Das Venedig-Tagebuch von OutNow - Tag 0 - Corona Total statt Courant normal

Ein Wagnis beginnt. Pandemie war im Frühling. Als erstes grosses Filmfestival zieht man in Venedig das volle Programm durch. Zwei von OutNow begeben sich maskiert in die Gefahrenzone.

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Zwei wagemutige OutNow-Redakteure sind ab Mittwoch wieder mehrfach pro Tag in Kinosälen anzutreffen. Denn endlich ist wieder richtig Festival angesagt. Wir lachen deshalb nur noch müde, wenn uns der Chefredakteur per Mail Screeners zur Rezension anbieten möchte. Statt Filme per Link im Finken-Kino anschauen, stehen für die nächsten zehn Tage richtige physische Vorstellungen auf dem Plan. Mit Masken und etwas Bammel.

Italien trotzt der Pandemie. Und Venedig-Festival-Direktor Alberto Barbera stiert sein Ding durch. Mit Fiebermessen am Eingang und verkleinertem Staraufgebot. Die meisten Hollywoodianer bleiben ennet dem Teich. Netflix schickt keine Award-Contenders. Statt Courant normal Corona total.

«Wie soll das gehen?», waren auch unsere Gedanken vorab. Es hiess sogar einmal, dass es Open-Air-Vorstellungen geben soll. Ein Innenstadt-Kino anstatt des schönen Palazzo del Cinema ganz nah am Strand stand zur Debatte. Ein erster Eindruck vom Festivalgelände zeigt aber: Eigentlich alles wie gehabt. Bis auf die Fieber-Checkpoints und die omnipräsenten Covid-Warntafeln, die kurz vor Start noch überall aufgebaut werden.

Die Anreise - klimafreundlich im Zug - gab aber einen Vorgeschmack. Die Staatsbahn verschenkt Masken während der Fahrt. Pro Vierer-Abteil sitzen nur zwei Personen. Message: Das Virus ist weiterhin unter uns. Und wer denkt, wenn die interkontinentalen Touris aus USA oder Asien fehlen, sei Venedig weniger überfüllt, der irrt. Beim Anstehen fürs Vaporetto war das Sprachengewirr gross und das Gewusel beengend.

Wie sich das Festival mit Live-Publikum sein wird, erfahren wir heute. Es bleibt spannend.

Roland Meier [rm]

Roland sammelt 3D-Blu-rays, weil da die Publikationen überschaubar stagnieren, und kämpft im Gegenzug des Öfteren mit der Grenze der Speicherkapazität für Aufnahmen bei Swisscom TV. 1200 Stunden Film und Fernsehen ständig griffbereit sind ihm einfach nicht genug.

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