Die Filme des Christopher Nolan: «The Dark Knight Rises»

Mit dem Finale seiner «The Dark Knight»-Trilogie verabschiedet sich Christopher Nolan vom Superheldengenre. «The Dark Knight Rises» ist länger, grösser und kämpft mit einem schweren Erbe.

© Warner Bros. Ent. All Rights Reserved.

Dieser Artikel ist Teil unserer grossen Christopher-Nolan-Retrospektive, in welcher wir jeden Film des Regisseurs etwas genauer beleuchten. Da Nolan in seinen Filmen gerne mit der Zeit spielt, unterteilen wir die zusammengetragenen Informationen nach der Produktionsphase («Vor dem Dreh», «Während des Drehs» und «Nach dem Dreh»), sagen euch, was für Verbindungen es mit den anderen Filmen des Regisseurs gibt und wo ihr euch den jeweiligen Film ansehen könnt.

Worum geht es?

Nach dem Tod von Harvey Dent (Aaron Eckhart) ist Batman von der Bildfläche verschwunden und auch Bruce Wayne (Christian Bale) lebt zurückgezogen in seinem Anwesen. Gotham City scheint sicher und frei von Kriminellen, doch die Ankunft des Söldners Bane (Tom Hardy) ändert alles. Im Untergrund schmiedet der Mann mit der Maske grosse Pläne. Um seine Stadt zu retten, muss Batman einen Gegner besiegen, der ihn in Sachen Intellekt und Stärke die Stirn bietet.

© 2011 Warner Bros. Ent. All Rights Reserved.

Vor dem Dreh

Was passiert mit dem Joker?

In den Plänen von The Dark Knight-Co-Drehbuchautor David S. Goyer spielte der Joker eine grosse Rolle. Nach dem tragischen Tod von Heath Ledger verzichtete Christopher Nolan aber darauf ihn in The Dark Knight Rises in Form von Rückblenden zu zeigen. Der Joker wird im Film nicht einmal erwähnt.

Inspirationsquellen

Während Comicfans vertraut mit Bane und der Geschichte «Knightfall» sind, diente Christopher Nolan zunächst eine andere Vorlage. Als Student der englischen Literatur orientierte sich Nolan an Charles Dickens Roman «A Tale of Two Cities». Aus diesem wird nicht nur eine Szene rezitiert, sondern auch inhaltlich spielt der Film mit der Idee einer gesellschaftlichen Revolution. Ausserdem sieht man Bösewicht Bane in einer Szene stricken, genau wie die Antagonistin Madame Defarge in Dickens Weltroman.

Trainieren wie bei der League of Shadows

Schauspieler Tom Hardy legte für die Rolle des Antagonisten Bane fast 14 Kilogramm an Muskelmasse und Gewicht zu. Sein extremes Trainingsprogramm wurde sogar vom Männer-Magazin Men's Health analysiert. In einem späteren Interview verriet Hardy, dass er die Auswirkungen seines Trainings noch heute spürt. Mit 1.75 Meter ist Hardy zudem deutlich kleiner als Hauptdarsteller Christian Bale (1.83 Meter) und musste aus diesem Grund am Set Absätze tragen, um grösser und bedrohlicher zu wirken.

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Während des Drehs

Echte Footballstars

Nachdem die vorherigen beiden Batman-Filme grösstenteils in Chicago gedreht wurden, sieht Gotham im Finale deutlich anders aus. New York City und Pittsburgh dienen als neue Schauplätze. In der Sequenz im Footballstadion können NFL-Fans einige echte Sportler wie Ben Roethlisberger entdecken. Das fiktive Team der Gotham Rogues trägt zudem dieselben Farben wie die einheimischen Pittsburgh Steelers.

Batwing auf Abwegen

Während der Dreharbeiten kam es zu einem Unfall mit dem neuen Fluggefährt des dunklen Ritters. «The Bat» kollidierte in den Strassen Pittsburgh mit der Strassenbeleuchtung. Da man nur ein Modell zur Verfügung hatte, verzögerten sich die Dreharbeiten.

Nach dem Dreh

Sneakpreview für Regisseure

Im Dezember 2011 lud Christopher Nolan zahlreiche Regisseure wie Michael Bay und Bryan Singer in ein IMAX-Kino ein. Gezeigt wurden die ersten sechs Minuten von The Dark Knight Rises. Nolan warb nicht nur für das IMAX-Format, das für ihn der heutige Goldstandard fürs Kino ist, sondern auch für den analogen Film als Medium.

Keine goldenen Statuen

Im Kampf um den Oscar ging The Dark Knight Rises leer aus. Damit ist es er der erste Batman-Film ohne eine Oscarnominierung seit Batman & Robin und der erste Nolan-Film seit Insomnia.

Ein echter Hit

In der Schweiz sahen rund 314'000 Zuschauer das Finale der Batman-Trilogie. Damit landet der Film am Jahresende auf dem siebten Platz der Schweizer Kinocharts. Weltweit musste er sich nur The Avengers und Skyfall geschlagen geben und spielte über 1 Milliarde US-Dollar an den Kinokassen ein.

Batmans Zukunft

Trotz des finanziellen Erfolges und dem offenen Ende für die Figur John Blake folgte kein weiterer Batman-Film von Christopher Nolan. In einem Interview verriet Hauptdarsteller Christian Bale, dass er ein weiteres Engagement ablehnte. Man wolle die Vision von Christopher Nolan ehren und das Franchise nicht weiter ausschlachten, sagte der walisische Schauspieler. Stattdessen schlüpfte als nächstes Ben Affleck im Film Batman v Superman: Dawn of Justice in die Rolle des Fledermausmannes.

Tragödie im Kino

In Aurora, USA ereignete sich bei einer Mitternachtsvorstellung des Films ein Amoklauf. Der Täter tötete 12 Menschen und verletzte 58 Menschen im Kinosaal. Der Täter trug dabei eine Gasmaske und militärische Ausrüstung. Die US-Kinokette AMC verbot daraufhin Kostüme und Masken während den Vorstellungen. Die Gerüchte um eine Verbindung zwischen der Tat und dem Film stellten sich als falsch heraus. Filmisch verarbeitet wurde der Amoklauf von Aurora im Spielfilm Dark Night.

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The Dark Knight Rises im Nolan Cinematic Universe

- Während es für die Inception-Darsteller Tom Hardy, Joseph Gordon-Levitt und Marion Cotillard der zweite Film von Christopher Nolan ist, gibt Anne Hathaway hier ihr Debüt im Nolan Cinematic Universe. Sie war dann auch bei Nolans nächstem Film, Interstellar, Teil des Casts.

- Bruce Wayne ist immer noch ein weisser Mann im Anzug mit einer toten Frau in seinem Leben. Also ein klassischer Nolan-Protagonist, denn neben Wayne verloren auch Leonard Shelby (Memento), Robert Angier (The Prestige) und Dom Cobb (Inception) wichtige Frauen in ihrem Leben.

Wo kann man den Film schauen?

The Dark Knight Rises ist auf DVD, Blu-ray, Ultra HD Blu-ray sowie VoD erhältlich und kann momentan auch auf Netflix gestreamt werden.

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Sven Martens [sma]

Sven schreibt seit 2015 als Freelancer bei OutNow. Seine Sehnsucht nach Amerika reicht von Martin Scorseses New York über die weiten Steppen von John Ford bis hin zu Howard Hawks' Traumfabrik in Hollywood. In seiner Freizeit guckt er gerne Filme von Éric Rohmer.

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