Die 100 besten Filme seit es OutNow gibt: Plätze 100-91

Der Countdown beginnt hier und jetzt: Selbst auf den hintersten Plätzen unserer Top-100 befinden sich Filme, die wir auch heute noch äusserst gerne schauen - egal ob Deprifilm oder bunter Comicspass.

«Scott Pilgrim vs. the World», «Love Actually», «Hot Fuzz» © Universal

100. Love Actually

Richard Curtis, der Meister der britischen Liebeskomödie verknüpft zehn Liebesgeschichten miteinander. Darin geht es nicht nur um die klassische Liebesbeziehung, sondern um alle Formen der Liebe. Ein Schriftsteller (Colin Firth) geht in sein Haus in Frankreich, um sein gebrochenes Herz zu heilen. Ein Witwer (Liam Neeson), der eben seine Frau verloren hat, versucht eine Beziehung zu seinem Stiefsohn aufzubauen. Ein alternder Rockstar (Bill Nighy) versucht sich an seinem Comeback. Der frisch gewählte Premierminister (Hugh Grant) bekommt eine Tasse Tee von der Haushaltshilfe (Martine McCutcheon) serviert. Wo die Liebe hinfällt ... [Giancarlo Schwendener]

© Universal

99. Melancholia

Wie der Titel schon sagt, ist Lars von Triers Drama kein Feelgood-Movie. Mit viel Symbolismus und einem Hauch Sci-Fi hat der dänische Skandalregiesseur einen Film über psychische Krankheit und Depression abgedreht, der in seiner Eindringlichkeit an die Werke von Darren Aronofsky erinnern. Subtil war von Trier noch nie, doch bei Melancholia verzichtet er auf Schockmomente und setzt auf eine ungewohnt bildgewaltige Inszenierung. Das Ende bedrückt, beeindruckt und begleitet die Zuschauer noch lange nach dem Abspann. Kirsten Dunst war nie besser und Udo Kier bringt sogar noch etwas Humor in die wortwörtlich depressive Angelegenheit. [Marco Albini]

© Frenetic Films

98. Scott Pilgrim vs. the World

Ein Film wie ein Videospiel - und das im besten Sinn. Edgar Wrights Comic-Adaption handelt vom mässig coolen Scott, der sich in die mysteriöse Ramona verliebt. Doch um sie zu kriegen, muss er zuerst ihre «Seven Evil Ex's» im Kampf besiegen. Scott Pilgrim vs. The World sprüht förmlich vor Energie, überzeugt mit einem grossartigen Soundtrack, einem sympathischen Ensemble, tollen Effekten und unendlich viel verspieltem Charme. Verspielt im Sinne einer Katze, nicht einer Chance. Denn eine verspielte Chance ist der Film keineswegs. «We don't hate you, please don't die!» [Nicolas Nater]

© Universal

97. Victoria

Das One-Take-Wonder. Sebastian Schipper schickt eine Gruppe von jungen Leuten durch eine Berliner Nacht und filmt mit Kameramann Sturla Brandth Grøvlen alles an einem Stück. Nach einem etwas langsamen Start entwickelt sich der Film zu einem mitreissenden Thriller, welcher durch die Figurennähe - man hat das Gefühl, dass man Teil der Clique ist - einen unvergleichlichen Sog entwickelt, dem man sich nicht entziehen kann. Weil die Geschehnisse ab einem gewissen Punkt immer mehr eskalieren, ist man beim Abspann mit den Nerven völlig am Ende, hat aber die Gewissheit, eines der intensivsten Werke aller Zeiten gesehen zu haben. [Christoph Schelb]

© Filmcoopi

96. Avengers: Infinity War

Wie beendet man eine fast 20 Filme umfassende Filmreihe? Dass die Geschichte um Iron Man, Captain America und Co. mit viel Getöse und einer riesigen Leinwand-Materialschlacht enden würde, war natürlich klar. Dass die erste Hälfte vom Finale der Superheldensaga aber so sehr Gas geben würde, haben wohl nur wenige erwartet. Im Kampf der Guten gegen den von Josh Brolin erstaunlich vielschichtig dargestellten Überbösewicht Thanos übertrumpfen sich die Spezialeffekte, Kampfszenen und ja, auch die Todesszenen der Helden. Und dann dieses Ende! Cliffhanger nerven, aber dieser Schluss? Hut ab! [Petra Schrackmann]

© Marvel Studios

95. Logan

Inszeniert als eine Art futuristischer Western, verzichtet Hugh Jackmans letzter Auftritt als grummliger Eigenbrötler Wolverine auf fast alles, was Superheldenfilme ausmacht. Statt spektakulärer Massenkampfszenen, schicker Gadgets und Heldenuniformen endet seine Geschichte sehr persönlich in einem dreckigen Kampf ums Überleben. Der Weg dorthin ist äusserst brutal, überzeugt aber auch in leisen Momenten dank dem tollen Darsteller-Trio bestehend aus Jackman, Patrick Stewart und Dafne Keen. Logan ist wie ein Schlag in die Magengrube: packender Action-Thriller und berührendes Drama zugleich. [Petra Schrackmann]

© 2017 Twentieth Century Fox Film Corporation. All Rights Reserved.

94. Shoplifters - Manbiki kazoku

Wer diese Familie auf der Leinwand erblickt, muss sie einfach lieb haben: Süss, warmherzig, kauzig, schlitzohrig. In ärmlichen Verhältnissen lebend, sieht sie sich jedoch zu kriminellen Aktivitäten gezwungen und gerät regelmässig mit dem Gesetz in Konflikt. Der japanische Regisseur Hirokazu Koreeda wirft in seinem berührenden Familiendrama einen kritischen Blick auf die Klassengesellschaft und das Justizsystem in seinem Heimatland. Zugleich stellt er moralische Fragen in Bezug auf das Konstrukt und die Bindung einer Familie und beleuchtet die Thematik der Adoption. [Gianluca Izzo]

© cineworx

93. Life of Pi

Ang Lees doppelbödiges Drama um den schiffsbrüchigen Jungen Pi weiss nicht nur dank dessen in grandiosen Bildern umgesetzter Lebensgeschichte - das Visual-Effects-Team hat hier ganze Arbeit geleistet - zu überzeugen, sondern auch wegen seiner philo- und theosophischen Komponente. Wie nebenbei verhandelt der Film in einer unterhaltsamen Theodizee, was eine gute Story ausmacht. Life of Pi erweist sich schliesslich als eine vor Metaphern strotzende Metapher und bringt vom Film-Greenhorn bis zum Universitätsprofessor alle vor eine Leinwand - weil es eben um viel mehr geht als Gott. [Tom von Arx]

© 2012 Twentieth Century Fox Film Corporation. All Rights Reserved.

92. Hot Fuzz

Als Meister der filmischen Stilmittel zeichnen sich Edgar Wrights Filme aus Prinzip durch den frechen Einsatz von Musik, Schnitten und unzähligen Anspielungen aus. So auch beim zweiten Teil der «Cornetto-Trilogie», der eine Liebeserklärung an das Medium Film wie auch an die Freundschaft unter Männern ist. Hot Fuzz ist eine aberwitzige Krimikomödie, aber auch Hommage ans Actionkino und den Kleinstadtmief und trifft nicht zuletzt dank der sich langsam entwickelnden Bromance zwischen Sergeant Angel (Simon Pegg) und seinem unbedarften Partner Danny Butterman (Nick Frost) mitten ins Herz. [Petra Schrackmann]

© Universal

91. Boyhood

Klammheimlich hat Regisseur Richard Linklater über 13 Jahre hinweg am definitiven Coming-of-Age-Film gearbeitet. So wird man wahrhaftig Zeuge des Erwachsenwerdens von Hauptfigur Mason. Der Nostalgiefaktor ist dank der Kleidung und dem Soundtrack hoch und die Geschichte geht extrem ans Herz. Patricia Arquette und Ethan Hawke machen als Eltern des Jungen eine mindestens so grosse Veränderung wie ihr Sohn durch, wodurch der Film gleich auf mehreren Ebenen brillieren kann. Erinnerungen an die Before-Trilogie werden beim naturalistischen Stil wach. Definitiv kein Gimmick-Film, sondern ein unglaublich menschliches Werk mit vielen Identifikationsfiguren. [Marco Albini]

© Universal

Plätze 90-81

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