Bond hat 2020 keine Zeit zu sterben - Kinostart wird auf 2021 verschoben

Der Filmstart zum neusten Bond-Abenteuer rückt wieder in die Ferne. Die Produzenten haben entschieden, den Start angesichts der anhaltenden Pandemie ein zweites Mal zu verschieben.

© Universal Pictures International Switzerland. All Rights Reserved.

Eben erst hat noch alles nach einem definitiven Start am 12. November ausgesehen: Keine 24 Stunden sind vergangen seit der Veröffentlichung des Musikvideos zu Billie Eilishs Bond-Song.

Nun wird die Vorfreude einmal mehr gewaltig ausgebremst: Bond hat 2020 gecancelt, bzw. 2020 den Bond. MGM, Universal und die Produzenten Michael G. Wilson & Barbara Broccoli haben am Freitag den Filmstart auf den 2. April 2021 verschoben. Wie schon im Frühling ist der Grund in den wieder ansteigenden Fallzahlen zu suchen. Der 25. Bond hat 200 Milliondn Dollar Produktionsbudget und obendrauf etliche Marketingmillionen einzuspielen - Europa spielte dabei schon bei den vergangenen Bonds eine sehr wichtige Rolle, welche nun die Produzenten wieder verstärkt durch das Coronavirus gefährdet sehen.

Diese erneute Verschiebung ist nicht nur für die Bond-Fans ein harter Schlag, sondern besonders auch für die Kinos. Denn ohne grosse Filme bleibt das Publikum weiterhin fern. Der nächste Blockbuster auf dem Releasekalender ist nun neu der Disney/Pixar-Film Soul am 26. November 2020. Das sind jetzt also fast nochmals zwei Monate, in denen Tenet das einzige Zugpferd bleiben wird - und der Film von Christopher Nolan läuft dabei schon seit dem 26. August in den Kinos.

Vor allem auch in der Schweiz wurden in den vergangenen Wochen alle Hoffnungen auf No Time to Die gesetzt. Auch in einem normalen Jahr ist ein 007-Abenteuer ein Film, der den Unterschied in der Gesamtabrechnung machen kann. Für die letzten beiden Bond-Filme, Skyfall und Spectre, gingen je über eine Million Tickets über die Schweizer Kinotheken. Ohne das Bond-Geld dürfte es jetzt ziemlich schnell ziemlich düster und ungemütlich für die Lichtspielhäuser in unserem Land werden.

Die Hoffnung liegt nun nicht mehr auf Produktionen aus der Traumindustrie, sondern auf den einzelnen Schweizer Kantonen. Diese entscheiden über Unterstützungszahlungen. Es ist auch nicht auszuschliessen, dass einige Kinos den Betrieb wegen zu tiefer Besucherzahlen wieder einstellen werden. Denn die Betriebskosten dürften vielerorts momentan höher als die Einnahmen sein.

2020 isch en Seich!

Christoph Schelb [crs]

Christoph arbeitet seit 2008 für OutNow und leitet die Redaktion seit 2011. Er liebt die Filme von Christopher Nolan, die Festivals in Cannes und Toronto und kann nicht wirklich viel mit Jean-Luc Godard anfangen, was aber wohl auf Gegenseitigkeit beruht. Gewinner des Filmpodium-Filmbuff-Quiz 2019.

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