«Marco gräbt aus!» Kapitel 1: Bad News & «Defending Jacob»

Auch wenn die Studios den Kinos grosse Blockbuster momentan vorenthalten, gibt es immer tolles zu entdecken in der Welt des Filmes. Marco berichtet neu regelmässig aus dem Alltag als Hobbycineast.

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Bad News

Auf dem Platz Zürich schliessen mehre Kinos. Besonders die Nachricht, dass die Arthouse-Commercio ab dem 26. November für mindestens zwei Monate die Projektoren nicht mehr einschalten wird, stimmt nachdenklich. Gerade die kleinen Kinos könnten auch während der gesamten Krise ein abwechslungsreiches Programm bieten. Dieses Jahr wird also auch gegen Ende nicht besser.

Defending Jacob

Die bedrückende Stimmung dürfte auch auf dem Bildschirm weiter gehen. Seit wenigen Monaten geniesse ich das Streaming-Abo «Apple TV+» und aktuell steht das Thriller-Drama Defending Jacob auf dem Programm. Heute gibt es die letzten beiden Folgen in der guten Stube. Die von Morten Tyldum (Passengers) inszenierte Miniserie dreht sich um den Mord an einem Teenager. Kurz nach Beginn der Ermittlungen von Staatsanwalt Andrew Barber (Chris Evans) stellt sich heraus, dass sein Sohn Jacob (Jaeden Martell aus It) der Hauptverdächtigte ist, Barber den Fall als Kläger abgeben muss und mit Hilfe von Anwältin Joanna Klein (Cherry Jones) auf eigene Faust versucht, die Unschuld seines Sprösslings zu beweisen.

Mit seinen 8 Folgen kommt Defending Jacob auch auf knapp so viele Stunden und war so auch für mich mit meiner «Anti-Binge-Einstellung» innerhalb einer Woche machbar. Die etwas zäh erzählte Geschichte nimmt sich etwas zu ernst und die Hauptanweisung für Licht- und Makeupgestaltung hiess wohl «bleich ist kein Seich», denn die vom Schicksal geplagten Figuren sehen alle äusserst blass und ungesund aus. Die träge Inszenierung des norwegischen Regisseurs passt dann auch weniger zu den abstrusen und pulpigen Plotelementen, die etwas weniger ernst genommen werden können. Die letzte Folge schlängelt sich durch eine Reihe von Wendungen und führt auf falsche Fährten. Dies kommt leider aber etwas spät, nachdem sich die erste Hälfte eher gemächlich fortbewegt hat. Keine reine Zeitverschwendung, aber auch kein Gone Girl oder Prisoners, die hier eindeutig Pate standen.

Marco Albini [ma]

2003 verfasste Marco seine erste Kritik auf OutNow und ist heute vor allem als Co-Moderator des OutCast tätig. Der leidenschaftliche «Star Wars»-Fan aus Basel gräbt gerne obskure Genrefilme aus, aber Komödien sind ihm ein Gräuel.

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