Unsere Rangliste der Filme von Christopher Nolan

Nachdem wir die ersten zehn Filmes des Regisseurs beleuchtet haben, bringen wir sie nun in eine Reihenfolge. Welchen Film von Nolan finden wir am besten und welche finden wir weniger gut?

Christopher Nolan (rechts) mit John David Washington am Set von «Tenet» © Warner Bros.

Aufgrund der Startverschiebung von Tenet hatte man nun etwas mehr Zeit, um sich nochmals das bisherige Schaffen von Christopher Nolan zu Gemüte zu führen. Wir haben dies natürlich auch gemacht und präsentieren euch jetzt unsere Rangliste der Nolan-Filme, von «super-duper» bis «auch noch ganz gut».

10. Following

Alles Anfang ist ... kosteneffektiv. Mit gerade einmal 6'000 Dollar stellte Nolan mit Following seinen Erstling zusammen. Wie in seinen späteren Werken spielt er auch hier äusserst gekonnt mit der Erzählstruktur. Ein Mann erzählt auf einer Polizeistation seine Geschichte und wie er mit einem Einbrecher gemeinsame Sache machte, der Verbrecher ihn jedoch in ein gefährliches Komplott verwickelte. Nolan enthüllt wichtige Informationen erst gegen Ende und löst so einige «Aha»- und «OMG»-Momente aus. Gegenüber einem Memento besitzen diese Twists zwar nicht dieselbe emotionale Kraft, doch ist dies trotzdem ein eindrückliches Debüt. [Christoph Schelb]

«Following»
«Following» © flaxfilm / AL!VE

9. Insomnia

Im dritten Film von Christopher Nolan spielen Al Pacino, Robin Williams und Hilary Swank die Hauptrollen. Der von Pacino gespielte Ermittler Will Dormer reist aus Los Angeles nach Alaska, um dort den Mord an einer jungen Frau aufzuklären. Der Ermittler findet durch die herrschende Mitternachtssonne keinen Schlaf, was zu gelegentlichen Aussetzern bei Will führt. Als ihm beim Versuch, dem Mörder eine Falle zu stellen, ein folgenschwerer Fehler unterläuft, beginnt ein Katz-und-Maus-Spiel, in dem Al Pacino mit seiner Mimik und seinen Gesten die ganze Bandbreite seines Könnens zeigt. [Christoph Reiser]

«Insomnia»
«Insomnia» © Studio / Produzent

8. The Prestige

Die beiden zukünftigen Magie-Stars Robert Angier (Hugh Jackman) und Alfred Borden (Christian Bale) lernen sich Ende des 19. Jahrhunderts in London kennen und zeigen ihre magischen Künste auf der Bühne. Als bei einem Auftritt Angiers Ehefrau stirbt, kommt es zum Bruch zwischen den beiden. Fortan liefern sich die beiden ein sich immer weiter hochschaukelndes Duell, in welchem sie gegenseitig ihre Aufführungen sabotieren und versuchen hinter die Tricks des Konkurrenten zu kommen. Ein Thriller mit einigen überraschenden Wendungen, dazu Michael Caine und Scarlett Johansson in hervorragenden Nebenrollen. [Christoph Reiser]

«The Prestige»
«The Prestige» © Studio / Produzent

7. The Dark Knight Rises

Ok, The Dark Knight war vermutlich einfach etwas zu gut. So gut, dass es fast nicht möglich war, den Film nochmals zu übertreffen. Tom Hardys Bane fehlt so die Ausstrahlung von Heath Ledgers legendärem Joker, und mit den zahlreichen neuen Charakteren, die sich zu den bisherigen dazugesellen, ist der fast dreistündige Film ziemlich überladen. Und dennoch ist The Dark Knight Rises spektakulär, actiongeladen und dramatisch und damit ein würdiger Abschluss von Nolans Batman-Trilogie, die wohl noch einige Zeit als Messlatte für gute Superheldenfilme dienen dürfte. [Simon Eberhard]

«The Dark Knight Rises»
«The Dark Knight Rises» © 2011 Warner Bros. Ent. All Rights Reserved.

6. Dunkirk

Die Uhr tickt, Hans Zimmers Score dröhnt und das Metall der Kriegsgeräte verbiegt sich unter der Last des Wassers: Dunkirk ist Überwältigungskino. Man fühlt sich regelrecht erschlagen vom Sounddesign und staunt über die Bilder von Hoyte van Hoytema. Wenn die Spitfires über den Ärmelkanal gleiten, dann ist das pure Magie. Im Luftkampf stiehlt der maskierte Tom Hardy allen die Show. Die Erzählstruktur mit den drei Zeitebenen erhöht die Spannung dieses historischen Ereignisses enorm. Und der Verzicht auf die Darstellung des Feindes ist nur ein Aspekt, der Dunkirk so einzigartig macht. [Sven Martens]

«Dunkirk»
«Dunkirk» © 2017 Warner Bros. Ent. All Rights Reserved.

5. Interstellar

Nicht nur der ultimative Space-Soundtrack von Hans Zimmer sorgt in Interstellar für Gänsehautmomente. Christopher Nolans philosophisches Familiendrama im Science Fiction-Gewand mit den von ihm gewohnten, überwältigenden Visual-Effects, emotionalen Momenten und einer ganzen Menge 2001-Vibes ist ein knapp dreistündiges Fest für die Sinne. Trotz viel Dialog und erzählerischer Komplexität wird es in keiner Sekunde langweilig. Interstellar ist ein Film zum Geniessen, zum Innehalten und sinnieren; eine wunderbare Geschichte über die Liebe, jenseits von Raum und Zeit. [Yannick Suter]

«Interstellar»
«Interstellar» © 2014 Warner Bros. Ent. All Rights Reserved.

4. Batman Begins

Mit Batman Begins startete Christopher Nolan nicht nur eine erfolgreiche Trilogie, sondern auch den Trend für «dark and gritty»-Reboots - und er verstand dies wie kaum ein zweiter. Er behielt Geschichte und Charaktere bodenständig und glaubhaft, vergass deren Comic-Wurzeln aber zu keiner Zeit. Unterstützt wird dies von einem Ensemble gestandener Schauspieler, die das Material ernst nehmen - auch wenn Christian Bale mit der Stimme ein bisschen lockerer bleiben hätte können. Und er lieferte den Steilpass für eine der besten Comic-Verfilmungen aller Zeiten. [Nicolas Nater]

«Batman Begins»
«Batman Begins» © Studio / Produzent

3. Inception

Träume sind Schäume? Denkste, nicht bei Christopher Nolan. Mit Inception, der kürzlich seinen zehnten Geburtstag hat feiern dürfen, hat der Regisseur einen Film geschaffen, den viele für sein Meisterwerk halten. Der Streifen über eine Gruppe von Menschen, die in Träume eindringen und so das Bewusstsein anderer Menschen zu beeinflussen versuchen, ist gleichermassen komplex und anspruchsvoll wie auch optisch grossartig umgesetzt - und hat damit mit dem «intellektuellen Blockbuster» so etwas wie ein neues Film-Subgenre geschaffen. [Simon Eberhard]

«Inception»
«Inception» © 2010 Warner Bros. Ent, all rights reserved

2. Memento

Nolans Langfilmzweitling erzählt eine Rachegeschichte um einen Mann ohne Kurzzeitgedächtnis, der den Mörder seiner Frau zur Strecke bringen will. Schnell zum Geheimtipp gemausert, kündete der Film eine innovative neue Stimme an und etablierte auch Nolans Ruf als «Gimmick»-Regisseur. Denn Memento wird rückwärts erzählt, um das brüchige Erinnerungsvermögen des Protagonisten durch die Machart filmisch abzubilden. Während Guy Pierce sich die Filmereignisse durch Polaroids und Tattoos (vergeblich) zusammenzustückeln versucht, bleibt der Film dank seiner «outside the box»-Erzählweise definitiv im Gedächtnis hängen. [Petra Schrackmann]

«Memento»
«Memento» © Ascot Elite

1. The Dark Knight

The Dark Knight ist nicht nur Nolans stärkster Film, sondern eine der besten Comicbuchverfilmungen ever. Trotz seiner 150 Minuten Laufzeit hält der Streifen die Zuschauer konstant bei der Stange und hat bei all der exzellenten Action-Unterhaltung auch noch politische Statements, einen besonders düsteren Helden sowie die Geburt eines weiteren Bösewichts zu bieten. Neben Heath Ledgers legendärer Joker-Performance, die posthum mit einem Oscar geehrt wurde, fährt The Dark Knight eine der besten Wendungen der letzten Filmjahrzehnte auf: Die gescheiterte Rettung Rachels (R. I. P.) und die damit einhergehende Genesis von Two-Face. Schlicht grandios. [Swantje Oppermann]

«The Dark Knight»
«The Dark Knight» © 2008 Warner Bros. Ent. / TM & © DC Comics

Was sind eure Lieblingsfilme von Christopher Nolan?

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Kommentare Total: 4

ders44

Einfach unglaublich gute Filme. Die Kombi mit Hans Zimmer ist einfach grandios.

nna

Ich hätte ja The Prestige und Dunkirk gerne etwas weiter vorne gesehen, dafür Memento und Interstellar weiter hinten. Aber war so oder so eine sehr schwierige Liste!

Greef_ch

Unglaublich diese Qualität der Filme.
Ich möchte Interstellar ein wenig weiter vorne sehen wüsste aber nicht welchen ich "opfern" würde dafür ^^

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