ist das sehr eindrücklich. Ebenso wie wenn ein Gefängnisinsasse erzählt, dass er dank des Sports im Knast überhaupt überleben kann. Die verschiedenen Menschen kommen immer nur zwei, drei Minuten zu Wort, was zwar schade ist, aber dennoch machen die einzelnen Schicksale Eindruck. Die einzige Konstante in der Serie ist Schauspieler und Kampfkünstler Frank Grillo, das ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, da es immer haarscharf reine Selbstdarstellung grenzt.

Für alle, die sich nicht für den Sport alleine, sondern auch für die Menschen interessieren, die die jeweilige Kampfsportart ausüben, ist das eine unbedingte Empfehlung.

CounterPunch

In dieser Box-Dokumentation begleiten wir die drei Boxer Cam F. Awesome, Chris «Lil B-Hop» Colbert und Peter «Kid Chocolate» Quillin ein paar Jahre in ihrer Karriere. Awesome (hiess früher Lenroy Thompson), ein Amateurboxer und mehrfacher US-Champion, möchte sich für die Olympischen Spiele 2016 qualifizieren. Colbert möchte Profi werden und Peter Quillin, ehemaliger WBO-Weltmeister im Mittelgewicht, startet ein Comeback. Es kommen auch ehemalige Champions wie Sugar Ray Leonard oder Oscar de la Hoya zu Wort.

Die Doku wurde von Jay Bulger produziert, der früher selber geboxt hat. Das Ganze spielt fast ausschliesslich in den Boxhallen respektive im Boxring und kommt daher ein wenig eintönig daher. Ausschliesslich für grosse Box-Fans eine Empfehlung.

Christoph Reiser [chr]

Christoph arbeitet seit 2020 als Freelancer für OutNow. Er weiss, dass man Animationsfilme nicht hassen darf, dafür liebt er Sergio-Leone-Western. Der Besuch eines Filmfestivals ist zuoberst auf seiner Bucket-List, naja fast. Und er mag kein Popcorn im Kino, denn er steht auf Chips.

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