Kino-Re-Release von «Inception»: Kein «Dune»-Trailer, dafür cooles Featurette zu «Tenet»

Christopher Nolans Traum-Thriller «Inception» läuft wieder in den Schweizer Kinos - inklusive Bonusmaterial. Da mussten wir natürlich sofort hin und sagen euch nun, was alles beim Bonus dabei ist.

Leonardo DiCaprio und Ellen Page in «Inception» © Warner Bros.

Wie Tenet musste auch die Wiederveröffentlichung von Inception um ein paar Wochen nach hinten verschoben werden. Dies, weil man Inception unbedingt zwei Wochen vor Tenet wieder in die Kinos bringen wollte. Wurde Tenet geschoben, musste sich Inception anpassen. Mit dem jetzt fixen Tenet-Kinostart am 26. August 2020 können wir nun seit dem 13. August 2020 wieder den Action-Thriller mit Leonardo DiCaprio auf der grossen Leinwand sehen.

Zwar gibt es den Film auch auf Netflix und wird alle Monate im Free-TV ausgestrahlt, doch lohnt sich ein Kinobesuch trotzdem. Zum einen, da ein solcher Film immer noch auf einer grossen Leinwand mit einem lauten Soundsystem am besten zur Geltung kommt. Man denke nur an die Szene, in welcher Ariadne (Ellen Page) mal schnell Paris zusammenfaltet. Das ist auch zehn Jahre später immer noch äusserst eindrücklich. Doch das Studio Warner Bros. und Regisseur Christopher Nolan wollen die Leute auch noch mit exklusivem Bonus-Material motivieren, sich Inception nochmals im Kino anzusehen.

Als die Wiederveröffentlichungspläne bekannt wurden, gab es Hoffnungen, dass die ersten Trailer zu Dune und The Batman Teil dieses Bonusmaterials sein könnten. Doch wurde dies nie bestätigt. Stattdessen gab es Berichte, dass es neues Material zu Tenet zu sehen geben wird, plus einen kleinen Blick hinter die Kulissen von Inception. Wir wollten es genau wissen und gingen gleich am Starttag des Re-Releases von Inception ins Kino.

Joseph Gordon-Levitt, Leonardo DiCaprio und Tom Hardy in «Inception»
Joseph Gordon-Levitt, Leonardo DiCaprio und Tom Hardy in «Inception» © 2010 Warner Bros. Ent, all rights reserved

Featurette zu «Tenet»

Bei der besuchten Vorstellung im Kino Kosmos in Zürich bekamen wir «nur» Material zu Nolan-Produktionen zu sehen - also kein Dune und kein The Batman. Die Vorstellung begann mit einem gut zehnminütigen Featurette zu Tenet, in dem Regisseur Christopher Nolan, Produzentin Emma Thomas, Kameramann Hoyte Van Hoytema sowie die Schauspieler über das Projekt reden. In Bezug auf den Plot des Filmes halten sich die Macher netterweise bedeckt. Wir wissen weiterhin nicht wirklich, um was es genau in dem Film geht. Das ist jedoch gut so, möchte man die Geheimnisse von Tenet selbst erst beim Kinostart lüften.

In dem Featurette wird immer wieder herausgehoben, wie Nolan am liebsten alle Actionszenen in echt am Set dreht. Computertricks kommen nur zum Zug, um den Effekt dieser Szenen zu verstärken. Da im Film einige Schiessereien und Schlägereien rückwärts ablaufen, musste Hauptdarsteller John David Washington seine Kampfszenen jeweils auf zwei Arten performen: vorwärts und rückwärts. Washingtons Vergangenheit als Profisportler - er spielte Football - kam der Produktion da sehr entgegen, da nur ein Athlet die schwierigen Stunts bewältigen konnte.

Wie wir bereits berichteten, hat Nolan für den Film ein echtes 747-Flugzeug in die Luft gejagt. Daran wird der Zuschauer nochmals im Featurette erinnert. Robert Pattinson berichtet äusserst amüsiert darüber. Nolan selbst bezeichnet derweil seinen neusten Film als einen Spionage-Thriller. Er habe solche als Kind geliebt und war jeweils sehr überwältigt von ihnen. Sein Ziel mit Tenet ist es, einer neuen Generation von Kinogängern die Gefühle zu vermitteln, die er früher beim Schauen eines Spionagefilmes hatte. Nach dem Featurette weiss man, dass Nolan dafür keine Kosten gescheut hat und sein elfter Film riesig sein wird.

Christopher Nolan mit John David Washington am Set von «Tenet»
Christopher Nolan mit John David Washington am Set von «Tenet» © Warner Bros. Ent. All Rights Reserved.

Featurette zu «Inception»

Auch beim ca. fünfminütigen Blick hinter die Kulissen von Inception wird unterstrichen, dass Nolan nur ungern auf CGI zurückgreift. Laut ihm sieht man anhand der visuellen Effekte das Alter eines Filmes an. Dreht man jedoch alles in echt, wird ein Film zeitlos. Dies habe er schon 2009 versucht und ist auch heute noch äusserst zufrieden mit seinem Werk. Er freut sich, dass jetzt auch Film-Fans, die Inception vor zehn Jahren nicht im Kino gesehen haben, die Gelegenheit bekommen, den Film auf einer grossen Leinwand zu erleben.

Joseph Gordon-Levitt in «Inception»
Joseph Gordon-Levitt in «Inception» © 2010 Warner Bros. Ent, all rights reserved

Inception

Auch zehn Jahre nach seinem ersten Release ist Inception immer noch ein visuelles und akustisches Meisterwerk, das den Film-Fans mit den vielen Dream-Sharing-Regeln äusserst viel zumutet. In einem Zeitalter, in denen die grossen Studios lieber auf einfache Stoffe und bereits etablierte Marken setzen, ist ein origineller Film wie Inception eine Wohltat, die auch beim zehnten Mal immer noch für 148 Minuten gefangen nimmt. Vor allem ist es eine Freude, den Score von Hans Zimmer mal wieder in voller Lautstärke zu hören. Das geht halt nur im Kino und der Track «Time» löst auch heute noch Gänsehaut aus. Inception im Kino: ein absolutes Must-see - egal, ob mit oder ohne Bonusmaterial.

Christoph Schelb [crs]

Christoph arbeitet seit 2008 für OutNow und leitet die Redaktion seit 2011. Er liebt die Filme von Christopher Nolan, die Festivals in Cannes und Toronto und kann nicht wirklich viel mit Jean-Luc Godard anfangen, was aber wohl auf Gegenseitigkeit beruht. Gewinner des Filmpodium-Filmbuff-Quiz 2019.

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