*Brumm*: Die Automobil-Rennsport-Filme auf Netflix

Ein fünfmaliger Weltmeister, vier gelangweilte Grossunternehmer und ein 24-Stunden-Krieg sind in dieser Woche im Fokus von Christoph. Denn er versucht die Faszination Automobil-Rennsport zu verstehen.

«Fangio - Der Mann, der die Maschinen zähmte» © Netflix

Fangio - Der Mann, der die Maschinen zähmte

Diese Doku basiert auf einer Studie, die besagt, dass Juan Manuel Fangio der beste Formel-1-Fahrer der Geschichte war. Es wird auf Fangios Karriere zurückgeblickt, der in den 1950er-Jahren fünf Mal Weltmeister in vier verschiedenen Autos (Maserati, Ferrari, Alfa Romeo, Mercedes) wurde.

Die Dokumentation wechselt zwischen vielen verwackelten Schwarz-Weiss-Aufnahmen von Formel-1-Rennen und Interviews mit ehemaligen Weltmeistern wie Jackie Stewart (1969, 1971, 1973), Alain Prost (1985, 1986, 1989, 1993) oder Nico Rosberg (2016). Die Bilder scheinen nichts mit der heutigen Formel 1 zu tun zu haben, von Schutzausrüstung oder Sicherheitsvorkehrungen ist in den historischen Aufnahmen nichts zu sehen. Fast logisch, dass dadurch damals sehr viele Fahrer bei der Ausübung ihres Sports starben. Diese morbide Tatsache ist auch so etwas wie der rote Faden in dieser Doku.

Eine Empfehlung nur für Menschen, die nicht nur generell an der Formel 1 Interesse bekunden, sondern vor allem an historischen Formel-1-Rennen der 50er-Jahre interessiert sind.

Die Herrenfahrer

In dieser Doku werden vier Grossunternehmer porträtiert, die in ihrer Freizeit Autorennen fahren. Es sind sogenannte Gentleman Driver (Herrenfahrer). Ricardo Gonzalez (mexikanischer Geschäftsmann), Paul Dalla Lana (Gründer NorthWest Healthcare), Mike Guasch (CEO Molecule Labs) und Ed Brown (CEO The Patron Spirits Company) sind die Protagonisten, die pro Saison 1 bis 5 Millionen Dollar investieren, um mit und gegen Rennprofis fahren zu dürfen.

Sie fahren bei der FIA-Langstrecken-WM und den European Le Mans Championships und man sieht durchaus spannende Rennen, wie es sie beispielsweise in der Formel 1 kaum mehr gibt. Auch das jeweilige Firmenmodell unserer vier Protagonisten wird kurz vorgestellt. Etwas traurig oder zumindest nachdenklich stimmt nur, dass der Rennsport offenbar für alle vier eine Flucht ist vor dem dauernden Termindruck und sie im Rennwagen die paar Stunden ohne Telefonate und Mails geniessen.

Insgesamt eine sehr gute und mit 80 Minuten auch kurze Dokumentation.

The 24 Hour War

Dieser Film zeigt den Kampf zwischen Ford und Ferrari zu Beginn der 1960er-Jahre. Will man sich historische Aufnahmen von Rennsport-Events ansehen, schaut sich besser Fangio an. Will man spannendere Rennen anschauen, schaut man sich tatsächlich Die Herrenfahrer an und interessiert man sich für die Dramatik bezüglich der Vorherrschaft zwischen Ferrari und Ford, dem sei Le Mans 66 mit Christian Bale und Matt Damon ans Herz gelegt.

Ansonsten ist diese Dokumentation leider nicht wirklich zu empfehlen.

Christoph Reiser [chr]

Christoph arbeitet seit 2020 als Freelancer für OutNow. Er weiss, dass man Animationsfilme nicht hassen darf, dafür liebt er Sergio-Leone-Western. Der Besuch eines Filmfestivals ist zuoberst auf seiner Bucket-List, naja fast. Und er mag kein Popcorn im Kino, denn er steht auf Chips.

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