Christophs Sportecke - Basketballfilme auf Netflix

Freelancer Christoph wird sich in den nächsten Wochen durch den Dschungel der Sportfilme und Sportdokus auf Netflix kämpfen. Zu Beginn nimmt er sich des Themas Basketball an.

«Amateur» © Netflix

Amateur

In diesem Drama träumt der 14-jährige Terron (Michael Rainey Jr.) von einer Karriere als Basketball-Profi. Coach Gaines (Josh Charles) wird auf ihn aufmerksam und nimmt ihn in sein High-School-Team auf. Mehr und mehr merkt Terron, dass er in einen Sumpf von Korruption hineingerät.

Was man in diesem Drama sucht, ist genau ebendas: das Drama. Es wird hin und wieder auf etwas zugesteuert, aber schlussendlich bleibt das Ganze farblos. Genauso wie die Hauptdarsteller, die nicht mitzureissen vermögen. Alles in allem handet es sich um die schon sehr oft verfilmte Geschichte über einen jugendlichen Underdog, der sich beweisen muss. Es gibt einige zusätzliche Themen wie Terrons Vater, von dessen Sportlerkarriere ihm nur ein Hirnschaden bleibt oder die Zahlenschwäche von Terron. Die Probleme werden aber meist ignoriert oder sehr schnell gelöst. Insgesamt interessante Ansätze, aber zu wenig Tiefgang.

The Carter Effect

In dieser 60-minütigen Doku dreht sich alles um den ehemaligen Basketball-Spieler Vince Carter und seine Zeit bei den Toronto Raptors. Die Doku kommt ohne Off-Sprecher aus, das Reden übernehmen ehemalige Teamkameraden und bekannte Einwohner von Toronto wie der Musiker Drake.

Der Einfluss von Carter auf die NBA und vor allem auf die Stadt Toronto wird sehr eindrücklich gezeigt. Ebenso die spektakulären Dunks aus den Anfängen der Karriere. Letztendlich fehlt dem Film aber der rote Faden und vor allem fehlt es an genügend Stoff für einen 60-minütigen Film. So ist er nur für hartgesottene NBA-Fans empfehlenswert.

Nowitzki - der perfekte Wurf

Diese Doku über einen der besten Basketballer und einen der besten deutschen Sportler aller Zeiten zeigt sehr unterhaltsam der Weg des 2,13 Meter grossen Dirk Nowitzki, von seinen Anfängen in einer kleinen Turnhalle bis zur Weltspitze in der NBA.

Doch der heimliche Star der Doku ist nicht Dirk Nowitzki, sondern vielmehr sein langjähriger Mentor Holger Geschwindner, der mit seinen oft sehr unkonventionellen Methoden Nowitzki immer besser werden liess. Im Weiteren erfährt man, was Jazz und Basketball gemeinsam haben. Und auch das «Institut für angewandten Unfug» spielt eine grosse Rolle in Nowitzkis Karriere. Selbst politische Grössen wie Helmut Schmidt, Angela Merkel und Barack Obama bekommt man im Film zu Gesicht.

Den Abspann zum Song «All Night» von Parov Stelar sollte man unbedingt auch anschauen. Ein würdiger Abschluss dieses kurzweiligen, allerdings auch weitgehend unkritischen Dokumentarfilms.

Christoph Reiser [chr]

Christoph arbeitet seit 2020 als Freelancer für OutNow. Er weiss, dass man Animationsfilme nicht hassen darf, dafür liebt er Sergio-Leone-Western. Der Besuch eines Filmfestivals ist zuoberst auf seiner Bucket-List, naja fast. Und er mag kein Popcorn im Kino, denn er steht auf Chips.

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