Die Filme des Christopher Nolan: «Inception»

Was ist Traum, was ist Realität? In der Realität geht es auf jeden Fall weiter mit einem Traumfilm. «Inception» ist der vielleicht kontroverseste Film von Christopher Nolan.

© Warner Bros.

Dieser Artikel ist Teil unserer grossen Christopher-Nolan-Retrospektive, in welcher wir jeden Film des Regisseurs etwas genauer beleuchten. Da Nolan in seinen Filmen gerne mit der Zeit spielt, unterteilen wir die zusammengetragenen Informationen nach der Produktionsphase («Vor dem Dreh», «Während des Drehs» und «Nach dem Dreh»), sagen euch, was für Verbindungen es mit den anderen Filmen des Regisseurs gibt und wo ihr euch den jeweiligen Film ansehen könnt.

Worum geht es?

Dom Cobb (Leonardo DiCaprio) stiehlt Geheimnisse aus dem Unterbewusstsein, wenn der Mensch am verwundbarsten ist - in dessen Traumphase. Deshalb wird er auf der ganzen Welt gesucht und musste sein altes Leben aufgeben. Ein letzter, gefährlicher Job soll ihm nun helfen, dieses zurückzubekommen.

© 2010 Warner Bros. Ent, all rights reserved

Vor dem Dreh

Gut Ding will Weile haben

Bereits 2001 hatte Nolan ein 80-seitiges Treatment geschrieben, in dem es darum ging, wie Personen Träume stehlen und sie missbrauchen können. Ursprünglich plante Nolan einen Horrorfilm. Am Drehbuch schrieb er beinahe zehn Jahre. Beeinflusst wurde er dabei durch ähnliche Filme wie Matrix oder Dark City. Inspirieren liess Nolan sich auch von 2001: A Space Odyssey, James-Bond-Filmen und den Werken des Schriftstellers Jorge Luis Borges.

Casting

Wie mittlerweile bekannt ist, arbeitet Nolan wenn möglich immer wieder mit den gleichen Schauspielern zusammen. Mit Leonardo DiCaprio klappte es erst bei Inception, der sich vom Konzept des Films überzeugen liess. DiCaprio durfte bei der Überarbeitung des Drehbuchs mitwirken und vor allem bei der Entwicklung seiner Figur Cobb war er involviert. Für diese Figur waren auch Brad Pitt und Will Smith im Gespräch, die jedoch beide ablehnten. Für die Rolle von Mal, die von Marion Cotillard gespielt wurde, war ursprünglich Kate Winslet vorgesehen. Cillian Murphy durfte sich seine Rolle nach Sichtung des Drehbuchs sogar selber aussuchen. Er wählte die Rolle der Zielperson Robert Fischer.

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Während des Drehs

Eine kleine Weltreise

Die Dreharbeiten fanden in sechs Ländern auf vier Kontinenten statt: Japan (Tokio), Grossbritannien, Frankreich (Paris), Marokko, USA (Los Angeles) und Kanada.

Ellen Pages Haare

Da die Filmemacher nicht wussten, wie sie die Schwerelosigkeit an Ellen Pages Haaren simulieren sollten, wurden ihre Haare einfach streng nach hinten gebunden. Für die sehr eindrückliche Szene, in der DiCaprio Ellen Page die Traumwelt, in der sie sich befinden, erklärt, wurde mit über 1000 Bildern pro Sekunde aufgenommen, damit die auftretenden Explosionen in bestmöglicher Zeitlupe dargestellt werden konnten.

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Nach dem Dreh

Die grosse Geheimniskrämerei

Warner Bros. investierte in das Marketing über 100 Millionen US-Dollar - und dies obwohl man davon ausging, dass der Nolans Name aufgrund seiner Erfolge als eigene Marke funktioniere. Die offizielle Website des Films zeigte einen drehenden Kreisel, der im Laufe der Zeit immer stärker schwankte. Zudem war es möglich, durch den Gewinn eines Browserspiels das offizielle Filmplakat anzuschauen. Später konnte man durch den Gewinn des selbigen Spiels den offiziellen Trailer freischalten.

Der grosse Erfolg

Inception spielte über 825 Millionen US-Dollar an den Kinokassen ein und war somit ein grosser kommerzieller Erfolg. Damit ist Inception der Nolan-Film mit den drittmeisten Einnahmen nach The Dark Knight Rises ($ 1.081 Mrd.) und The Dark Knight ($ 1.003 Mrd).

Awards

Inception erhielt die Oscars für die beste Kameraarbeit, den besten Ton, den besten Tonschnitt und die besten visuellen Effekte sowie vier weitere Nominierungen für die Kategorien «Bester Film», «Bestes Originaldrehbuch», «Beste Filmmusik» und «Bestes Szenenbild».

Nolans Spielereien

- Wenn man von den Namen der Hauptcharaktere (Dom, Robert, Eames, Arthur, Mal und Saito) den jeweils ersten Buchstaben nimmt, erhält man das Wort «Dreams» (Träume).
- Die Filmlänge von 2 Stunden und 28 Minuten ist eine Referenz an die Originallänge des Edith-Piaf-Songs «Non, je ne regrette rien», der 2 Minuten und 28 Sekunden dauert und im Film für die Synchronisation des «Kicks» verwendet wird.

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Inception im Nolan Cinematic Universe

- Inception ist der erste Film seit Following, der eine komplette Originalstory ist. Dazwischen drehte Nolan Memento (basierend auf einer Kurzgeschichte von Bruder Jonathan Nolan), Insomnia (Remake), Batman Begins (Comicadaption), The Prestige (Romandaption) und The Dark Knight (Comicadaption).

- Marion Cotillard, Tom Hardy, Joseph Gordon-Levitt, Cillian Murphy und Michael Caine arbeiteten auch bei Nolans anschliessendem Film The Dark Knight Rises mit.

- Der Name der Hauptfigur Cobb ist der gleiche wie der des Einbrechers Cobb in Following.

Wo kann man den Film schauen?

Inception ist auf DVD, Blu-ray sowie VoD erhältlich und kann momentan auch auf Netflix gestreamt werden.

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Christoph Reiser [chr]

Christoph arbeitet seit 2020 als Freelancer für OutNow. Er weiss, dass man Animationsfilme nicht hassen darf, dafür liebt er Sergio-Leone-Western. Der Besuch eines Filmfestivals ist zuoberst auf seiner Bucket-List, naja fast. Und er mag kein Popcorn im Kino, denn er steht auf Chips.

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