Die 100 besten Filme seit es OutNow gibt: Plätze 80-71

Langsam, langsam kommen wir zu den richtig, richtig guten Filmen. In diesem Zehner-Pack finden sich unter anderem gleich zwei Filme des kanadischen Meisterregisseurs Denis Villeneuve.

«Knives Out», «Lost in Translation», «Harry Potter and the Prisoner of Azkaban» © Impuls, Pathé Films, Warner Bros.

80. Baby Driver

Warum nur einen Trailer passend auf die Musik schneiden und nicht gleich den ganzen Film? In Baby Driver fährt «Baby» den Fluchtwagen für jemanden, dem er etwas schuldet. Als er die Serviceangestellte Debra kennenlernt, erwacht in ihm der Wunsch nach Unabhängigkeit. So weit, so konventionell. Doch die Welt von Baby Driver folgt stets dem Takt der Musik. Türen schliessen, Knarren schiessen, Pflanzen giessen, alles ist auf den verdammt coolen Soundtrack abgestimmt. Dazu kommen ein bis in die kleinste Nebenrolle toll bestztes Ensemble und die von Edgar Wright zu erwartende Liebe zum Detail. [Nicolas Nater]

© Sony Pictures Releasing Switzerland GmbH

79. The Florida Project

Und plötzlich war da ein Indie-Drama in pink-türkisblau, mit welchem kaum jemand gerechnet hatte. Es geht um White-Trash in Amerika, eine junge Mutter, welche mit ihrer Tochter in einem Motel lebt. Permanent, denn eine Miete für eine Wohnung können sich die beiden nicht leisten. Geradeso schlagen sie sich mit halbwegs legalen und illegalen Tätigkeiten durch. The Florida Project ist ein wahnsinnig berührendes und dennoch wunderschön anzusehendes Drama. Das Schicksal der beiden sympathischen Hauptdarstellerinnen geht einem nahe. Sich mitanzusehen, wie die beiden Kämpfernaturen sich ihren Weg durchs Leben schlagen, erfüllt einen mit Zuversicht und Hoffnung. Go, Moonee! [Yannick Bracher]

© filmcoopi

78. The Grand Budapest Hotel

Wer würde nicht gerne als Lobbyboy im Grand Budapest Hotel arbeiten! Es ist schliesslich eine Institution. Wes Andersons Meisterwerk besticht durch seine immense Detailverliebtheit und den fantastischbesetzten Cast. Mit welchem Tempo und welcher Genauigkeit hier durch die Handlung geführt wird, ist jedes Mal extrem beeindruckend. Jede einzelne Einstellung aus dem Film würde als gedrucktes Poster im eigenen Heimkino funktionieren. Für Ralph Fiennes ist es eine der besten Rollen in seiner Karriere, zumal er als Hotelconcierge für einmal nicht den fiesen Bösewicht mimen muss. [Sven Martens]

© 2014 Twentieth Century Fox Film Corporation. All Rights Reserved.

77. 1917

In 1917 begleitet der Zuschauer zwei junge Soldaten auf Schritt und Tritt. Da Bond-Regisseur Sam Mendes seinen Kriegsfilm so inszeniert hat, dass es aussieht, als wäre alles am Stück gedreht worden, nimmt der Film einen völlig gefangen - gefangen in einer beeindruckend in Szene gesetzten Nachstellung dieser Zeit und deren Umstände. Die Kameraarbeit von Roger Deakins ist schlicht umwerfend. Dies fand übrigens auch die Oscar-Jury und zeichnete Deakins mit dem Goldmännchen aus. 1917 ist ein intimer Kriegsfilm, der keine Nähe scheut und die Spannungsschraube stets angezogen lässt. [Yannick Suter]

© Universal Pictures International Switzerland. All Rights Reserved.

76. Lost in Translation

Es ist eine seltsame, nicht greifbare Melancholie, die den Film von Sofia Coppola durchzieht. Im fremden Tokio laufen sich zwei verlorene Menschen über den Weg und finden doch keinen Ausweg aus ihrem Leben. Es ist eine kurze Flucht aus dem Alltag, weg von den Problemen daheim. Die Verabschiedung der beiden Hauptfiguren ist einer der grössten Momente der vergangenen zwanzig Kinojahre. Auch ohne den von Bill Murray beworbenen Suntory Whiskey hat man hier eine sehr entspannte Zeit. [Sven Martens]

© Studio / Produzent

75. The Social Network

Wenn David Fincher und Aaron Sorkin aufeinandertreffen, kann nur Gutes dabei herauskommen. Oder wie in diesem Fall sogar sehr Gutes. Tarantino kürte The Social Network gar zum besten Film des letzten Jahrzehnts. Mit der Story um Facebook-Gründer Mark Zuckerberg bannte Fincher Geschichte auf Film, die bis heute noch nicht zu Ende erzählt ist. Stylishe Bilder, ein hypnotischer Soundtrack sowie das Spiel von Jesse Eisenberg als «CEO Bitch» und Andrew Garfield als übergangener Geschäftspartner machen The Social Network zu einem Must-See der 2010er. [Swantje Oppermann]

© Sony Pictures Releasing GmbH

74. Harry Potter and the Prisoner of Azkaban

Nachdem Chris Columbus die ersten beiden Potter-Filme recht buchnah, aber auch ziemlich uninspiriert auf die Leinwand gebannt hatte, brachte der Mexikaner Cuarón frischen Wind nach Hogwarts. Schluss war mit steifen Kinderdarstellern in schwarzen Roben, stattdessen traten die Jungdarsteller endlich als authentische Teenager auf, die besonders in Alltagsszenen zu überzeugen wissen. Neben einem Händchen für Schauspieler, Werwölfe und Dementoren brachte Cuarón auch eine ganz eigene Bildsprache mit ins Spiel. Herausgekommen ist der mit Abstand beste Teil der Filmreihe. Mischief Managed! [Petra Schrackmann]

© Studio / Produzent

73. Arrival

Was ist, wenn der erste Kontakt mit einer ausserirdischen Spezies von Wissenschaftlern geführt wird, anstatt von Generälen und Panzern? In Denis Villeneuve's Arrival wird ein globaler Konflikt auf die tiefste persönliche Ebene heruntergebrochen. An der Seite von Dr. Louise Banks werden wissenschaftliche Vorgänge nachvollziehbar und spannend dargestellt. Das grosse Mysterium befindet sich nur auf der anderen Seite einer Glasscheibe. Amy Adams verkörpert hier die Art von Übermensch, die das Kino wirklich braucht: Eine zutiefst empathische Wissenschaftlerin und Mutter, die im Alleingang die Welt retten muss. [Sven Martens]

© Sony Pictures Releasing International. All Rights Reserved.

72. Sicario

Nichts Neues auf der Leinwand: Ein Film über den Drogenkrieg in Mexiko. Ja, das könnte man vielleicht meinen, wäre da nicht die Inszenierung von Regisseur Denis Villeneuve. Ihm ist mit diesem Film ein atmosphärisch sehr dichter Thriller gelungen. Darin versucht die idealistische FBI-Agentin Kate (Emily Blunt) bei den Ermittlungen mit CIA-Agent Matt Graver (Josh Brolin) und dem Söldner Alejandro (Benicio del Toro) Schritt zu halten. Die Schauspieler sind durchs Band hervorragend, die Bilder von Kameramann Roger Deakins äusserst sehenswert und die bis in Mark erschütternde Filmmusik von Jóhann Jóhannsson mehr als nur gelungen. [Christoph Reiser]

© Impuls Pictures AG

71. Knives Out

Noch selten haben Familienkeifereien so viel Spass gemacht: Mit seiner Hommage an Agatha Christie trifft Rian Johnson direkt ins Schwarze. In seinem Whodunit versammelt er einen Allstar-Cast (u. a. Daniel Craig, Ana de Armas, Chris Evans und Jamie Lee Curtis) in einer wunderschönen, mit aussergewöhnlichen Artefakten gefüllten Villa und lässt sie die verbalen Klingen kreuzen. Knives Out brilliert so mit einem straffen, cleveren Drehbuch, zeitgemässen politischen Themen und einem unvergleichlichen Unterhaltungswert. Diesen behält er durchgehend dank mehreren mühelosen Genrewechseln und einem unheimlich spielfreudigen Ensemble. So, und jetzt gibt's einen Donut. [Nicolas Nater]

© Impuls Pictures AG

Plätze 70-61

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